Kommentar

Russland: Kampf gegen Journalismus

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Evan Gershkovich wird wegen „Spionage im Interesse der amerikanischen Regierung“ verdächtigt, teilte der russische Geheimdienst FSB mit.
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Der russische Machthaber Putin geht mit der Verhaftung des US-Korrespondenten Gershkovich nicht nur erneut gegen die Pressefreiheit vor, sondern zerstört weiter demokratische Errungenschaften in Russland. Der Kommentar.

Der russische Autokrat Wladimir Putin setzt mit dem Haftbefehl gegen den US-Journalisten Evan Gershkovich seinen jahrelangen Feldzug gegen freie Medien fort und erweitert ihn zugleich, indem er erstmals seit Ende des Kalten Krieges in Russland wieder einen Korrespondenten wegen Spionagevorwürfen festnehmen ließ.

Nach innen sendet er so das Signal, wachsam zu sein und frischt seine Erzählung von der Täter-Opfer-Umkehr auf, wonach der Westen Russland bedrohe und Moskau sich deshalb mit allem Nötigen verteidigen müsse - auch mit einem Krieg in der Ukraine. Zugleich erhöht er erneut den Druck gegen alle Journalistinnen und Journalisten aus dem Ausland, nur ja nichts Falsches zu schreiben. Putins Schritt kommt alles andere als überraschend. Vielmehr zerstört er weiter akribisch die einstigen demokratischen Errungenschaften in seinem Land, um immer mehr Macht und Kontrolle zu bekommen. Eher zufällig dürfte sein, dass er das fast zeitgleich tut mit dem Jahrestag der Befreiung von Butscha. Ukrainische Einheiten haben in dem Kiewer Vorort etwa 450 Menschen gefunden, die Opfer von Kriegsverbrechen wurden. Butscha steht für andere Ort mit ähnlichen Taten und ist zum Synonym für den verbrecherischen Angriffskrieg geworden.

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