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Jens Kiffmeier- Simon Schröder
Sonja Thomaser- Lisa Mahnke
Nach dem Vance-Eklat 2025 sorgt Rubios Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz trotz anhaltender Differenzen für etwas Entspannung. Der Ticker.
Update, 19:14 Uhr: Die Münchner Sicherheitskonferenz, die über drei Tage stattfand, ist nun zu Ende gegangen. Im Gegensatz zum Vorjahr verlief die 62. Ausgabe ohne größere Zwischenfälle. Dennoch bleibt die Erschütterung des transatlantischen Bündnisses und der Beziehungen zu den USA bestehen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) äußerten scharfe Kritik an der US-Regierung. US-Außenminister Marco Rubio betonte die Verbundenheit zu Europa, verband dies jedoch mit der Forderung, irreguläre Einwanderung zu bekämpfen.
Während des Treffens, an dem über 60 Staats- und Regierungschefs teilnahmen, sorgten eine Großdemonstration der iranischen Exil-Opposition und Enthüllungen über den Gifttod des russischen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in russischer Haft für Aufsehen. Kanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius legten in ihren Reden den Schwerpunkt auf die Beziehungen zu den USA, gut ein Jahr nach der erneuten Amtsübernahme von Präsident Donald Trump. „Zwischen Europa und den Vereinigten Staaten hat sich eine Kluft, ein tiefer Graben aufgetan“, erklärte Merz zur Eröffnung der Konferenz. Europa müsse sich „mit neuer Stärke, neuer Achtung und Selbstachtung“ behaupten. Merz forderte, die Beziehungen zu den USA „zu reparieren und wiederzubeleben“.
Ein weiterer zentraler Punkt der Konferenz war erneut der Ukraine-Krieg. Zahlreiche europäische Staaten berieten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die weitere Unterstützung Kiews im sogenannten Berlin-Format, das viele EU-Länder sowie die Spitzen der EU und der NATO umfasst. In seiner Ansprache forderte Selenskyj schnellere Lieferungen von Luftabwehr-Munition. Am Samstagabend nahm er stellvertretend für die ukrainische Bevölkerung den Ewald-von-Kleist-Preis der MSC entgegen.
Bayerns Innenminister Hermann lobt Polizei für Einsatz bei Münchner Sicherheitskonferenz
Update, 18:00 Uhr: Die Polizei hat die Herausforderungen rund um die Münchner Sicherheitskonferenz nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gut gemeistert. „Die rund 5.000 eingesetzten Polizistinnen und Polizisten aus ganz Bayern, dem übrigen Bundesgebiet und sogar erstmals aus fünf anderen Staaten handelten mit größter Sensibilität und Wachsamkeit, insbesondere im Hinblick auf die Vielzahl hochrangiger internationaler Regierungsvertreter“, sagte Herrmann laut Mitteilung.
Angesichts der „aktuellen geopolitischen Entwicklungen“ habe sich die Sicherheitslage besonders anspruchsvoll gestaltet. Neben dem Schutz der Teilnehmer habe die Polizei auch die „komplexe Einsatz- und Versammlungslage souverän bewältigt“. Weiter sagte Herrmann: „Unsere Einsatzkräfte gingen konsequent gegen Straftaten und Gefahren vor und sorgten gleichzeitig dafür, dass die erforderlichen Verkehrseinschränkungen für die Bevölkerung so gering wie möglich blieben.“
Münchner Sicherheitskonferenz beendet: Transatlantische Krise und Ukraine im Fokus
Update, 14:23 Uhr: Mehr als tausend Gäste, hunderte Diskussionsrunden, Reden und bilaterale Treffen: Die dreitägige Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ist am Sonntagmittag zu Ende gegangen. MSC-Leiter Wolfgang Ischinger sagte in seiner Abschlussrede, bei dem Treffen sei ein „größerer Geist der europäischen Entschlossenheit“ zu spüren gewesen, die gemeinsamen Werte zu verteidigen.
