Großbritannien darauf vor, mehrere Kohlekraftwerke wieder hochzufahren, da es seit mehreren Tagen eine anhaltende Kältewelle gibt.
London in England - Sie sollen helfen, die Stromversorgung zu sichern, wie der britische Netzbetreiber National Grid ESO am Montag mitteilte. Eigentlich will das Land bis 2024 komplett aus der Kohleverstromung aussteigen; als Folge des russischen Kriegs gegen die Ukraine hat die Regierung in London aber mit drei Konzernen vereinbart, ihre Kohlekraftwerke in Bereitschaft zu halten.
National Grid ESO wies am Montag den Energieversorger Drax an, zwei Reaktoren des Kohlekraftwerks in Yorkshire hochzufahren. Das solle der Öffentlichkeit „Vertrauen in die Energiesicherheit geben“, erklärte der Netzbetreiber. Das heiße nicht, dass die Reaktoren bereits am Montag Strom liefern - sie seien aber bereit, wenn es nötig sei, stellte das Unternehmen klar.
Auch die Kohlekraftwerke West Burton A des französischen Betreibers EDF und Ratcliffe von Uniper können demnach im Notfall Strom erzeugen. Alle drei Energieversorger zusammen können so 600.000 Haushalte mit Elektrizität versorgen.
National Grid ESO hatte Anfang Oktober seine Prognose für den Winter veröffentlicht und sich insgesamt optimistisch geäußert. Nur im Notfall ist demnach mit „punktuellen Stromausfällen“ zur Entlastung des Systems zu rechnen. Verbraucherinnen und Verbraucher wurden zur Sparsamkeit aufgerufen.
In Großbritannien wird rund die Hälfte des Stroms mit Gas erzeugt - das Land ist aber nicht so abhängig von russischen Lieferungen wie andere europäische Staaten. Der Brennstoff kommt zum Großteil aus Norwegen und auch aus eigener Förderung in der Nordsee. ilo/pe