„Wird noch glücklicher sein“

Japan startet Geschenke-Offensive – Goldene Golfbälle und Pick-up-Trucks für Trump

Trump stattet Japan einen dreitägigen Besuch ab. Die neue Regierungschefin Takaichi möchte den „Dealmaker“ mit Geschenken überhäufen – was vorbereitet ist.

Tokio – US-Präsident Donald Trump ist ab Montag, 27. Oktober, für drei Tage auf Japan-Besuch. Dort wird er am Dienstag die frisch gewählte japanische Regierungschefin Sanae Takaichi treffen. Beobachter attestieren den beiden kaum Differenzen. Sowohl Takaichi als auch Trump sind konservativ, wollen Migration begrenzen und die Verteidigungsausgaben erhöhen. Schwierig könnte es allerdings bei der Wirtschaft werden. Um den US-Präsidenten weichzuklopfen, setzt die japanische Regierung nun wohl auf Trumps gute Beziehung zum ermordeten Ex-Präsidenten Shinzō Abe – und auf Ford-Trucks.

US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft in Japan.

Die neue Regierungschefin Takaichi ist unzufrieden mit dem Zolldeal, den ihr Vorgänger Shigeru Ishiba mit Donald Trump ausgehandelt hat. Hintergrund sind Trumps weltweite Zölle Anfang des Jahres, damals hatte er auch Produkte aus Japan mit 25-prozentigen Zöllen belegt. Mit Ishiba einigte er sich dann auf einen Deal, seitdem gelten gegenseitige Zölle von 15 Prozent. Zusätzlich muss Japan 540 Milliarden Dollar in den USA investieren. Dabei braucht Japan diese Summe eigentlich im eigenen Land, sagt Tetsuo Kotani vom Japan Institute of International Affairs bei der Tagesschau.

100 Ford Pick-up-Trucks für Donald Trump in Japan

Gute Beziehungen zu Donald Trump könnten helfen, einen besseren Deal auszuhandeln. Takaichi setzt dafür wohl auf Pomp und Gloria. Laut Berichten des Telegraph hat die japanische Regierung 100 Ford F-150 Pick-up-Trucks bestellt, die vor Trumps Fenster aufgereiht werden sollen. Trump soll im Akasaka Palast, dem japanischen Gästehaus für Staatsgäste, übernachten. „Wenn er von seinem Fenster aus amerikanische Pick-Up-Trucks in den Straßen sieht, wird er noch glücklicher sein“, lobt eine Expertin für Asien-Politik beim Telegraph.

Trump hatte sich zuvor beklagt, dass Japan kaum amerikanische Autos ins Land lasse. Ryosei Akazawa, Japans Chef-Unterhändler, sagte kürzlich: „Der F-150 ist eines von Trumps Lieblingsmodellen.“ Trump ist da wohl derselben Meinung. Nach Bild-Informationen sagte er am Montag an Bord seiner Air Force One zu Takaichis Ford-Bestellung: „Das ist gut. Sie hat einen guten Geschmack. Das ist ein heißer Truck!“ Offiziell wurden die Trucks für Straßen- und Dammkontrollen bestellt, allerdings gibt es Bedenken, ob die zwei Meter breiten Trucks auf Japans schmalen Straßen überhaupt fahren können.