Die 62. Auflage des Treffens wurde dominiert von der Krise in den transatlantischen Beziehungen. Es seien Zweifel zu beobachten gewesen, ob die westlichen Länder „noch dieselben Werte teilen“, sagte Ischinger. „Ob wir noch nach denselben Regeln spielen. Ob wir tatsächlich noch im selben Team sind.“
Update, 12 Uhr: Die AfD-Bundestagsabgeordnete Anna Rathert hat nach eigenen Angaben am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz Mitarbeiter von US-Außenminister Marco Rubio getroffen. Das habe sich „so im Vorbeigehen“ ergeben, sagte die Juristin der Deutschen Presse-Agentur. „Es waren sehr konstruktive Gespräche, sehr erfreuliche, sehr positive Gespräche.“ Zu Rubio selbst oder zu Vertretern der Republikanischen Partei aus der US-Kongressdelegation habe sie aber keinen Kontakt gehabt.
Rathert kündigte an, dass eine Delegation der AfD Anfang März zu einem internationalen Kongress rechter Parlamentarier unter dem Titel „The Alliance of Sovereign Nations“ (Die Allianz unabhängiger Nationen) nach Washington reisen werde. Das Treffen am 4. und 5. März habe sie selbst zusammen mit der US-Abgeordneten Anna Paulina Luna der Republikanischen Partei von US-Präsident Donald Trump initiiert. Der AfD-Delegation würden drei bis vier Fachpolitiker angehören.
Münchner Sicherheitskonferenz: Kallas kritisiert Europa-„Bashing“ aus den USA
Update, 10:55 Uhr: Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die von Vertretern der US-Regierung geäußerte Kritik an Europa zurückgewiesen. Die Vorwürfe, die sie als Europa-„Bashing“ bezeichnete, seien haltlos, sagte Kallas am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Anders als manche meinen, steht das woke, dekadente Europa nicht vor dem Untergang seiner Zivilisation“, betonte sie weiter.
„Die Botschaft, die wir gehört haben, lautet, dass Amerika und Europa miteinander verflochten sind, dies in der Vergangenheit waren und auch in Zukunft sein werden. Ich halte das für wichtig“, sagte Kallas. Es sei klar, „dass wir nicht in allen Fragen einer Meinung sind, und das wird auch so bleiben“, sagte Kallas.
Update, 8:25 Uhr: Hoffnung auf einen Fortbestand der transatlantischen Beziehungen: Die versöhnlichen Töne von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben in Europa für Erleichterung gesorgt. „Es gab definitiv einen Seufzer der Erleichterung im Raum“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in einem Interview mit der ARD-Tagesschau. „Es war gut, das zu hören. Und die Bestätigung zu haben, dass die transatlantischen Bindungen da sind“, fügte sie hinzu. Zuvor hatte Rubio bei der Siko eine mit Spannung erwartete Rede gehalten, nachdem es mit der Trump-Regierung zuletzt in vielen Fragen kräftige Verstimmungen gegeben hatte. Am Sonntag geht die Sicherheitskonferenz an ihrem dritten Tag zuende. Zum Abschluss wird Kallas selber noch einmal auf dem Podium sein.
Update, 15. Februar, 6:16 Uhr: In München geht am heutigen Sonntag die 62. Sicherheitskonferenz zu Ende. Am dritten und letzten Tag des internationalen Treffens zur Außen- und Sicherheitspolitik stehen unter anderem Auftritte der EU-Außenbeauftragen Kaja Kallas und der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde auf dem Programm. Der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger hält zum Abschluss der Konferenz eine Ansprache (13.00 Uhr).
Die diesjährige MSC stand im Zeichen der Krise im transatlantischen Verhältnis. Ein weiterer Schwerpunkt war der Ukraine-Krieg. Parallel zur Sicherheitskonferenz fand am Samstag eine Großkundgebung gegen die Führung des Iran statt, an der 250.000 Menschen teilnahmen.
Warnung auf Münchner Sicherheitskonferenz: Dänemark fürchtet weiterhin Trump Grönland-Plan
Update, 22:44 Uhr: Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen äußerte, dass Grönland weiterhin von den Übernahmeplänen der USA bedroht sei. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde sie gefragt, ob Trump seine Haltung zur Arktis-Insel geändert habe. Ihre Antwort lautete: „Leider denke ich, dass der Wunsch derselbe ist.“ Der Druck, den die USA auf Grönland ausüben, sei „völlig inakzeptabel“, ergänzte sie.
