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Olaf Scholz und Friedrich Merz stellen sich in „Kannste (nochmal) Kanzler?“ den Fragen von 18 Kindern. Vor der Bundestagswahl hat die Sendung eine gewisse Brisanz.
Update, 22.23 Uhr: Nach einer weiteren Schnell-Fragerunde bekommt auch Merz ein Geschenk von den Kindern überreicht. Der Union-Kanzlerkandidat erhält eine Kochschürze und einen Kochlöffel. Dann fragt er, ob er die Abstimmung gewonnen hätte, ob er denn Kanzler könne. Teilweise wird Zustimmung erwidert. Auf die Frage, ob er die Klasse denn ins Kanzleramt einladen würde, stellt der CDU-Chef eine Bedingung: „Ihr bringt eure Instrumente mit und spielt Musik“ – und die, die kein Instrument spielen, „müssen singen“, scherzt Merz. Dann geht es – wie auch schon mit Scholz – an den Tischkicker.
Merz sagt kurz darauf, dass er „überrascht“ von den Fragen war und erklärt, dass ihm das Kinder-Interview Spaß gemacht habe. Die Kinder empfanden den Unions-Kanzlerkandidaten als freundlich – zumindest „meistens“, da ab und zu auch seine „grantige Art“ durchkam. „Beide fand ich wirklich nett“, schließt ein Kind das Format ab.
Update, 22.17 Uhr: „Ich will mit diesen Leuten nichts zu tun haben“, stellt Merz klar, als es um die AfD geht. Er wolle nicht mit der AfD zusammenarbeiten, unter keinen Umständen. „Und das bleibt auch so.“
Update, 22.08 Uhr: Ein Schuljunge mit syrischem Migrationshintergrund spricht Merz auf seine früheren „Pascha“-Aussagen an und erklärt, er fühle sich, als ob der CDU-Chef ihn mit Problemkindern „in einen Topf wirft“. Der Kanzlerkandidat verteidigt sich und erklärt, er habe lediglich eine Geschichte von zwei Lehrerinnen rezitiert. „Das klang nicht so“, sagt der Junge – doch Merz besteht auf seine Erzählung.
Auch distanzierte er sich von der AfD. „Wir sprechen über die, die sich nicht integrieren wollen, die die Sprache nicht sprechen, die hier anti-israelische Fahnen schwenken“. Merz verweist auf Problemschulen in Berlin, in denen die Situation leider anders sei. Kinder wie der Fragesteller sollten sich aber „ganz sicher nicht“ angesprochen fühlen.
Update, 22.00 Uhr: Wie sieht es aus mit der Wehrpflicht, fragt ein Junge, der laut eigener Aussage mit 18 nicht zur Waffe greifen wolle. Merz betont, die Union wolle einen entsprechenden sozialen Dienst „Schritt für Schritt“ einführen. Es müsse nicht unbedingt der Wehrdienst sein, sagt Merz zu einem Schulmädchen.
„Ich hab jetzt eigentlich keine Lust, im Krieg zu sterben“, sagt ein Junge kurz darauf. Die Situation ist nun sehr ernst, Merz sagt, dass das keiner wolle. Man wolle lediglich den eigenen Frieden sichern und auch nicht in einen Krieg geraten. Dann geht es in eine lockere Fragerunde – die scheint dringend benötigt.
Update, 21.54 Uhr: Ein Kind erklärt, dass es Angst vor dem Krieg habe und kommt daher auf die Taurus-Lieferungen zu sprechen. Der Junge fragt, ob Merz denn die deutschen Raketen liefern würde. „Angst vor Putin zu haben, ist der schlechteste Ratgeber. Wir müssen das Risiko abschätzen, aber das größte Risiko ist ihm zu zeigen: mach ruhig weiter“, sagt Merz. „Im übrigen“, so Merz, greife Russland Deutschland bereits in Form hybrider Kriegsführung an.
Der Unions-Kanzlerkandidat erklärt, er wisse, „dass das ein schwieriges Thema ist“. Aber es sei nötig, „unsere Freiheit zu verteidigen“. Um den eigenen Frieden zu sichern, müsse man Stärke zeigen.
