Sie gilt als unberechenbar

Nachfolger von Kim Jong-un gesucht: Schwester Yo-jong bringt sich in Nordkorea in Stellung

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Die Amtszeit von Kim Jong-un in Nordkorea wird früher oder später enden. Innerhalb der Familie bringt sich bereits seine Schwester in Stellung.

Pjönjang – Immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Nordkoreas Herrscher und Diktator Kim Jong-un seine Nachfolge vorbereiten und krank sein könnte. Ausgerechnet Kims Schwester Yo-jong könnte seinen Platz einnehmen, heißt es. Sie leitet aktuell die Abteilung für Propaganda in Pjönjang und gilt als die mächtigste Frau des Landes. Kim Yo-jong ist schnell aufgestiegen. Bereits jetzt begleitet sie ihren Bruder auf wichtige Events - beispielsweise bei Treffen mit dem Ex-US-Präsidenten Donald Trump.

Kim Yo-jong stammt direkt von Kim II-sung, den Gründer Nordkoreas, ab. Ihr genaues Geburtsdatum ist unbekannt, aber südkoreanische Regierungsdatenbanken listen sie als 1988 in Pjöngjang geboren auf. Unklar ist auch, wie ihre Ausbildung im Detail verlaufen ist. Teilweise heißt es, sie habe Kurse an der Kim-II-sung-Militärakademie in Pjönjang belegt und Informatik studiert.

Kims Schwester Jo-jong gibt in Sachen Propaganda die Marschrichtung vor.

Nordkorea: Kim Yo-jong könnt als Backup für Bruder Kim Jong-un einspringen

Dennoch würde es Sinn ergeben, dass sie eines Tages als Backup für ihren Bruder einspringen wird, falls dieser sterben oder schwer erkranken sollte. Immer wieder hat sie sich in Pjnöjang dafür eingesetzt und daran beteiligt, die nukleare Aufrüstung des Landes voranzutreiben. Auch an Nuklearverhandlungen mit den USA und Südkorea hat sie teilgenommen. Mittlerweile sitzt sie zudem in der Staatskommission - dem höchsten Entscheidungsgremium des Nordens.

In jüngerer Zeit fiel Kim Yo Jong immer wieder dadurch auf, dass sie sich außenpolitisch äußerte. Meistens waren es Drohungen gegen die USA oder Südkorea, die sie aussprach. Im November 2022 warnte sie die USA vor einer „tödlichen Sicherheitskrise“, falls es weiterhin die Raketentests verurteile. Die USA seien ein „bellender Hund, den die Angst gepackt hat“. Gerne droht sie anderen Ländern mit Atomschlägen.

Kim Yo-jong macht gerne Propaganda

Ihre Erklärungen werden regelmäßig von staatlichen Propaganda-Medien verbreitet. Sie wurde international bekannt, als sie 2018 als Emissärin ihres Bruders nach Südkorea reiste, um zu diskutieren, wie Nordkorea an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen könnte. (mse)

Rubriklistenbild: © South Korea OUT / REPUBLIC OF KOREA OUT

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