Botschafter-Treffen

Journalistin im Iran – Strategie für Gefangenenaustausch?

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Die Reporterin Sala wurde im Iran inhaftiert. Italien hat den Botschafter des Iran einberufen, um ihre Befreiung zu verlangen. Er hat andere Anliegen.

Rom – Italien hat den iranischen Botschafter in Rom einbestellt, um die „sofortige Freilassung“ einer italienischen Journalistin zu fordern. Cecilia Sala sitzt seit dem 19. Dezember in dem für die schlechten Bedingungen berüchtigten Evin-Gefängnis. Warum, weiß niemand im Detail – klar ist jedoch, dass die Freilassung zügig passieren soll. „Macht schnell“, sagte die Journalistin laut italienischen Medienberichten bei einem Telefongespräch.

Sala wurde festgenommen, obwohl sie nach Angaben des italienischen Außenministeriums mit einem gültigen Journalistenvisum arbeitete. In italienischen Medienberichten werden ihre Schilderungen der Haftbedingungen wiederholt: In der durchgehend beleuchteten Zelle müsse Sala auf dem Boden schlafen, ohne Matratze. Die Brille der Journalistin soll beschlagnahmt worden sein.

Die italienische Journalistin Cecilia Sala.

Italien arbeitet an Freilassung von Journalistin – Vorwürfe prallen an Iran-Botschaft ab

Nun arbeiten die Behörden in Italien daran, die Journalistin aus dem Gefängnis, das oft für politische Gefangene genutzt wird, zu befreien. „Bis zu ihrer Freilassung werden Cecilia und ihre Eltern nicht allein gelassen“, schrieb der italienische Außenminister Antonio Tajani auf der Onlineplattform X. Der Staatssekretär des Außenministeriums, Riccardo Guariglia, forderte bei dem Treffen am Donnerstag (2. Januar), zusätzlich zur sofortigen Freilassung, auch eine umfassende konsularische Unterstützung und die Besuchsmöglichkeit für die italienische Botschaft im Iran.

Laut der iranischen Botschaft, wie sie von der iranischen Nachrichtenagentur IRNA zitiert wurde, habe es sich um ein „freundliches Treffen“ gehalten. Die Vorwürfe einer unmenschlichen Haft prallten an dem Botschafter Mohammed Reza Sabouri ab. Er habe bei dem Treffen betont, dass Sala alles habe, was sie brauche – inklusive der Möglichkeit für Telefongespräche.

Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels

Machthaber Baschar al-Assad ist gestürzt. In ganz Syrien versammeln sich Menschen, um den Sturz der syrischen Regierung zu feiern.
Machthaber Baschar al-Assad ist gestürzt und hat das Land verlassen. Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Im ganzen Land versammeln sich Menschen wie hier in der Hauptstadt Damaskus auf den Straßen. Sie feiern den Sturz der syrischen Regierung und das Ende der über 50 Jahre andauernden Herrschaft der Assad-Dynastie.  © dpa/DIA Photo/AP | Ugur Yildirim
Ein zerbrochenes Porträt des syrischen Ex-Präsidenten Hafez Assad liegt auf dem Boden. Menschen durchwühlten die Privatwohnung des geflohenen Machthabers Baschar al-Assad.
Ein zerbrochenes Porträt des syrischen Ex-Präsidenten Hafez Assad liegt auf dem Boden. Der im Jahr 2000 verstorbene Hafez Assad war der Vater Baschar al-Assads und herrschte von 1970 bis zu seinem Tod über das Land. Bürgerinnen und Bürger strömten auch in den Präsidentenpalast und in eine Privatwohnung des geflohenen Machthabers. © dpa/AP | Hussein Malla
Menschen gehen durch die Hallen des Präsidentenpalastes des syrischen Präsidenten, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Der Präsidentenpalast wird nach dem Sturz Baschar al-Assads in Syrien zu einem Publikumsmagenten. Hunderte Menschen strömten in den Protzbau des Ex-Präsidenten und wandelten durch die Hallen. © Hussein Malla / dpa
Eine Gruppe von Menschen macht ein Familienfoto, während sie auf einer Couch in einem Saal des Präsidentenpalastes, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Eine Gruppe von Menschen macht ein Familienfoto, während sie auf einer Couch in einem Saal des Präsidentenpalastes, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad. © dpa/AP | Hussein Malla
Syrische Oppositionskämpfer stehen vor dem beschädigten Eingang der iranischen Botschaft, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Syrische Oppositionskämpfer stehen vor dem beschädigten Eingang der iranischen Botschaft, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad. © dpa/AP | Hussein Malla
Syrische Oppositionskämpfer entfernen eine syrische Regierungsflagge von einem offiziellen Gebäude in Salamiyah, östlich von Hama.
Syrische Oppositionskämpfer entfernen eine syrische Regierungsflagge von einem offiziellen Gebäude in Salamiyah, östlich von Hama. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Überall auf den Straßen feiern Menschen den Sturz Assads.
Überall auf den Straßen feiern Menschen den Sturz Assads. © dpa/AP | Emrah Gurel
Ein Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt eine riesige Menschenansammlung in Aleppo.
Ein von Maxar zur Verfügung gestelltes Satellitenbild zeigt feiernde Menschen auf den Straßen Aleppos. © dpa/Maxar Technologies/AP | Uncredited
Rauchschwaden im Hintergrund, während Einwohner und Oppositionskämpfer auf einem zentralen Platz in Damaskus feiern.
Rauchschwaden im Hintergrund, während Einwohner und Oppositionskämpfer auf einem zentralen Platz in Damaskus feiern. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Menschen versammeln sich zur Feier des Sturzes der syrischen Regierung in einer Glaubensmoschee.
Menschen versammeln sich zur Feier des Sturzes der syrischen Regierung in einer Glaubensmoschee. © dpa/AP | Emrah Gurel
Rebellen-Anführer Abu Mohammed al-Dschulani spricht in der Umayyaden-Moschee nach der Machtübernahme in Syrien.
Rebellen-Anführer Abu Mohammed al-Dschulani spricht in der Umayyaden-Moschee nach der Machtübernahme in Syrien. © dpa/AP | Omar Albam
Ein Bild von Baschar al-Assad in der Stadt Hama ist durchlöchert von Kugeln.
496721846.jpg © Omar Albam / dpa
Überläufer stellen sich in einer Reihe auf, um ihre Daten bei den syrischen Aufständischen in Aleppo, Syrien, zu registrieren.
Überläufer stellen sich in einer Reihe auf, um ihre Daten bei den syrischen Aufständischen in Aleppo, Syrien, zu registrieren. © dpa/AP | Omar Albam
Nachdem syrische Rebellen Hama erob ert haben, fliehen Menschen aus der Stadt.
Nachdem syrische Rebellen Hama erobert haben, fliehen Menschen aus der Stadt. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Oppositionskämpfer fahren an Panzern der Regierungstruppen vorbei, die auf einer Autobahn zurückgelassen wurden, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Oppositionskämpfer fahren an Panzern der Regierungstruppen vorbei, die auf einer Autobahn zurückgelassen wurden, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad. © Hussein Malla / dpa
Eine zerstörte Straße nach einem Angriff der syrischen Armee in Aleppo.
Eine zerstörte Straße nach einem Angriff der syrischen Armee in Aleppo. © Anas Alkharboutli / dpa
Ein syrischer Oppositionskämpfer hält einen Raketenwerfer vor dem Büro der Provinzregierung, an dessen Fassade ein Bild des syrischen Präsidenten Baschar Assad von Kugeln durchlöchert ist.
Ein syrischer Oppositionskämpfer hält einen Raketenwerfer vor dem Büro der Provinzregierung, an dessen Fassade ein Bild des syrischen Präsidenten Baschar Assad von Kugeln durchlöchert ist. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Ein Kind erklimmt eine abgerissene Statue des ehemaligen Präsidenten Hafis al-Assad. In ganz Syrien wurden derartige Statuen gestürzt.
Ein Kind erklimmt eine abgerissene Statue des ehemaligen Präsidenten Hafis al-Assad. In ganz Syrien wurden derartige Statuen gestürzt. © dpa/IMAGESLIVE via ZUMA Press Wire | Juma Mohammad
Ein im Bürgerkrieg zerstörtes Fahrzeug der syrischen Armee.
Ein im Bürgerkrieg zerstörtes Fahrzeug der syrischen Armee. © IMAGO/Rami Alsayed
Ein syrischer Oppositionskämpfer zerreißt am internationalen Flughafen von Aleppo ein großes Bild, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen verstorbenen Vater Hafis al-Assad zeigt.
Ein syrischer Oppositionskämpfer zerreißt am internationalen Flughafen von Aleppo ein großes Bild, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen verstorbenen Vater Hafis al-Assad zeigt. © dpa/AP | Omar Albam
Eine zerbrochene Büste des alten syrischen Präsidenten Hafez Assad
Eine zerbrochene Büste des alten syrischen Präsidenten Hafez Assad, Vater des jetzigen Präsidenten Baschar al-Assad, liegt auf einem von Oppositionskämpfern zerstörten Fliesenboden in Aleppo. © dpa/AP | Omar Albam
Syrische Oppositionskämpfer stehen auf einem beschlagnahmten Kampfjet auf einem Militärflughafen nahe der Stadt Hama.
Syrische Oppositionskämpfer stehen auf einem beschlagnahmten Kampfjet auf einem Militärflughafen nahe der Stadt Hama. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Syrer feiern die Ankunft der Rebellen in Damaskus auf einem Panzerfahrzeug.
Syrer feiern die Ankunft der Rebellen in Damaskus auf einem Panzerfahrzeug. © dpa/AP | Omar Sanadiki
Noch im Morgengrauen feierten Menschen die Ankunft der Rebellen in Damaskus. Immer wieder feuerten Syrer mit Gewehren in die Luft.
Noch im Morgengrauen feierten Menschen die Ankunft der Rebellen in Damaskus. Immer wieder feuerten Syrer mit Gewehren in die Luft. © dpa/AP | Omar Sanadiki
Auch in Deutschland feierten die Exil-Syrer die Flucht von Assad. Hier etwa in Mainz.
Auch in Deutschland feierten die Exil-Syrer die Flucht von Assad. Hier etwa in Mainz. © dpa | Andreas Arnold