Update, 21.49 Uhr: Friedrich Merz verteidigt seine Pläne für Steuerentlastungen für Besserverdiener. Er zieht einen Vergleich zum Taschengeld. „Stell dir vor, von deinen zehn Euro, nimmt der Staat dir vier“, so der CDU-Chef. So sei das auch bei den Reichen. Dass er Bürgergeldempfänger etwas wegnehmen wolle, verneint er ebenso. Er wolle nur, dass Menschen, die arbeiten können, dies auch tun. Wirklich Bedürftige wolle er nicht die Finanzierung nehmen.
Update, 21.38 Uhr: Merz will die Schulden in Deutschland begrenzen. „Wir müssen auch mal mit dem Geld auskommen, dass wir haben“, erklärt der Unions-Kanzlerkandidat. Das sei jedoch kein „Dogma“.
Update, 21.35 Uhr: Wie auch Scholz soll Merz den Begriff „Schuldenbremse“ erklären. Seelenruhig setzt Merz mit dem Stift an der Tafel an, „malt Zahlen auf“ und rundherum eine Bremsscheibe. „Grundgesetz“ schreibt er ebenfalls auf. Verstanden haben das jedoch weniger Kinder als noch bei Scholz. Vier Kinder haben Merz‘ Erklärung nicht verstanden, doch „damit bin ich ganz zufrieden“, so der Kanzlerkandidat.
Update, 21.26 Uhr: Ein Schulmädchen fragt Merz, wieso er glaubt, Kanzler werden zu können, obwohl er doch nie einen Ministerposten innen hatte. Der CDU-Chef entgegnet, dass er viele politische Posten begleitet hatte, wie etwa den Fraktionsvorsitz der Union im Bundestag. Auch habe er Erfahrungen in der Wirtschaft gesammelt. Das sei „ein bisschen ein Vorteil“.
Merz sagt, er habe „Ideen für unser Land“ und spricht daraufhin die Kinder direkt an: „Für eure Generation, wenn ihr mal groß seid, dann möchte ich, dass es euch genauso gut geht wie uns – vielleicht sogar besser“.
Update, 21.21 Uhr: Nun ist Friedrich Merz dran. Der Unions-Kanzlerkandidat wird ebenfalls in einem Kurzfilm vorgestellt. „Viele Haare hat er ja nicht mehr“, sagt ein Kind. 68 Jahre könnten „zu alt sein, um Bundeskanzler zu werden“.
„Kannste (nochmal) Kanzler“: Kinder schenken Olaf Scholz Brotdose
Update, 21.19 Uhr: Zum Abschluss bekommt der Bundeskanzler eine Brotdose geschenkt und spielt mit den Kindern eine Runde Tischfußball. Scholz zeigt sich erfreut über die „lebendigen“ Fragen der Kinder. Bei den Schülerinnen und Schülern kam der Besuch gut an. Doch: der Kanzler müsse schneller zum Punkt kommen, seine Antworten seien teils zu lang gewesen.
Update, 21.09 Uhr: Scholz hat zu dem Interview auch seine berühmte Augenklappe mitgebracht, die er nach einem Sportunfall getragen hatte. Die zieht der Bundeskanzler auch gleich an. „So piratenartig ein bisschen“, urteilt eines der Kinder.
Update, 21.04 Uhr: Scholz spricht über seine Gespräche mit Putin. Der russische Präsident wolle Dinge, „die man nicht akzeptieren kann“. Der Kanzler erklärt den Kindern, wie Telefonate unter Staatsoberhäuptern anlaufen und in welcher Sprache sich die beiden unterhalten.
Update, 21.00 Uhr: Erster Seitenhieb gegen Friedrich Merz: Der Unions-Kanzlerkandidat behaupte „mal so, mal so“, ob er der Ukraine die begehrten Taurus-Raketen liefern würde. Ein Kind fragt, ob Russland denn überhaupt bemerken würde, dass die Raketen aus Deutschland stammen. „Explodiert ist doch explodiert“. Der SPD-Politiker erklärt: Den Raketentypus könne man hinterher immer aufklären. Weiter macht Scholz auf die vielen deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine aufmerksam. Eine Waffe, mit einer solchen Reichweite wie die Taurus, will er aber nicht liefern. „Denn dann weiß man nicht, was passiert“ – er wolle nicht, „dass der Krieg auch nach Deutschland kommt“.
