350 Festnahmen in einer Nacht

Barrikade vor Al-Aksa-Moschee: Gewalt in Israel eskaliert wieder

+
Israelische Polizei in der Altstadt von Jerusalem, Stunden nach Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern am Tempelberg (Bild vom 5. April 2023).

An der Al-Aksa Moschee in Jerusalem kam es in der zweiten Nacht in Folge zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Palästinensern. Die Lage bleibt angespannt.

Jerusalem - Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es erneut zu teils gewalttätigen Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern gekommen. Dutzende, teils maskierte Menschen hätten Feuerwerkskörper und Steine geworfen, teilte die israelische Polizei am Mittwoch mit. Sie hätten zudem versucht, sich in der Al-Aksa-Moschee zu verbarrikadieren. Die Beamten vertrieben die „gewalttätigen Randalierer“ eigenen Angaben zufolge.

Palästinenser und israelische Sicherheitskräfte geraten erneut auf historisch umkämpften Gebiet aneinander

Bereits in der Nacht zum Mittwoch waren Palästinenser und israelische Sicherheitskräfte aneinandergeraten. Nach Angaben der israelischen Polizei wurden mehr als 350 Menschen festgenommen, nachdem sich „Unruhestifter“ in der Al-Aksa-Moschee verbarrikadiert hätten. Beamte seien mit Steinen beworfen und Feuerwerkskörper seien gezündet worden. Der Palästinensische Rote Halbmond teilte mit, er habe nach den Zusammenstößen 37 Verletzte behandelt, einige von ihnen nach ihrer Entlassung aus dem Polizeigewahrsam.

Auf dem Gelände um die Al-Aksa-Moschee kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gewalttätigen Konfrontationen – insbesondere während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, wenn zehntausende Gläubige die Al-Aksa-Moschee aufsuchen. Die jüngsten Ausschreitungen ereigneten sich inmitten des Ramadan und des jüdischen Pessachfestes, das am Mittwoch begonnen hatte. Das Judentum verehrt den Tempelberg als seinen heiligsten Ort. Für Muslime ist der Hügel mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina. Vor rund zwei Jahren eskalierte die Situation am Tempelberg zu einem elftägigen Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen.

Nach Konflikt am Tempelberg: Erneuter Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen

Nach Bekanntwerden der Vorfälle in der Moschee wurden am Mittwoch Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert, woraufhin Israel mit eigenen Angriffen reagierte. Auch am frühen Donnerstagmorgen flogen mehrere Raketen in Richtung Israel. Sieben der Geschosse seien in der Luft explodiert, wie das israelische Militär mitteilte.

Medienberichten zufolge reklamierte der militante Islamische Dschihad den Raketenbeschuss für sich. Er sei eine Reaktion „auf die Geschehnisse in Jerusalem“. Die vom Iran finanzierte Palästinenserorganisation ist hauptsächlich im Gazastreifen aktiv und verübt von dort regelmäßig Raketenangriffe auf Israel (AFP/dpa/bme).

Kommentare