Iran-Proteste

Iran-Proteste: Warnung vor «unüberlegten Maßnahmen» - Stars schneiden sich Haare ab

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Iranische Staatsbürger protestierten gegen die Ermordung von Mahsa Jina Amini und gegen die iranische Regierung

Der Iran sprach eine Warnung gegenüber der Europäischen Union vor «unüberlegten Maßnahmen» im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten im Land aus.

Teheran - «Falls die EU (bezüglich der Proteste) hastige und unüberlegte Maßnahmen ergreifen sollte, sollte sie sich auf effektive Gegenmaßnahmen des Irans einstellen», sagte Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian in einem Telefonat am Mittwoch mit seinem italienischen Amtskollegen Luigi Di Maio.

Der Iran respektiere die Forderungen seines Volkes, nicht aber vom Ausland und Terroristen organisierte Ausschreitungen. «Das iranische Volk werde dem Ausland niemals erlauben, mit solchen Methoden die Unabhängigkeit und die territoriale Integrität des Landes zu gefährden», so der iranische Chefdiplomat laut Nachrichtenagentur Isna.

Iran-Protest: Französische Stars schneiden sich Haare ab

Aus Protest gegen das brutale Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten haben sich rund 50 berühmte französische Schauspielerinnen und Sängerinnen Haare abgeschnitten. Auf dem am Mittwoch veröffentlichten Protestvideo blickt zunächst Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche in die Kamera, sagt «for freedom» (für die Freiheit), schneidet sich ein Haarbüschel ab und hält es in die Kamera. Weitere Beteiligte an dem mit der Hymne «Bella Ciao» unterlegten Video sind unter anderem Isabelle Huppert, Jane Birkin und Charlotte Gainsbourg.

«Das iranische Volk, allen voran die Frauen, demonstrieren unter Einsatz ihres Lebens. Dieses Volk hofft nur auf den Zugang zu den grundlegendsten Freiheiten. Diese Frauen, diese Männer bitten um unsere Unterstützung», heißt es in einem begleitenden Text zu dem Video auf dem Instagram-Account «soutienfemmesiran». «Es ist unmöglich, diese schreckliche Unterdrückung nicht immer und immer wieder anzuprangern. Die Zahl der Toten und Verletzten geht bereits in die Dutzende, darunter auch Kinder. Die Verhaftungen erhöhen nur die Zahl der Gefangenen, die bereits illegal inhaftiert sind und allzu oft gefoltert werden», lautet es weiter.

Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini Mitte September. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich «unislamischen Outfits» festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der Frau demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie den Kopftuchzwang. (dpa)

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