„Historisch unbeliebt“

Newsom trommelt in München für Widerstand gegen „schwachen“ Trump – und lobt die EU

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  • Lisa Mahnke

Nach dem Vance-Eklat 2025 sorgt Rubios Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz trotz anhaltender Differenzen für etwas Entspannung. Der Ticker.

Update, 19:14 Uhr: Die Münchner Sicherheitskonferenz, die über drei Tage stattfand, ist nun zu Ende gegangen. Im Gegensatz zum Vorjahr verlief die 62. Ausgabe ohne größere Zwischenfälle. Dennoch bleibt die Erschütterung des transatlantischen Bündnisses und der Beziehungen zu den USA bestehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) äußerten scharfe Kritik an der US-Regierung. US-Außenminister Marco Rubio betonte die Verbundenheit zu Europa, verband dies jedoch mit der Forderung, irreguläre Einwanderung zu bekämpfen.

Während des Treffens, an dem über 60 Staats- und Regierungschefs teilnahmen, sorgten eine Großdemonstration der iranischen Exil-Opposition und Enthüllungen über den Gifttod des russischen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in russischer Haft für Aufsehen. Kanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius legten in ihren Reden den Schwerpunkt auf die Beziehungen zu den USA, gut ein Jahr nach der erneuten Amtsübernahme von Präsident Donald Trump. „Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan“, erklärte Merz zur Eröffnung der Konferenz. Europa müsse sich „mit neuer Stärke, neuer Achtung und Selbstachtung“ behaupten. Merz forderte, die Beziehungen zu den USA „zu reparieren und wiederzubeleben“.

Ein weiterer zentraler Punkt der Konferenz war erneut der Ukraine-Krieg. Zahlreiche europäische Staaten berieten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die weitere Unterstützung Kiews im sogenannten Berlin-Format, das viele EU-Länder sowie die Spitzen der EU und der NATO umfasst. In seiner Ansprache forderte Selenskyj schnellere Lieferungen von Luftabwehr-Munition. Am Samstagabend nahm er stellvertretend für die ukrainische Bevölkerung den Ewald-von-Kleist-Preis der MSC entgegen.

Bayerns Innenminister Hermann lobt Polizei für Einsatz bei Münchner Sicherheitskonferenz

Update, 18:00 Uhr: Die Polizei hat die Herausforderungen rund um die Münchner Sicherheitskonferenz nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gut gemeistert. „Die rund 5.000 eingesetzten Polizistinnen und Polizisten aus ganz Bayern, dem übrigen Bundesgebiet und sogar erstmals aus fünf anderen Staaten handelten mit größter Sensibilität und Wachsamkeit, insbesondere im Hinblick auf die Vielzahl hochrangiger internationaler Regierungsvertreter“, sagte Herrmann laut Mitteilung. 

Angesichts der „aktuellen geopolitischen Entwicklungen“ habe sich die Sicherheitslage besonders anspruchsvoll gestaltet. Neben dem Schutz der Teilnehmer habe die Polizei auch die „komplexe Einsatz- und Versammlungslage souverän bewältigt“. Weiter sagte Herrmann: „Unsere Einsatzkräfte gingen konsequent gegen Straftaten und Gefahren vor und sorgten gleichzeitig dafür, dass die erforderlichen Verkehrseinschränkungen für die Bevölkerung so gering wie möglich blieben.“ 

Münchner Sicherheitskonferenz beendet: Transatlantische Krise und Ukraine im Fokus

Update, 14:23 Uhr: Mehr als tausend Gäste, hunderte Diskussionsrunden, Reden und bilaterale Treffen: Die dreitägige Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ist am Sonntagmittag zu Ende gegangen. MSC-Leiter Wolfgang Ischinger sagte in seiner Abschlussrede, bei dem Treffen sei ein „größerer Geist der europäischen Entschlossenheit“ zu spüren gewesen, die gemeinsamen Werte zu verteidigen.