Update, 20.54 Uhr: Es geht jetzt um das Thema Migration. Scholz hebt ausländische Kraft als einstigen Motor der deutschen Wirtschaft hervor. „Wir brauchen auch weiterhin Frauen und Männer, die zu uns kommen und mit anpacken“, sagt der Kanzler. Er verwies auf den Anschlag in Magdeburg und weist auf eine Erklärung eines Magdeburger Krankenhauses hin, die auf die vielen Pflegekräfte mit Migrationshintergrund aufmerksam gemacht hatte.
Update, 20.51 Uhr: Kurze Spielpause: Kanzler Scholz muss nur mithilfe seiner Mimik mehrere Fragen der Kinder beantworten, anschließend muss er ein saures Kaubonbon probieren – welches er kurze Zeit später wieder ausspuckt.
Scholz isst gerne Döner – und muss die hohen Preise erklären
Update, 20.49 Uhr: Nun zu einer „großen Frage“, wie Olaf Scholz selbst sagt. Ein Schulmädchen fragt den Kanzler, ob er denn gerne Döner esse, der bejaht die Frage. Die Folgefrage: Warum sind die Preise dann so gestiegen? Scholz erklärt die Energiekosten und steigende Löhne beziehungsweise einen steigenden Lohnbedarf in der Branche.
Update, 20.47 Uhr: Nun geht es um die deutsche Wirtschaft. Scholz rechtfertigt die schwierige Lage unter anderem mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Auch steige man zunehmend auf erneuerbare Energien um – ein Weg, den man weiter verfolgen müsse. Die wirtschaftliche Situation sei aber auch dem internationalen Markt geschuldet. Man müsse den deutschen Unternehmen nun helfen, „dass sie investieren können“. Dafür habe er in die „Made in Germany“-Initiative vorgeschlagen.
Update, 20.32 Uhr: Scholz soll den Kindern innerhalb von 60 Sekunden den Begriff „Schuldenbremse“ erklären. Die Kinder sollen im Anschluss mithilfe von roten oder grünen Symbolen zeigen, ob sie Erklärung des Kanzlers verstanden haben. Dazu darf er an der Tafel auch zeichnen. Das Ergebnis: Nur einem Kind ging die Erklärung offenbar zu schnell.
Update, 20.30 Uhr: Was ist der Unterschied zwischen Scholz und Merz? Der Kanzler macht auf die geplante Finanzpolitik des CDU-Chefs aufmerksam, Scholz wiederum wolle unter anderem für stabile Renten sorgen. Man müsse aufgrund nötiger Investitionen höhere Steuern von „den reichen 1 Prozent“ einfordern.
Update, 20.27 Uhr: Scholz sagt, es wäre wohl besser gewesen, die Ampel-Koalition „früher zu beenden“. Er betont auf eine Nachfrage, dass sich die frühere Bundesregierung auch häufig geeinigt – und nicht nur gestritten – habe.
„Kannste (nochmal) Kanzler“: Scholz beginnt Kinder-Fragerunde
Update, 20.22 Uhr: „Guten Tach“, spricht Scholz in seiner norddeutschen Manier zur Klasse. Ein Schuljunge namens Lasse moderiert einen Kurzfilm an, in dem die Kinder Fragen über Scholz beantworten sollen. Prompt wird der Kanzler auf junge 28 Jahre geschätzt.
Update, 20.15 Uhr: Die Kinder-Fragerunde an Kanzler Olaf Scholz und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz beginnt. In der Sat.1-Sendung „Kannste (nochmal) Kanzler?“ stellen sich die beiden den Fragen von 18 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen sieben und 14 Jahren.
Update, 19.31 Uhr: Vor der Ausstrahlung des Formats „Kannste (nochmal) Kanzler“, sieht sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Er soll den CDU-Politiker Joe Chialo als „Hofnarr“ bezeichnet haben. Dies sei geschehen, nachdem Chialo Scholz gefragt habe, ob er der CDU, in dessen Bundesvorstand er als schwarze Person sitzt, Rassismus unterstelle. Mit Blick auf die Hautfarbe des CDU-Politikers habe der Bundeskanzler diesen als „Feigenblatt“ bezeichnet und gesagt: „Jede Partei hat ihren Hofnarren“. Der Kanzler bestreitet die Rassismus-Vorwürfe vehement.