„Alle fragen uns, ob wir glauben, dass es vorbei ist“, erklärte die Regierungschefin, doch dies sei nicht der Fall. „Wir haben jetzt eine Arbeitsgruppe. Das ist gut. Wir werden versuchen, eine Lösung zu finden“, fügte sie hinzu. Es existieren jedoch „rote Linien“, wie die Souveränität und territoriale Integrität, die nicht überschritten werden dürften. Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bezeichnete den Druck der USA ebenfalls als „inakzeptabel“.
Newsom gibt Trump auf Münchner Sicherheitskonferenz kontra: „Trump ist auf dem Rückzug“
Update, 21:03 Uhr: Gavin Newsom, der Gouverneur von Kalifornien, sieht US-Präsident Donald Trump in einer geschwächten Position. „Donald Trump ist auf dem Rückzug. Ich halte es für wichtig, dass die Menschen dies verstehen und sich dessen bewusst werden“, äußerte der Politiker der Demokraten gegenüber der Deutschen Welle am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. In den USA sei der Rechtspopulist „historisch unbeliebt“. Trump werde „immer schwächer und zeigt sich auch als schwach“.
Newsom, der als potenzieller Präsidentschaftskandidat seiner Partei für das Jahr 2028 gehandelt wird, forderte ein entschlossenes Auftreten gegen Trump. „Wenn man sich gegen Trump auflehnt, wenn man zurückschlägt, Feuer mit Feuer bekämpft, gibt er nach.“ Trump sei geschickt darin, Schwächen auszunutzen. „Was er respektiert, sind Stärke, Einheit und Überzeugung. Und ich denke, das zeigt sich hier in München“, ergänzte Newsom. „Die Europäische Union ist derzeit so geeint wie schon lange nicht mehr, weil sie erkennt, was auf dem Spiel steht.“
Wadephul lobt Rubio-Rede – lehnt jedoch einige Forderungen des Trump-Ministers ab
Update, 18:58 Uhr: Außenminister Johann Wadephul lobt die Ansprache seines amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio in München als „guten Auftakt“ für zukünftige produktive Dialoge. Gleichzeitig lehnt er jedoch zusätzliche Forderungen ab. Europa habe aus eigenem Antrieb beschlossen, seine Wettbewerbsfähigkeit und Stärke zu erhöhen, erklärte der CDU-Politiker gegenüber Journalisten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. „Dazu brauchen wir auch keine weiteren Anregungen von draußen.“
Die Bundesregierung sei auch bereit, sich mit der US-Seite über das Thema illegale Migration auszutauschen. „Aber wir brauchen an der Stelle keine weiteren Ratschläge.“ Von kritischen Mineralien über Cyberangriffe bis hin zur Bedrohung durch Russland und China gebe es zahlreiche gemeinsame Herausforderungen. Diese solle man gemeinsam angehen. „Wenn das zukünftig den Geist des Miteinanders beherrscht, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir zu alter Geschlossenheit zurückfinden.“
Pistorius mit Kritik an USA über Haltung zur NATO bei Münchner Sicherheitskonferenz
Update, 17:57 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius kritisierte auf der Münchner Sicherheitskonferenz das Verhalten der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegenüber der NATO. Er betonte: „Die territoriale Integrität und Souveränität eines NATO-Mitgliedstaates in Frage stellen. Europäische Verbündete von Verhandlungen ausschließen, die für die Sicherheit auf dem Kontinent von entscheidender Bedeutung sind. All dies schadet unserem Bündnis und stärkt unsere Gegner.“ Diese Aussagen bezogen sich auf die US-amerikanischen Ansprüche auf Grönland und die Verhandlungstaktik zur Beendigung des Ukraine-Konflikts.
Pistorius hob hervor, dass die USA „nicht alleine in der heutigen Welt aufstrebender Großmächte“ agieren könnten. Die Zusammenarbeit mit über 30 anderen Staaten innerhalb der NATO mache die USA „stärker“. Gleichzeitig müsse das Bündnis auch für Europa „Sinn ergeben“.
