Japan will ungeachtet seiner pazifistischen Verfassung der von Russland angegriffenen Ukraine Stahlhelme, schutzsichere Westen und andere Hilfsgüter zur Verfügung stellen.
Tokio - «Ich möchte die notwendigen Vorräte so schnell wie möglich liefern», sagte Ministerpräsident Fumio Kishida am Montag laut japanischen Medien im Parlament. Die internationale Gemeinschaft sei vereint, um die Ukraine zu unterstützen, und ergreife «beispiellose» Maßnahmen, wurde Kishida zitiert. Auch Japan werde dies weiterhin unterstützen.
Kishida hatte kürzlich nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt, sein Land werde der Ukraine humanitäre Hilfe im Volumen von 100 Millionen Dollar (rund 90 Millionen Euro) bereitstellen. Dazu sollen auch Ausrüstungsgegenstände aus Beständen der in Japan bewusst so genannten Selbstverteidigungsstreitkräfte wie schusssichere Westen, Helme, Zelte und Winterkleidung gehören. Waffen gehören nicht dazu.
Die geplanten Hilfslieferungen seien verfassungskonform, erklärte die Regierung. In Artikel 9 der Nachkriegsverfassung schwört Japan «für alle Zeit» Krieg als ein souveränes Recht ab und verzichtet auf die Androhung oder Ausübung von Gewalt als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten. In konservativen Regierungskreisen gibt es seit langem Bestrebungen, die Verfassung zu reformieren. (dpa)