China und Taiwan: Darum geht es in dem Konflikt

Taiwans F-16-Kampfjet (links) überwacht einen der beiden chinesischen H-6-Bomber, die den Bashi-Kanal südlich von Taiwan und die Miyako-Straße in der Nähe der japanischen Insel Okinawa überflogen.
Seit Jahrzehnten schon schwelt der Taiwan-Konflikt. Noch bleibt es bei Provokationen der Volksrepublik China; eines Tages aber könnte Peking Ernst machen und in Taiwan einmarschieren. Denn die chinesische Regierung hält die demokratisch regierte Insel für eine „abtrünnige Provinz“ und droht mit einer gewaltsamen „Wiedervereinigung“. Die Hintergründe des Konflikts reichen zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. © Taiwan Ministry of Defence/AFP
Chinas letzter Kaiser Puyi
Im Jahr 1911 zerbricht das viele Jahrtausende alte chinesische Kaiserreich. Der letzte Kaiser Puyi (Bild) wird abgesetzt, die Xinhai-Revolution verändert China für immer. Doch der Weg in die Moderne ist steinig. Die Jahre nach der Republikgründung waren von Wirren und internen Konflikten geprägt.  © Imago
Porträt von Sun Yatsen auf dem Tiananmen-Platz in Peking
Im Jahr 1912 gründet Sun Yat-sen (Bild) die Republik China. Es folgen Jahre des Konflikts. 1921 gründeten Aktivisten in Shanghai die Kommunistische Partei, die zum erbitterten Gegner der Nationalisten (Guomindang) Suns wird. Unter seinem Nachfolger Chiang Kai-shek kommt es zum Bürgerkrieg mit den Kommunisten. Erst der Einmarsch Japans in China ab 1937 setzt den Kämpfen ein vorübergehendes Ende. © Imago
Mao Zedong ruft die Volksrepublik China aus
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Kapitulation Japans flammt der Bürgerkrieg wieder auf. Aus diesem gehen 1949 die Kommunisten als Sieger hervor. Mao Zedong ruft am 1. Oktober in Peking die Volksrepublik China aus (Bild).  © Imago Images
Chiang Kai-shek
Verlierer des Bürgerkriegs sind die Nationalisten um General Chiang Kai-shek (Bild). Sie fliehen 1949 auf die Insel Taiwan. Diese war von 1895 bis 1945 japanische Kolonie und nach der Niederlage der Japaner an China zurückgegeben worden. Auf Taiwan lebt seitdem die 1912 gegründete Republik China weiter. Viele Jahre lang träumt Chiang davon, das kommunistisch regierte Festland zurückzuerobern – während er zu Hause in Taiwan mit eiserner Hand als Diktator regiert. © Imago
Richard Nixon und Zhou Enlai 1972
Nach 1949 gibt es zwei Chinas: die 1949 gegründete Volksrepublik China und die Republik China auf Taiwan, die 1912 gegründet wurde. Über Jahre gilt die taiwanische Regierung als legitime Vertreterin Chinas. Doch in den 70er-Jahren wenden sich immer mehr Staaten von Taiwan ab und erkennen die kommunistische Volksrepublik offiziell an. 1972 verliert Taiwan auch seinen Sitz in den Vereinten Nationen, und Peking übernimmt. Auch die USA brechen mit Taiwan und erkennen 1979 – sieben Jahre nach Richard Nixons legendärem Peking-Besuch (Bild) – die Regierung in Peking an. Gleichzeitig verpflichten sie sich, Taiwan mit Waffenlieferungen zu unterstützen. © Imago/UIG
Chiang Ching-Kuo in Taipeh
Im Jahr 1975 stirbt Taiwans Dikator Chiang Kai-shek. Neuer Präsident wird drei Jahre später dessen Sohn Chiang Ching-kuo (Bild). Dieser öffnet Taiwan zur Welt und beginnt mit demokratischen Reformen. © imago stock&people
Chip made in Taiwan
Ab den 80er-Jahren erlebt Taiwan ein Wirtschaftswunder: „Made in Taiwan“ wird weltweit zum Inbegriff für günstige Waren aus Fernost. Im Laufe der Jahre wandelt sich das Land vom Produzenten billiger Produkte wie Plastikspielzeug zur Hightech-Nation. Heute hat in Taiwan einer der wichtigsten Halbleiter-Hersteller der Welt - das Unternehmen TSMC ist Weltmarktführer. © Torsten Becker/Imago
Tsai Ing-wen
Taiwan gilt heute als eines der gesellschaftlich liberalsten und demokratischsten Länder der Welt. In Demokratie-Ranglisten landet die Insel mit ihren knapp 24 Millionen Einwohnern immer wieder auf den vordersten Plätzen. Als bislang einziges Land in Asien führte Taiwan 2019 sogar die Ehe für alle ein. Regiert wurde das Land von 2016 bis 2024 von Präsidentin Tsai Ing-wen (Bild) von der Demokratischen Fortschrittspartei. Ihr folgte im Mai 2024 ihr Parteifreund Lai Ching-te. © Sam Yeh/AFP
Xi Jinping
Obwohl Taiwan nie Teil der Volksrepublik China war, will Staats- und Parteichef Xi Jinping (Bild) die Insel gewaltsam eingliedern. Seit Jahrzehnten droht die kommunistische Führung mit der Anwendung von Gewalt. Die meisten Staaten der Welt – auch Deutschland und die USA – sehen Taiwan zwar als einen Teil von China an – betonen aber, dass eine „Wiedervereinigung“ nur friedlich vonstattengehen dürfe. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus. Die kommunistiche Diktatur Chinas ist für die meisten Taiwaner nicht attraktiv. © Dale de la Rey/AFP
Militärübung in Kaohsiung
Ob und wann China Ernst macht und in Taiwan einmarschiert, ist völlig offen. Es gibt Analysten, die mit einer Invasion bereits in den nächsten Jahren rechnen – etwa 2027, wenn sich die Gründung der Volksbefreiungsarmee zum 100. Mal jährt. Auch das Jahr 2049 – dann wird die Volksrepublik China 100 Jahre alt – wird genannt. Entscheidend dürfte sein, wie sicher sich China ist, einen Krieg auch zu gewinnen. Zahlenmäßig ist Pekings Armee der Volksrepublik den taiwanischen Streitkräften überlegen. Die Taiwaner sind dennoch gut vorbereitet. Jedes Jahr finden große Militärübungen statt; die Bevölkerung trainiert den Ernstfall, und die USA liefern Hightech-Waffen.  © Sam Yeh/AFP
Xi Jinping auf einem chinesischen Kriegsschiff
Analysten halten es für ebenso möglich, dass China zunächst nicht zu einer Invasion Taiwans blasen wird, sondern mit gezielten Nadelstichen versuchen könnte, den Kampfgeist der Taiwaner zu schwächen. So könnte Xi Jinping (Bild) eine Seeblockade anordnen, um die Insel Taiwan vom Rest der Welt abzuschneiden. Auch ein massiver Cyberangriff wird für möglich gehalten.  © Li Gang/Xinhua/Imago
Protest in Taiwan
Auch wenn die Volksrepublik weiterhin auf eine friedliche „Wiedervereinigung“ mit Taiwan setzt: Danach sieht es derzeit nicht aus. Denn die meisten Taiwaner fühlen sich längst nicht mehr als Chinesen, sondern eben als Taiwaner. Für sie ist es eine Horrorvorstellung, Teil der kommunistischen Volksrepublik zu werden und ihre demokratischen Traditionen und Freiheiten opfern zu müssen. Vor allem das chinesische Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in Hongkong hat ihnen gezeigt, was passiert, wenn die Kommunistische Partei den Menschen ihre Freiheiten nimmt. © Ritchie B. Tongo/EPA/dpa

Takaichi will Donald Trump in Japan goldene Golfbälle schenken

Neben den überdimensionierten Pick-up-Trucks setzt Takaichi auch auf Trumps Lieblingshobby: Golf. Mit Shinzō Abe, dem damaligen japanischen Premier, ging Trump während seiner ersten Amtszeit mehrmals Golfen und besuchte sogar einen Sumo-Kampf. Die beiden Regierungschefs verband eine gute Beziehung, dreimal besuchte Trump Japan damals. Takaichi hofft, an diese Verbindung anzuknüpfen. Laut dem japanischen Fernsehsender NHK will sie Trump deshalb einen einst von Abe benutzten Golfschläger zur Erinnerung an seinen Freund schenken, samt vergoldeter Golfbälle.

Laut Spiegel freut sich Trump auf das Treffen mit Takaichi. Sie sei eine „gute Verbündete“ Abes gewesen, er habe nur „phänomenale Dinge“ über sie gehört. Bei seinem Besuch in Japan wird Donald Trump auch den japanischen Kaiser Naruhito treffen, außerdem will er die in Japan stationierten US-Truppen besuchen.

Donald Trump auf Asienreise: Stationen bei ASEAN, in Japan und Südkorea

Insgesamt wird Trump eine Woche im Südostasienraum zu Gast sein. Am Sonntag (26. Oktober) besuchte er den „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN) Gipfel in Malaysia, dann folgen ab Montag drei Tage Japan bevor Trump am Mittwoch (29. Oktober) nach Südkorea reist, um im Vorfeld eines weiteren Gipfels unter anderem mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zu reden. Es wäre das erste Treffen der beiden seit Trumps Amtsantritt. Auch Südkorea hat sich laut Telegraph etwas Besonderes für Trump ausgedacht: Die Südkoreaner wollen Trump wohl den „Großen Orden von Mugunghwa“ verleihen, die höchste Auszeichnung des Landes.

Das offizielle Treffen der Staats- und Regierungschefs beim Asia-Pacific Economic Cooperation-Gipfel (Apec) in Südkorea findet vom 31. Oktober bis Samstag, 01. November statt. Dann wird Trump wohl schon wieder in seinem Flieger zurück nach Washington, D.C. sitzen. Der US-Präsident hat aber nicht ausgeschlossen, seinen Besuch in Südostasien zu verlängern – und zwar wenn er den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un treffen darf. Am Montag sagte Trump laut dpa, er würde den nordkoreanischen Staatschef „sehr gern“ sprechen. (Quellen: dpa, Telegraph, Spiegel, Bild, Tagesschau) (cdz)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/dpa

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