Der Prozess gegen den oppositionellen Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu ist auf den 11. November vertagt worden.
Istanbul - Das Gerichtsverfahren werde am 11. November fortgesetzt, sagte sein Anwalt Kemal Polat am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Der Anwalt habe unter anderem wegen einer Zeugenladung um eine Vertagung gebeten, der das Gericht stattgegeben habe.
Die Staatsanwaltschaft fordert nach Angaben Polats wegen öffentlicher Beleidigung von Staatsbeamten bis zu vier Jahre Haft und Politikverbot. Der Türke Imamoglu ist Politiker der größten Oppositionspartei CHP. Er gilt, neben anderen, als möglicher Herausforderer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei den Wahlen im kommenden Jahr.
Imamoglu wird in der Anklageschrift nun vorgeworfen, die Mitglieder der türkischen Wahlbehörde YSK rund um die Kommunalwahlen im Jahr 2019 öffentlich beleidigt zu haben. Die YSK hatte die Kommunalwahlen Ende März 2019 annulliert, bei denen Imamoglu als knapper Sieger hervorgegangen war. Der Oppositionspolitiker habe «diejenigen, die die Wahlen am 31. März abgesagt haben», als «Idioten» bezeichnet, heißt es in der Anklage. (dpa)