Deutscher Kinderschutzbund warnt

Kinderarmut in Deutschland steigt wegen Inflation und Ukraine-Krieg

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Angesichts der Inflation und des Ukraine-Kriegs nimmt die Kinderarmut in Deutschland drastisch zu.
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Angesichts der Inflation und des Ukraine-Kriegs nimmt die Kinderarmut in Deutschland drastisch zu. Einige sehen die Politik in der Verantwortung.

Berlin – Viele Menschen leiden derzeit unter den hohen Lebenskosten. Aus Sicht der Linken hat die Politik versagt und Teile der Bevölkerung im Stich gelassen. „Für Millionen wird es das sozial kälteste Weihnachtsfest seit Jahrzehnten“, sagte Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch der Augsburger Allgemeinen. Kinder sind in besonderer Weise davon betroffen. Der Deutsche Kinderschutzbund hat vor einer wachsenden Kinderarmut gewarnt. 2023 könnte sich die Lage verschlimmern.

Wegen Inflation und Ukraine-Krieg: Kinderschutzbund warnt vor wachsender Kinderarmut in Deutschland

Die Inflation und Wirtschaftskrise stellen besonders Familien mit wenig Geld vor einer Herausforderung. „Die Inflation trifft die Familien, die nur wenig Geld zur Verfügung haben, besonders hart“, sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, in der Stuttgarter Zeitung. Er warnt, dass die Kinderarmut im kommenden Jahr deutlich zunehmen werde. Seit Jahren habe sich die Situation der Kinderarmut verschärft und angesichts des Ukraine-Krieges verschlimmert.

Der Kinderschutzbund weist seit Jahren auf die steigende Kinderarmut in Deutschland hin. Laut hartziv.org ist jedes fünfte Kind armutsbetroffen. Es sei schon heute absehbar, dass die Regelsätze des Bürgergelds für betroffene Familien nicht ausreichen werden. Die Ampel habe die Regelsätze zu spät angepasst, so Hilgers. Der Kinderschutzbund Präsident fordert mehr Unterstützung und Sofortzuschläge für Kinder im nächsten Jahr. Die Ampel-Koalition müsse Pläne für eine Kindergrundsicherung zügig umsetzen.

Kinderarmut in Deutschland: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisiert Regierung

Auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch sieht die Regierung in der Verantwortung für die steigende Kinderarmut. „Die Kinderarmut steigt, Rentner müssen sich bei den Tafeln anstellen – in diesem reichen Deutschland“, zitierte focus.de Bartsch. Viele Menschen würden wenig von den Entlastungen profitieren.

Wohlfahrtsverbände wollen Familien in Not auch in Weihnachtszeiten zur Seite stehen. Viele Familien würden laut Sonja Schmidt vom Diakonischen Werk Württemberg die Hilfe an den Beratungsstellen in Anspruch nehmen. Die Diakonie habe ebenfalls einen Notfall-Fonds eingerichtet, um Familien zu entlasten, sagte sie dem SWR. Die Situation hatte sich in den vergangenen Jahren besonders verschärft, als Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Jugendclubs coronabedingt schließen mussten und die Familien lange alleine auf sich gestellt waren. Seitdem ist der Druck auf bedürftige Familien dramatisch gestiegen.

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