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Nach einem Runden Tisch zu Long Covid stellt Karl Lauterbach seine neuen Pläne für deutsche Universitäten vor. Der Deutsche Hochschulverband zeigt sich offen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Menschen mit Long Covid das Leben erleichtern: Nach einem Runden Tisch am Dienstag, 12. September 2023, kündigt er unter anderem ein neues Medizinforschungsprojekt an, das er in wenigen Wochen vorstellen werde. „Dieses Gesetz wird erlauben, dass Universitäten sehr viel schneller eigene klinische Studien durchführen können“, sagt er. Momentan gebe es viele Hypothesen, was Corona im Körper bewirken könnte, und was gegen Langzeitfolgen helfe, aber keine Studien, die beweisen, ob es wirke.
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Medizinforschungsgesetz könnte „einen wichtigen Beitrag leisten“
Es gibt viel, was untersucht werden könnte, so Lauterbach. Dafür wolle man mit dem Medizinforschungsgesetz die Voraussetzungen schaffen. Auch das schon bestehende NUM-Netzwerk, ein Zusammenschluss von Universitäten für gemeinsame Forschung, sei ein Teil davon. Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Lambert T. Koch reagiert positiv auf Karl Lauterbachs Vorhaben. „Mit dem Netzwerk Universitätsmedizin sind im Zuge der Corona-Pandemie wichtige Strukturen für die Zusammenarbeit von klinisch Forschenden etabliert worden, die es weiter zu stärken gilt“, sagt Koch BuzzFeed News Deutschland.
Was die Zusammenarbeit von Forschenden anbelange, könne ein Medizinforschungsgesetz „einen wichtigen Beitrag leisten“. Er erwarte, von solch einem Gesetz, dass es das deutsche und europäische Datenschutzrecht berücksichtige, die „Verwertbarkeit von medizinisch relevanten Daten“ erhöhe und „dabei zugleich die Vernetzung unterschiedlicher medizinischer Akteure auch über Bundesländergrenzen hinweg“ vereinfache und erleichtere.
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Long Covid-Betroffene sollen auch ohne Zulassung Medikamente bekommen
Neben dem Medizinforschungsprojekt sprach Karl Lauterbach am 12. September auch davon, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun eine Liste mit Medikamenten erstellen soll, die für Long-Covid-Patienten auch außerhalb der Zulassung verordnet und von der Kasse bezahlt werden können. Außerdem kündigte er an, sich in den Verhandlungen zum Bundesetat 2024 noch für weitere 60 Millionen Euro zur Forschungsförderung einzusetzen.
„Die Therapie von Long-Covid-Erkrankten ist schwierig“, sagte der Minister. Auch Ursachen und Verläufe seien leider immer noch nicht ausreichend klar, obwohl es zuletzt wichtige neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Corona-Langzeitfolgen gegeben habe. Laut Ministerium ist davon auszugehen, dass zwischen sechs und 15 Prozent der Corona-Infizierten an Langzeitfolgen erkranken. Das sind weitaus mehr Menschen mit Long Covid, als Nebenwirkungen der Corona-Impfung erleiden.
(Mit Material der dpa)
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