„Kannste (nochmal) Kanzler?“: Scholz und Merz stellen sich Kinderfragen
Erstmeldung: Berlin – Wahlkampf vor einer Bundestagswahl ist immer strapaziös: Wochenlang eilen die Kanzlerkandidaten von Termin zu Termin und stellen sich den Fragen der Wähler. In TV-Duellen liefern sie sich zudem heftige Debatten mit ihren Widersachern. Nun steht für Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) ein ganz besonderes Duell an. Die Kandidaten von Union und SPD stellen sich in dem Format „Kannste (nochmal) Kanzler?“ den Fragen von 18 Schulkindern. Und diese können es schon mal in sich haben: Dass ein solches Kreuzverhör auch mal zum Stolperstein wird, musste in der Vergangenheit bereits ein anderer Kandidat erfahren.
„Kannste (nochmal) Kanzler?“ live mit Scholz und Merz: Vor der Bundestagswahl stellen Kinder Fragen
„Kannste (nochmal) Kanzler?“ läuft am Mittwochabend, dem 12. Februar, um 20.15 Uhr bei Sat.1 und Joyn. Die Sendung wurde bereits im Vorfeld aufgezeichnet. Welche Fragen Scholz und Merz während der Sendung beantworten müssen, verrät im Vorfeld bereits zum Teil der Trailer. „Weil wir Kinder sind, dürfen wir alles fragen“, machte ein Junge in ebendiesen gleich zu Beginn klar. Dass es nicht nur um belanglose Kinderfragen geht, sondern beide Kandidaten in „Kannste (nochmal Kanzler)“ ordentlich in die Mangel genommen wird, sollte spätestens an dieser Stelle klar sein.
Zwar gibt es zwischendurch eher lockere Stimmung und gleichere Aufgaben, die Merz und Scholz bestehen müssen, allerdings fragen die Kinder die Kandidaten der Bundestagswahl auch zu Details bei Migrationsfragen aus. Die Sendung wurde Mitte Januar an einer Berliner Grundschule abgedreht – die Fragen sollen sich die Kinder selbst überlegt haben. Das bestätigte der Sender gegenüber dem Tagesspiegel. Im Vorfeld soll es aber eine Art Crashkurs über die anstehende Bundestagswahl gegeben haben.
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Scholz und Merz bei „Kannste (nochmal) Kanzler?“: Frage nach Döner-Preisen in Deutschland
Dennoch gibt es in der Fragerunde „Kannste (nochmal) Kanzler?“ für Scholz und Merz auch lockere Momente, wenn die 18 Schülerinnen und Schüler zwischen sieben und 14 Jahren zum Teil persönliche Fragen, wie „Findest du eigentlich etwas nett an Olaf Scholz?“ an den Unions-Kanzlerkandidaten stellen. Oder Olaf Scholz fragen: „In deiner Regierung gab es ja sehr viel Streit. In meiner Schule gibt es einen Streitschlichter. Warum haben Sie als Chef den Streit nicht lösen können?“
Im Vorfeld der Sendung waren bereits einige weitere Fragen bekannt. Merz musste bei „Kannste (nochmal Kanzler)“ etwa auch auf die Frage antworten, warum er der Auffassung ist, dass er besser als Olaf Scholz regieren könnte. Der SPD-Spitzenkandidat musste hingegen eine Antwort auf die Frage finden, wieso die Döner-Preise in Deutschland so teuer sind.
„Kannste (nochmal) Kanzler?“ live: Sendung vor Bundestagswahl kann für Brisanz sorgen
Wer schlussendlich als Gewinner aus dem Klassenzimmer-Kreuzverhör „Kannste (nochmal) Kanzler?“ hervorgeht, wird sich vielleicht am Abend schon deutlich zeigen. Kann Olaf Scholz die Fragen klarer und verständlicher beantworten? Oder wird Friedrich Merz die Kinder mit seinen Erklärungen mehr beeindrucken?
Vor knapp dreieinhalb Jahren wurde dem damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet zum Verhängnis. Kurz vor der letzten Bundestagswahl erlitt der Kanzlerkandidat der Union in der Sendung „Late Night Berlin“ mit Klaas Heufer-Umlauf auf ProSieben Schiffbruch. Für Laschet, den schon sein Auftritt nach der Ahrtal-Katastrophe Stimmen gekostet hatte, wirkte sich das Interview geradezu fatal aus. (red)


