Unterstützung mit Reichweite

Iran-Proteste: Joko und Klaas stellen Aktivistinnen ihre Instagram-Accounts „für immer“ zur Verfügung

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Joko und Klaas wollen die Stimme der iranischen Demonstranten stärken. Dafür überlassen sie ihre Instagram-Accounts nun an zwei Aktivistinnen.

München – Vor 40 Tagen starb die 22-jährige Iranerin Mahsa Amini in den Händen der „Sittenpolizei“ des Regimes. Seitdem demonstriert die iranische Bevölkerung gegen die religiösen Führer des Landes. Die Proteste werden dabei immer größer und breiten sich in immer mehr Städte aus. Trotz des Ukraine-Krieges rückt auch der Iran allmählich international in den Fokus.

Die Fernsehmoderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf wollen nun selber einen Beitrag leisten und sicherstellen, dass die Stimme der iranischen Demonstranten von möglichst vielen Menschen gehört wird. Dafür machen sie von ihrer Instagram-Reichweite Gebrauch und überlassen ihre Accounts zwei iranischen Aktivistinnen – und zwar „für immer“.

Iran-Demonstrationen: Bei Joko und Klaas schildern zwei Aktivistinnen die Lage im Land

Die Fernsehmoderatoren Joko und Klaas wollen die Demonstrationen im Iran mit ihrer Instagram-Reichweite unterstützen.

Bei der Sendung „Joko und Klaas gegen ProSieben“ duellieren sich die beiden Entertainer mit ProSieben. Wenn sie gewinnen, bekommen sie 15 Minuten Sendezeit, die sie beliebig nutzen können. Dabei ging es diesmal um die Demonstrationen im Iran. Nach einer Videosequenz, die die aktuelle Situation in dem strikt regierten Land belichten sollte, interviewten Joko und Klaas die Aktivistinnen Azam Jangravi und Sarah Ramini.

Jangravi betonte, die Sittenpolizei könne Frauen ohne Grund verhaften. Iranische Frauen hätten keine Kontrolle über ihren eigenen Körper oder ihre Kleidung. Im Iran ist das Tragen eines Kopftuchs obligatorisch. „Seit 43 Jahren kämpfen iranische Frauen für ihre Grundrechte“, erklärte Jangravi. Die Demonstrationen bedeuteten nun „Hoffnung auf Leben“ für sie. Sie würden zeigen, dass es immer noch Hoffnung gebe.

Im Gegensatz zu Jangravi zeigte Ramani ihr Gesicht nicht, um ihre Identität sowie ihre Familie zu schützen. Sie unterstrich, dass sie aber dennoch in Kontakt mit Menschen im Iran sei und Informationen verbreite, die sie von diesen Menschen erhalte. Dabei machte sie auch auf den begrenzten Internetzugang in dem Land aufmerksam. Zudem würde das Staatsfernsehen die Propaganda verbreiten, dass alles „ruhig und unter Kontrolle“ sei. Daher nutze sie ihre Plattform, „um der Wahrheit Gehör zu verschaffen“.

Iran-Demonstrationen: Joko und Klaas verschenken Instagram-Accounts an Aktivistinnen

Das Gleiche haben sich wohl auch Joko und Klaas als Ziel gesetzt. Auf eine besondere Art wollen sie nun die Proteste im Iran unterstützen. Nach den kurzen Interviews mit den Frauen verkündete Klaas, sie würden ihre Instragram-Accounts an Jangravi und Ramani verschenken. So sollen die Aktivistinnen möglichst viele Menschen über die Demonstrationen informieren können. Immerhin sei die globale Aufmerksamkeit wichtig. Am Ende der Sendung wurde ein Video gezeigt, wie alle Beiträge auf den Accounts von Joko und Klaas zuvor gelöscht wurden.

Nach der Ankündigung der Fernsehmoderatoren meldete sich auch ProSieben zu Wort und bezeichnete die Aktion auf Twitter als „unglaublich stark“. Der Sender kommentierte: „Um sichtbar zu sein. Um das, was im Iran geschieht, sichtbar zu machen. Um uns allen die Wahrheit zu zeigen.“ (bb)

Rubriklistenbild: © Screenshot/YouTube/Joko&Klaas

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