Die 62. Auflage des Treffens wurde dominiert von der Krise in den transatlantischen Beziehungen. Es seien Zweifel zu beobachten gewesen, ob die westlichen Länder „noch dieselben Werte teilen“, sagte Ischinger. „Ob wir noch nach denselben Regeln spielen. Ob wir tatsächlich noch im selben Team sind.“

Update, 12 Uhr: Die AfD-Bundestagsabgeordnete Anna Rathert hat nach eigenen Angaben am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz Mitarbeiter von US-Außenminister Marco Rubio getroffen. Das habe sich „so im Vorbeigehen“ ergeben, sagte die Juristin der Deutschen Presse-Agentur. „Es waren sehr konstruktive Gespräche, sehr erfreuliche, sehr positive Gespräche.“ Zu Rubio selbst oder zu Vertretern der Republikanischen Partei aus der US-Kongressdelegation habe sie aber keinen Kontakt gehabt. 

Rathert kündigte an, dass eine Delegation der AfD Anfang März zu einem internationalen Kongress rechter Parlamentarier unter dem Titel „The Alliance of Sovereign Nations“ (Die Allianz unabhängiger Nationen) nach Washington reisen werde. Das Treffen am 4. und 5. März habe sie selbst zusammen mit der US-Abgeordneten Anna Paulina Luna der Republikanischen Partei von US-Präsident Donald Trump initiiert. Der AfD-Delegation würden drei bis vier Fachpolitiker angehören.

Münchner Sicherheitskonferenz: Kallas kritisiert Europa-„Bashing“ aus den USA

Update, 10:55 Uhr: Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die von Vertretern der US-Regierung geäußerte Kritik an Europa zurückgewiesen. Die Vorwürfe, die sie als Europa-„Bashing“ bezeichnete, seien haltlos, sagte Kallas am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Anders als manche meinen, steht das woke, dekadente Europa nicht vor dem Untergang seiner Zivilisation“, betonte sie weiter.

„Die Botschaft, die wir gehört haben, lautet, dass Amerika und Europa miteinander verflochten sind, dies in der Vergangenheit waren und auch in Zukunft sein werden. Ich halte das für wichtig“, sagte Kallas. Es sei klar, „dass wir nicht in allen Fragen einer Meinung sind, und das wird auch so bleiben“, sagte Kallas.

Update, 8:25 Uhr: Hoffnung auf einen Fortbestand der transatlantischen Beziehungen: Die versöhnlichen Töne von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben in Europa für Erleichterung gesorgt. „Es gab definitiv einen Seufzer der Erleichterung im Raum“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in einem Interview mit der ARD-Tagesschau. „Es war gut, das zu hören. Und die Bestätigung zu haben, dass die transatlantischen Bindungen da sind“, fügte sie hinzu. Zuvor hatte Rubio bei der Siko eine mit Spannung erwartete Rede gehalten, nachdem es mit der Trump-Regierung zuletzt in vielen Fragen kräftige Verstimmungen gegeben hatte. Am Sonntag geht die Sicherheitskonferenz an ihrem dritten Tag zuende. Zum Abschluss wird Kallas selber noch einmal auf dem Podium sein.

Update, 15. Februar, 6:16 Uhr: In München geht am heutigen Sonntag die 62. Sicherheitskonferenz zu Ende. Am dritten und letzten Tag des internationalen Treffens zur Außen- und Sicherheitspolitik stehen unter anderem Auftritte der EU-Außenbeauftragen Kaja Kallas und der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde auf dem Programm. Der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger hält zum Abschluss der Konferenz eine Ansprache (13.00 Uhr).

Die diesjährige MSC stand im Zeichen der Krise im transatlantischen Verhältnis. Ein weiterer Schwerpunkt war der Ukraine-Krieg. Parallel zur Sicherheitskonferenz fand am Samstag eine Großkundgebung gegen die Führung des Iran statt, an der 250.000 Menschen teilnahmen.

Warnung auf Münchner Sicherheitskonferenz: Dänemark fürchtet weiterhin Trump Grönland-Plan

Update, 22:44 Uhr: Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen äußerte, dass Grönland weiterhin von den Übernahmeplänen der USA bedroht sei. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde sie gefragt, ob Trump seine Haltung zur Arktis-Insel geändert habe. Ihre Antwort lautete: „Leider denke ich, dass der Wunsch derselbe ist.“ Der Druck, den die USA auf Grönland ausüben, sei „völlig inakzeptabel“, ergänzte sie.

„Alle fragen uns, ob wir glauben, dass es vorbei ist“, erklärte die Regierungschefin, doch dies sei nicht der Fall. „Wir haben jetzt eine Arbeitsgruppe. Das ist gut. Wir werden versuchen, eine Lösung zu finden“, fügte sie hinzu. Es existieren jedoch „rote Linien“, wie die Souveränität und territoriale Integrität, die nicht überschritten werden dürften. Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bezeichnete den Druck der USA ebenfalls als „inakzeptabel“.

Newsom gibt Trump auf Münchner Sicherheitskonferenz kontra: „Trump ist auf dem Rückzug“

Update, 21:03 Uhr: Gavin Newsom, der Gouverneur von Kalifornien, sieht US-Präsident Donald Trump in einer geschwächten Position. „Donald Trump ist auf dem Rückzug. Ich halte es für wichtig, dass die Menschen dies verstehen und sich dessen bewusst werden“, äußerte der Politiker der Demokraten gegenüber der Deutschen Welle am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. In den USA sei der Rechtspopulist „historisch unbeliebt“. Trump werde „immer schwächer und zeigt sich auch als schwach“.

Gavin Newsom, Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, nimmt an der 62. Münchner Sicherheitskonferenz teil.

Newsom, der als potenzieller Präsidentschaftskandidat seiner Partei für das Jahr 2028 gehandelt wird, forderte ein entschlossenes Auftreten gegen Trump. „Wenn man sich gegen Trump auflehnt, wenn man zurückschlägt, Feuer mit Feuer bekämpft, gibt er nach.“ Trump sei geschickt darin, Schwächen auszunutzen. „Was er respektiert, sind Stärke, Einheit und Überzeugung. Und ich denke, das zeigt sich hier in München“, ergänzte Newsom. „Die Europäische Union ist derzeit so geeint wie schon lange nicht mehr, weil sie erkennt, was auf dem Spiel steht.“

Wadephul lobt Rubio-Rede – lehnt jedoch einige Forderungen des Trump-Ministers ab

Update, 18:58 Uhr: Außenminister Johann Wadephul lobt die Ansprache seines amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio in München als „guten Auftakt“ für zukünftige produktive Dialoge. Gleichzeitig lehnt er jedoch zusätzliche Forderungen ab. Europa habe aus eigenem Antrieb beschlossen, seine Wettbewerbsfähigkeit und Stärke zu erhöhen, erklärte der CDU-Politiker gegenüber Journalisten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. „Dazu brauchen wir auch keine weiteren Anregungen von draußen.“

Die Bundesregierung sei auch bereit, sich mit der US-Seite über das Thema illegale Migration auszutauschen. „Aber wir brauchen an der Stelle keine weiteren Ratschläge.“ Von kritischen Mineralien über Cyberangriffe bis hin zur Bedrohung durch Russland und China gebe es zahlreiche gemeinsame Herausforderungen. Diese solle man gemeinsam angehen. „Wenn das zukünftig den Geist des Miteinanders beherrscht, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir zu alter Geschlossenheit zurückfinden.“

Pistorius mit Kritik an USA über Haltung zur NATO bei Münchner Sicherheitskonferenz

Update, 17:57 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius kritisierte auf der Münchner Sicherheitskonferenz das Verhalten der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegenüber der NATO. Er betonte: „Die territoriale Integrität und Souveränität eines NATO-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind. All dies schadet unserem Bündnis und stärkt unsere Gegner.“ Diese Aussagen bezogen sich auf die US-amerikanischen Ansprüche auf Grönland und die Verhandlungstaktik zur Beendigung des Ukraine-Konflikts.

Pistorius hob hervor, dass die USA „nicht alleine in der heutigen Welt aufstrebender Großmächte“ agieren könnten. Die Zusammenarbeit mit über 30 anderen Staaten innerhalb der NATO mache die USA „stärker“. Gleichzeitig müsse das Bündnis auch für Europa „Sinn ergeben“.