Pistorius auf der Sicherheitskonferenz in München: Warnung an die US-Regierung vor Alleingängen
Update, 16:59 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die US-Regierung davor gewarnt, eine Politik der Alleingänge zu verfolgen. Langfristig werde dies in einer Welt, in der Großmächte konkurrieren, nicht erfolgreich sein, erklärte der SPD-Politiker während seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Er betonte, dass internationale Organisationen reformiert und gestärkt werden müssten, wie es zuvor US-Außenminister Marco Rubio gefordert hatte. Das Ziel müsse sein, Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.
Pistorius nimmt die neue Verteidigungsstrategie der USA mit einem realistischen und pragmatischen Blick auf. Für die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft sei eine gerechte und klare Lastenverteilung erforderlich. „Europa muss die Führung in der Bereitstellung robuster konventioneller Streitkräfte übernehmen und größere Verantwortung für die eigene Nachbarschaft übernehmen, während die USA für die überschaubare Zukunft weiter den strategischen und nuklearen Rückhalt gibt.“
Update, 15:44 Uhr: Grünen-Chefin Franziska Brantner sieht nach der Rede von US-Außenminister Marco Rubio keine Anzeichen für einen Kurswechsel. „Rubio war freundlicher vom Ton, aber knallhart in der Sache auf Trump-Linie. Und für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass wir als Europäer stärker und unabhängiger werden müssen“, sagte Brantner der Deutschen Presse-Agentur in München. Sie sehe darin keinen Anlass für Erleichterung.
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Wirklich gefährlich wäre es, sich nun zurücklehnen, sagte Brantner, die auch vor einem Trugschluss warnte. „Und wir haben wirklich die Aufgabe als Europäer, uns jetzt auf den Hintern zu setzen und das selber hinzubekommen“, sagte sie. Besonders aufgestoßen ist ihr auch, dass Rubio Freihandel als eine dogmatische Gefahr benannt habe. Das sei auch eine Ansage an die Europäer.
Erstmeldung: Angekommen in München ist der US-Außenminister Marco Rubio (Republikaner) bereits, die Grundsatzrede steht noch bevor: Rubio führt dieses Jahr anstelle von US-Vizepräsident JD Vance die amerikanische Delegation bei der Münchner Sicherheitskonferenz an. Seine für Samstag geplante Ansprache wird mit großer Spannung erwartet, nachdem der 54-Jährige bereits im Vorfeld deutliche Worte gefunden hat.
„Die alte Welt ist verschwunden“, erklärte Rubio vor seinem Abflug nach Europa, wie CNN berichtet. „Wir leben in einer neuen Ära der Geopolitik, und es verlangt von uns allen ab, zu überprüfen, wie das aussieht und welche Rolle wir dabei spielen werden“, fügte der US-Außenminister hinzu.
| Ausgabe | 62. Münchner Sicherheitskonferenz |
|---|---|
| Dauer | 13.-15. Februar 2026 |
| MSC-Chef | Wolfgang Ischinger, interimistisch für Jens Stoltenberg |
| Tagungsort | Hotel Bayerischer Hof |
| Erwartete Teilnehmerzahl | Mehr als 450 hochrangige internationale Gäste |
| Einige Prominente Gäste | Marco Rubio, Friedrich Merz, Emmanuel Macron, Mark Rutte, Wolodymyr Selenskyj, Keir Starmer |
| Anzahl Ländervertretungen | etwa 120 |
Münchner Sicherheitskonferenz: Rubio in Doppelfunktion unterwegs
Rubio ist nicht nur Außenminister, Trump hat ihn überdies zum Nationalen Sicherheitsberater ernannt. Damit ist Rubio der erste seit dem einflussreichen US-Politiker Henry Kissinger in den 1970er Jahren, der beide Ämter gleichzeitig innehat. Die Doppelfunktion bringt allerdings mit sich, dass Rubio einen Großteil seiner Zeit mit Trump im Weißen Haus verbringt, statt um die Welt zu reisen.
Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa




