VonFriederike Hilzschließen
Von wegen Fortschritt, im Kinderfernsehen geht es noch altmodisch zu. Wir zeigen, warum einige Charaktere dringend ein neues Design brauchen.
Bereits vor der Veröffentlichung des Films war der Hype um „Barbie“ riesig. Damit einher ging auch Kritik, vor allem an der Barbie-Puppe selbst. Zwar bemüht sich die Produktionsfirma Mattel mittlerweile um Diversität, doch Barbie hat bereits davor das Körperbild tausender Mädchen beeinflusst – und sie ist nur die Spitze des Eisbergs.
Die Medien um uns herum haben einen größeren Einfluss auf uns, als wir vielleicht manchmal denken. Besonders Kinder suchen sich im Fernsehen „Identifikationsfiguren und Rollenvorbilder“, wie die Medienwissenschaftlerin Claudia Wegener schreibt. Umso erschreckender sind die Ergebnisse zweier Studien aus dem Jahr 2017:
Es gibt deutlich weniger weibliche Figuren, sowohl im Kinderfernsehen, als auch im sogenannten Fernsehvollprogramm – im Durchschnitt ist nur eine von vier Figuren weiblich, das haben Medienwissenschaftlerinnen der Universität Rostock festgestellt. Andererseits werden vor allem jungen Mädchen völlig unrealistische Körperbilder vermittelt, während männliche Figuren größtenteils mit realistischen Körpern dargestellt werden. Das geht ebenfalls aus einer Studie der Universität Rostock hervor.
Wir haben einige der Figuren gesammelt, die dringend ein neues Design benötigen:
1. Biene Maja aus „Die Biene Maja“
Wenn du nicht schon Kinder hast, fragst du dich jetzt wahrscheinlich „Wieso denn Biene Maja?“ Die früher etwas pummelige Biene ist mittlerweile ziemlich dünn geworden. Das ist nur eine von zehn Neuauflagen von alten Zeichentrickserien, die mein Kinderherz in 1000 Stücke zerreißen. Vielleicht sollten die Produzent:innen diese Figur besser wieder genauso darstellen, wie früher.
2. Dora aus „Dora the Explorer“
Auch Dora ist in den letzten Jahren plötzlich sehr viel dünner geworden. Während sie im Jahr 2008 noch „einen Kinderkörper mit leichter Tendenz zum Übergewicht“ hatte, habe sie nun den Körper eines „schlanken Mädchens vor der Pubertät“, schreiben die Wissenschaftlerinnen der Universität Rostock.
3. Flora aus „Winx Club“
Ich habe „Winx Club“ früher GELIEBT und vermisse die Serie genauso sehr wie einige andere aus den 2000ern. Auch wenn ich mich gerne an die Serie zurückerinnere, das Körperideal, dass sie vermittelt, ist schädlich. Nehmen wir als Beispiel die Figur Flora. Sie ist extrem dünn, hat aber trotzdem eine Figur wie eine Sanduhr.
Genau wie bei Barbiepuppen ist so ein Aussehen schlicht und ergreifend anatomisch unmöglich. Trotzdem wird es als weibliches Körperideal dargestellt und stark sexualisiert, wie es bei den meisten weiblichen Figuren der Fall ist.
4. Emma aus „Stoked“
Emma soll in der Serie angeblich 16 Jahre alt sein. Ähnlich wie Flora ist auch sie extrem dünn und hat eine winzig-kleine Taille. Ihr Aussehen ist ebenfalls so unrealistisch, dass es anatomisch unmöglich ist. Vielleicht sollten sich die Produzent:innen mal überlegen, ob es so eine gute Idee ist, ein unerreichbares Ideal zu vermitteln.
5. Marina aus „Zig & Sharko“
Ich weiß nicht, was unrealistischer ist: Dass Marina eine Meerjungfrau ist oder dass sie diesen Körper hat. Auch mit Beinen statt Fischschwanz wäre dieser absolut unmöglich. Ganz anders sieht das bei „H2O – Plötzlich Meerjungfrau aus“, eine von vielen genialen, australischen Serien.
Wieso aber, muss eine Zeichentrickfigur unbedingt eine winzige Taille haben? Alles, was damit erreicht wird, ist, dass Mädchen mal wieder einen unrealistischen Körper als Ideal wahrnehmen. Laut der „Studie zu animierten Körpern im deutschen Fernsehen“ werden 50 Prozent der weiblichen Figuren mit einem Körper dargestellt, der „nicht länger im anatomisch möglichen Bereich liegt“.
6. Reef aus „Stoked“
Zwar gäbe es bei männlichen Figuren deutlich mehr Diversität beim Körperbild und diese würden in „nahezu der Hälfte“ der Fälle realistisch dargestellt werden, erklären die Wissenschaftlerinnen, doch auch sie sind vor Sexualisierung nicht sicher. Dabei werden die Charaktere mit sehr, sehr breiten Schultern, aber eher schmalen Hüften gezeichnet, sodass sie eine Art V-Form haben.
Laut Studie ist dies bei 22 Prozent der untersuchten Figuren der Fall. Genau wie bei den bereits genannten weiblichen Figuren, ist auch diese Körperform unerreichbar, weil sie anatomisch unmöglich ist. Am meisten fällt das bei Reef aus der Serie „Stoked“ auf. Auch hier frage ich mich, „wieso?“
Fallen dir noch andere Zeichentrickfiguren ein, die dringend ein neues Design brauchen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
Rubriklistenbild: © Fresh TV, Winx Club Deutschland via YouTube.de