Pistorius auf der Sicherheitskonferenz in München: Warnung an die US-Regierung vor Alleingängen

Update, 16:59 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die US-Regierung davor gewarnt, eine Politik der Alleingänge zu verfolgen. Langfristig werde dies in einer Welt, in der Großmächte konkurrieren, nicht erfolgreich sein, erklärte der SPD-Politiker während seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Er betonte, dass internationale Organisationen reformiert und gestärkt werden müssten, wie es zuvor US-Außenminister Marco Rubio gefordert hatte. Das Ziel müsse sein, Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.

US-Außenminister Marco Rubio spricht bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Pistorius nimmt die neue Verteidigungsstrategie der USA mit einem realistischen und pragmatischen Blick auf. Für die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft sei eine gerechte und klare Lastenverteilung erforderlich. „Europa muss die Führung in der Bereitstellung robuster konventioneller Streitkräfte übernehmen und größere Verantwortung für die eigene Nachbarschaft übernehmen, während die USA für die überschaubare Zukunft weiter den strategischen und nuklearen Rückhalt gibt.“

Update, 15:44 Uhr: Grünen-Chefin Franziska Brantner sieht nach der Rede von US-Außenminister Marco Rubio keine Anzeichen für einen Kurswechsel. „Rubio war freundlicher vom Ton, aber knallhart in der Sache auf Trump-Linie. Und für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass wir als Europäer stärker und unabhängiger werden müssen“, sagte Brantner der Deutschen Presse-Agentur in München. Sie sehe darin keinen Anlass für Erleichterung.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Wirklich gefährlich wäre es, sich nun zurücklehnen, sagte Brantner, die auch vor einem Trugschluss warnte. „Und wir haben wirklich die Aufgabe als Europäer, uns jetzt auf den Hintern zu setzen und das selber hinzubekommen“, sagte sie. Besonders aufgestoßen ist ihr auch, dass Rubio Freihandel als eine dogmatische Gefahr benannt habe. Das sei auch eine Ansage an die Europäer.

Erstmeldung: Angekommen in München ist der US-Außenminister Marco Rubio (Republikaner) bereits, die Grundsatzrede steht noch bevor: Rubio führt dieses Jahr anstelle von US-Vizepräsident JD Vance die amerikanische Delegation bei der Münchner Sicherheitskonferenz an. Seine für Samstag geplante Ansprache wird mit großer Spannung erwartet, nachdem der 54-Jährige bereits im Vorfeld deutliche Worte gefunden hat.

Angekommen in München ist er schon Freitag: Der US-Außenminister Marco Rubio soll bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag eine Rede halten.

„Die alte Welt ist verschwunden“, erklärte Rubio vor seinem Abflug nach Europa, wie CNN berichtet. „Wir leben in einer neuen Ära der Geopolitik, und es verlangt von uns allen ab, zu überprüfen, wie das aussieht und welche Rolle wir dabei spielen werden“, fügte der US-Außenminister hinzu.

Ausgabe62. Münchner Sicherheitskonferenz
Dauer13.-15. Februar 2026
MSC-ChefWolfgang Ischinger, interimistisch für Jens Stoltenberg
TagungsortHotel Bayerischer Hof
Erwartete TeilnehmerzahlMehr als 450 hochrangige internationale Gäste
Einige Prominente GästeMarco Rubio, Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Mark Rutte, Wolodymyr Selenskyj, Keir Starmer
Anzahl Ländervertretungenetwa 120

Münchner Sicherheitskonferenz: Rubio in Doppelfunktion unterwegs

Rubio ist nicht nur Außenminister, Trump hat ihn überdies zum Nationalen Sicherheitsberater ernannt. Damit ist Rubio der erste seit dem einflussreichen US-Politiker Henry Kissinger in den 1970er Jahren, der beide Ämter gleichzeitig innehat. Die Doppelfunktion bringt allerdings mit sich, dass Rubio einen Großteil seiner Zeit mit Trump im Weißen Haus verbringt, statt um die Welt zu reisen.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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