Merz-Regierung für Teil-Exportstopp

Keine Waffen mehr für Israels Krieg: Welche Rüstungsgüter die Bundesregierung liefert

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Wochenlang tadelte Deutschland Israels Vorgehen in Gaza. Nun folgt die konkrete Maßnahme: Es werden keine Waffen mehr für den Krieg in Gaza geliefert.

Berlin – Keine Waffen mehr für Israel aus Deutschland: Die Bundesregierung stoppt vorerst die Lieferung deutscher Waffen an Israel im Gaza-Konflikt. Nach dem Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts zur Einnahme von Gaza erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass unter den aktuellen Umständen bis auf Weiteres keine Ausfuhren von Rüstungsgütern genehmigt werden können, die im Gazastreifen zum Einsatz kommen können. Wochenlang hatte die Bundesregierung zuvor Israels Vorgehen kritisiert.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Doch Israel will noch härter vorgehen.

Panzerabwehrwaffen und Munition aus Deutschland für Israel

Deutschland hatte zuvor unter anderem Panzerabwehrwaffen und 500.000 Schuss Munition geliefert. Der Spiegel berichtete über die jüngsten Lieferungen, jedoch seien die genauen Details schwer nachvollziehbar. Nach dem Terroranschlag der Hamas im Oktober 2023 wurden 3000 tragbare Panzerabwehrwaffen sowie Munition für Maschinengewehre und andere Schusswaffen geliefert.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Merz betonte, dass Israel das Recht habe, sich gegen den Terror der Hamas zu verteidigen. Die Freilassung der Geiseln und zielgerichtete Verhandlungen über einen Waffenstillstand seien für Deutschland von höchster Bedeutung. Die Hamas müsse entwaffnet werden und dürfe in der Zukunft von Gaza keine Rolle spielen. Das „noch härtere militärische Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen lässt aus Sicht der Bundesregierung immer weniger erkennen, wie diese Ziele erreicht werden sollen“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Kanzlers.

Fast eine halbe Miliarde Euro Rüstungsexporte an Israel von Oktober 2023 bis Mai 2025

In der Ampel-Koalition kamen Zweifel auf, als Israel Ende 2023 um Panzermunition bat. 2024 wurden nur noch Ersatzteile für Helikopter und Panzer geliefert, während Anfragen nach Kriegswaffen oder Munition abgelehnt wurden. Im Jahr 2024 beliefen sich die Exporte auf 160 Millionen Euro, bis Mitte März 2025 auf 22,5 Millionen Euro. Der Trend war rückläufig, und der Spiegel bezeichnete selbst 160 Millionen Euro als „eher kleine Summe“, da Waffen bekanntlich sehr teuer sind.

Seit dem Terrorangriff der Hamas vor fast zwei Jahren genehmigte die Bundesregierung Rüstungsexporte im Wert von fast einer halben Milliarde Euro an Israel. Vom 7. Oktober 2023 bis zum 13. Mai 2025 wurden Lieferungen im Wert von 485,1 Millionen Euro erlaubt. Das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte diese Zahlen kürzlich in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion. Genaue Details blieben jedoch aus, da „Aufgrund der Güter- und Dimensionsvielfalt“ eine Angabe von Stückzahlen für sonstige Rüstungsgüter nicht möglich sei.

2022 lieferte Deutschland unter anderem Kriegsschiffe nach Israel

Im Jahr 2022 gab es detailliertere Aufschlüsselungen der gelieferten Waffenarten. Die Regierung nannte Posten wie Munition, Bomben, Torpedos, Flugkörper, Feuerleitanlagen, militärische Fahrzeuge, ABC-Schutzausrüstung, Reizstoffe, Explosivstoffe, Kriegsschiffe, militärische Elektronik, Ausbildungs- und Simulationsausrüstung, Halbzeug zur Herstellung von Rüstungsgütern, Ausrüstungen, Herstellungsausrüstung zur Produktion von Rüstungsgütern, HF-Waffensysteme, militärische Software und Technologie. (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Gil Cohen Magen

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