Kalkül für Gefangenentausch? Drei Tage vor Haft mutmaßlicher Drohnenlieferant in Italien festgenommen

Sala arbeitet für die Tageszeitung Il Foglio, schreibt für die Huffington Post und die Verlagsgruppe Mondadori und hat einen eigenen Podcast. In ihrer Arbeit dokumentierte sie auch die Entwicklungen im Iran, wo immer wieder Protestbewegungen gegen das aktuelle Regime aufkommen. Als Grund für ihre Verhaftung wurde der „Verstoß gegen die Gesetze der Islamischen Republik“ genannt, eine weitere Begründung gab es nicht.

Drei Tage vor Salas Festnahme hatte Italien einen iranisch-schweizerischen Doppelbürger, Mohammed Abedini, festgenommen, der Mitglied der Revolutionsgarde sein soll. Er soll laut der italienischen Nachrichtenseite Milano Corriere Drohnenteile für einen Angriff in Jordanien geliefert haben, bei dem 2023 drei amerikanische Soldaten starben. Das US-Justizministerium forderte seine Auslieferung. Bisher ging Italien den Forderungen nicht nach.

Laut der IRNA war bei dem Botschaftertreffen auch Abedini Thema. Er sei „aufgrund unbegründeter Anschuldigungen“ im italienischen Gefängnis, schrieb die Nachrichtenagentur. Der iranische Botschafter habe auch für ihn gute Haftbedingungen und eine sofortige Freilassung gefordert, hieß es weiter. Auf Basis dieser Meldungen ist es denkbar, dass der Iran auf eine Art Gefangenenaustausch mit Italien abzielen könnte. (lismah)

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