„Es wäre unverantwortlich“

6 gute Gründe, warum Frauen keine Kinder haben wollen

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Wieso entscheiden Leute sich gegen Kinder?
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In Deutschland ist jede fünfte Frau am Ende ihres gebärfähigen Alters kinderlos. Was sind dafür die Ursachen? Wir haben die BuzzFeed Community gefragt.

Jede fünfte Frau zwischen 45 und 49 Jahren in Deutschland hat im vergangenen Jahr keine leiblichen Kinder gehabt. Damit liegt die sogenannte Kinderlosenquote zum Ende des gebärfähigen Alters seit zehn Jahren nahezu unverändert bei 20 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Vor 15 Jahren war die Quote noch etwas niedriger und betrug 17 Prozent.

Wieso entscheiden sich Menschen gegen Kinder? Wir haben die BuzzFeed Deutschland Community gefragt:

1. Freiheit und Unabhängigkeit behalten

In Hamburg und Berlin liegt die Kinderlosenquote bei 29 und 25 Prozent, in Thüringen bei 13 Prozent. „Großstädte bieten viel mehr Möglichkeiten, was Freizeit und Karriere […] betrifft“, sagt Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB).

Das Thema Freizeit sprechen auch viele in der BuzzFeed-Community an. Sie wollen ihr Leben nicht auf ein Kind ausrichten und genießen lieber die Unabhängigkeit, die sie ohne Kinder haben. „Wir (mein Partner und ich) genießen es, dass wir spontan verreisen und feiern gehen können“, schreibt eine Userin. „Ich habe keinen Bock, etwas abzusagen oder zu verschieben, weil ich keine:n Babysitter:in finde“, so eine andere Frau.

2. Schwangerschaft und Geburt bergen viele Risiken

„Keiner erwähnt, dass Frauen auch körperlich und psychisch unter Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit leiden (können)“, schreibt eine Frau aus der BuzzFeed-Community. Mit fortschreitender Aufklärung wird Frauen mehr bewusst, wie viele Risiken eine Schwangerschaft und eine Geburt mit sich bringen, wie sie den Körper verändern und welche weitreichenden Folgen beides haben kann. Einige wollen sich die damit einhergehenden Strapazen schlicht nicht antun. „Ich will niemals eine Schwangerschaft und eine Geburt durchmachen müssen“, so ein Mitglied unserer Community.

Mehr zum Thema: Hier beschreiben 21 Mütter, wie sich eine Geburt wirklich anfühlt.

Eine Geburt ist anstrengend.

3. Kinder sind teuer

Kinder kosten eine ganze Menge. Laut Statistischem Bundesamt geben Paare mit einem Kind im Durchschnitt 763 Euro pro Monat aus, bei zwei oder drei Kindern sind es über 1000 Euro. Außerdem steigen die Kosten, je älter das Kind ist: Zwischen zwölf und 18 Jahren sind es bei Paaren mit einem Kind durchschnittlich 953 Euro. Auch in der BuzzFeed-Community spielen die Kosten eine Rolle: „Ich verdiene gutes Geld, kann mir Wünsche erfüllen und werde als Rentnerin nicht an der Armutsgrenze leben und um meine finanzielle Existenz fürchten müssen“, schreibt eine Userin.

4. Unsichere Zukunftsaussichten

Krieg, Inflation, Pandemie, die letzten Jahre waren und sind von zahlreichen Krisen geprägt. „Auch die Verunsicherung der Bevölkerung durch zahlreiche Krisen könnte sich negativ auf die Familienplanung ausgewirkt haben“, vermutet das Team für demografische Analysen des Statistischen Bundesamts. Das sagt auch unsere Community: „In dieser gefährlichen Zeit mit Krieg, Aufrüstung, Klimawandel und Wassermangel kann und sollte man keine Kinder in die Welt setzen. Das wäre purer Egoismus.“

Mehr zum Thema: 7 schlimme psychische Folgen für junge Menschen durch vier große Krisen.

Krisenzeiten sind für viele Menschen nicht der richtige Zeitpunkt für Kinder. (Symbolbild)

5. Keine Krankheiten vererben

„Es wäre unverantwortlich, einem Kind meine Krankheiten zu vererben und ihm oder ihr zuzumuten, ein Leben lang auf Medikamente angewiesen zu sein“, schreibt eine Userin. So geht es mehreren Leuten aus der BuzzFeed-Community. Auch Leute mit psychischen Problemen entscheiden sich bewusst gegen Kinder. Auf der einen Seite, um sich selbst und ihre eigene Gesundheit zu schützen; auf der anderen Seite, um psychische Krankheiten oder ein Risiko dafür, nicht weiterzuvererben. „Ich will keine Kinder, weil ich an einer schweren Depression leide und ich erst Verantwortung für mich übernehmen muss, bevor ich Verantwortung für ein anderes Leben übernehmen kann“, so eine Frau aus unserer Community.

6. (Noch) nicht den oder die passende Partner:in gefunden

„Single und keine Aussicht auf Änderung“, schreibt eine Userin. In Zeiten von Tinder, Bumble und Co. ist Dating komplizierter denn je. Von einer richtigen Beziehung wollen wir gar nicht erst anfangen. Auch Martin Bujard vom BiB vermutet, dass, vor allem durch den wechselnden Partner:innenmarkt in Großstädten, „sich viele nicht festlegen wollen.“

Single sein bedeutet nicht unglücklich sein. Hier erklären Leute, wieso sie single und happy sind.

Viele bleiben heute lieber single. (Symbolbild)

Einige Antworten wurden zur besseren Verständlichkeit bearbeitet und/oder gekürzt.

Mit Material der dpa.

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