Siko-Eröffnungsrede des Bundespräsidenten

„Keine Rücksicht auf etablierte Regeln“: Steinmeier kritisiert Trump-Regierung

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Steinmeier plädiert für Einheit und kritisiert Trumps Vision einer Welt ohne Regeln. Die Demokratie solle nicht zum Schauplatz für Machteliten werden.

München – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Eröffnungsrede zur Münchner Sicherheitskonferenz am Freitag deutliche Kritik an der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump geübt. Mit unmissverständlichen Worten äußerte er Besorgnis über das „andere Weltbild“, das diese vertrete.

Steinmeier richtet Vorwürfe gegen Trump-Regierung

„Die neue amerikanische Administration hat ein sehr anderes Weltbild als wir. Eines, das keine Rücksicht nimmt auf etablierte Regeln, auf gewachsene Partnerschaft und Vertrauen“, so Steinmeier. Diese Haltung, die eine Abkehr von etablierten internationalen Normen signalisiere, sei nicht im Interesse der Staatengemeinschaft.

Er erinnerte die Zuhörer daran, dass eine solche Sichtweise die entscheidenden zivilisatorischen Errungenschaften gefährden könnte, die in der Charta der Vereinten Nationen festgeschrieben sind. Es sei „nicht im Interesse der Staatengemeinschaft, dass dieses Weltbild das dominierende Paradigma wird. Regellosigkeit darf nicht zum Leitbild für eine Neuordnung der Welt werden“, warnte Steinmeier. Es mache „einen Unterschied, wenn die führende Demokratie und Weltmacht sagt: Es geht auch ohne Regeln“.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz prangert Bundespräsident Steinmeier (links)I die Konzentration von Macht in den USA unter Trump an und ruft zur Bewahrung liberaler Werte auf. Kritik an Europa äußert im Gegenzug US-Vizepräsident JD Vance.

Münchener Sicherheitskonferenz: Steinmeier kritisiert Machtkonzentration in den USA

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz, die als eine der wichtigsten Veranstaltungen zur Sicherheitspolitik gilt, monierte Steinmeier auch die zunehmende Machtkonzentration in den USA. Er äußerte Bedenken über eine „historisch beispiellose Konzentration von technologischer, finanzieller und politischer Macht“, die sich derzeit herausbildet.

Dies führe dazu, dass eine kleine unternehmerische Elite die Spielregeln liberaler Demokratien neu bestimmen könne, was erheblichen Einfluss auf die politische Landschaft haben könnte. Steinmeier erklärte, dass es für Demokraten großen Anlass zur Sorge gebe, wenn einige diese Macht aus ihrer Verachtung für demokratische Normen und Institutionen heraus ausspielen. Ähnliche Töne und mahnende Einschätzungen ließ zuletzt auch der frühere US-Präsident Obama verlauten.

Frank-Walter Steinmeier verspricht Partnern Verlässlichkeit

Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl in Deutschland versprach Steinmeier den internationalen Partnern Verlässlichkeit und Stabilität: „Auf Deutschland ist Verlass. You can count on us“, sagte er. Die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik werde weiterhin europäisch, transatlantisch und multilateral bleiben.

Steinmeier hob hervor, dass auch in der Zeiten politischer Übergänge Deutschland seine Interessen verfolgen und nach gemeinsamen Lösungen suchen werde. Er unterstrich ferner, dass europäische Politik oft nicht aus vorgegebenen Konsensen, sondern durch das ständige Suchen und Erweitern von Schnittmengen entsteht. „Seien Sie sicher: Deutschlands Herz schlägt auch in Zukunft für Europa“, erklärte er.

Polit-Promi-Alarm in München: Bilder der Siko-Gäste am Flughafen von damals und heute

Regierungsflieger aus Bulgarien und den USA am Flughafen München
Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 landeten bereits Regierungsflieger aus Bulgarien und den USA auf dem Flughafen im Erdinger Moos. © IMAGO / CHROMORANGE
US-Air Force am Flughafen München
Die US Air Force landete gleich mit mehreren Maschinen am Flughafen München. © IMAGO / CHROMORANGE
Flugzeuge aus Polen und Serbien am Flughafen München
Auch aus Polen und Serbien kamen bereits Teilnehmer der 61. Sicherheitskonferenz am Flughafen München an. © IMAGO/Chromorange
J.D. Vance und Familie steigen aus Flugzeug
Der neue US-Vizepräsident J.D. Vance landete am Donnerstagnachmittag am Flughafen München mit seiner Familie, um an der Sicherheitskonferenz teilzunehmen. © TOBIAS SCHWARZ/AFP
Markus Söder, J.D. Vance und Familie
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) empfing Vance nach seiner Ankunft am Flughafen bei Münchner Nieselregen.  © TOBIAS SCHWARZ/AFP
Söder empfängt Kamala Harris zur Sicherheitskonferenz
Anlässlich der Sicherheitskonferenz 2024 begrüßte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die damalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris mit einem Lebkuchenherz.  © Peter Kneffel/dpa
Söder empfängt Kamala Harris zur Sicherheitskonferenz
Die ehemalige US-Vizepräsidentin nahm sich am Flughafen nach der Landung noch die Zeit für einen kleinen Plausch mit Markus Söder und anderen Mitgliedern des Empfangskomitees.  © Peter Kneffel/dpa
Kamala Harris und Söder vor der Abfahrt zur Sicherheitskonferenz
Nach ihrer Ankunft am Flughafen winkte Harris vor der Abfahrt zur Sicherheitskonferenz noch in die Kameras.  © Peter Kneffel/dpa
Boris Johnson
Da geht‘s lang: 2022 schlug auch Boris Johnson, seinerzeit Premierminister von Großbritannien, am Flughafen München auf. Damals in Zeiten der Corona-Pandemie noch mit Schutzmaske. © Matt Dunham/dpa
Bundesaußenminister Heiko Maas SPD erreicht den Flughafen von München im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz
Der heutige Präsident des Verbands der Saarhütten, Heiko Maas, landete 2019 als deutscher Außenminister am Flughafen München und nahm an der 55. Sicherheitskonferenz teil. © Florian Gaertner/photothek.net/Imago
Münchner Sicherheitskonferenz - Ankunft James Mattis
Im Jahr 2017 reiste der damalige US-Verteidigungsminister James Mattis (l) zur Sicherheitskonferenz nach München. © Sven Hoppe/dpa
Mike Pence am Flughafen München
Im selben Jahr nahm auch Donald Trumps damaliger Vizepräsident Mike Pence für die USA an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. © Tobias Hase/dpa
John Kerry am Flughafen München
2015 landete John Kerry – seiner Zeit US-Außenminister unter Ex-Präsident Barack Obama – für die Sicherheitskonferenz am Flughafen München. © Sven Hoppe/dpa
Frank-Walter Steinmeier SPD Bundesaußenminister und Vizekanzler auf dem Weg zur Sicherheitskonferenz
Frank-Walter Steinmeier (SPD) landete 2009 in München, um an der Sicherheitskonferenz als deutscher Außenminister teilzunehmen. 2025 hält er als Bundespräsident die Eröffnungsrede. © Thomas Trutschel/photothek.net(Imago
Wladimir Putin
Russlands Präsident Putin schlug 2007 am Flughafen im Erdinger Moos für die Sicherheitskonferenz auf.  © IMAGO / UPI Photo
Iwanow in München
2003 schickte der Kreml den damaligen Verteidigungsminister Sergej Iwanow (M) für die Sicherheitskonferenz nach München. Nach seiner Landung stellte er sich den Fragen der anwesenden Journalisten.  © Peter Kneffel/dpa

US-Vizepräsident JD Vance kritisiert Europa

Nach Steinmeiers kritischen Anmerkungen äußerte im Gegenzug der US-Vizepräsident JD Vance während der Sicherheitskonferenz besorgte Vorwürfe gegen Europa. Vance bemerkte, dass es in Europa Anzeichen für eine Einschränkung der Meinungsfreiheit gebe und kritisierte, dass abweichende Meinungen oft als Desinformation betrachtet und verfolgt würden.

Er forderte die europäischen Länder auf, grundlegende demokratische Werte nicht aus den Augen zu verlieren und betonte, dass es in der Verantwortung der Europäer liege, die Stimme des Volkes ernst zu nehmen. Vance warnte zudem vor den Gefahren einer Massenmigration, die er als die drängendste Herausforderung für Europa und die Vereinigten Staaten bezeichnete. (dpa/cnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bergmann, Guido/BPA/dts Nachrichtenagentur

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