Scholz, Merz, Habeck und Weidel stellen sich

Reaktionen auf „Klartext“ im ZDF: Merz als Sieger im Faktencheck

  • schließen
  • Daniel Dillmann
    Daniel Dillmann
    schließen

Der erste Vierkampf im Wahlkampf vor der Bundestagswahl: Scholz, Merz, Habeck und Weidel stellen sich im ZDF. Die Reaktionen auf den „Klartext“.

Update, 8.04 Uhr: Das ZDF liefert nach der Sendung „Klartext“ auch einen Faktencheck zu den getroffenen Aussagen von Merz, Scholz, Habeck und Weidel. Nach aktueller Rechnung gewinnt CDU-Chef Merz das Rennen um falsche oder irreführende Aussagen geht. Der Unions-Kanzlerkandidat führt mit bislang einer nachgewiesenen irreführenden Aussage zum angeblichen „Heizungsverbot“ der ehemaligen Ampel-Koalition.

Auf Platz Zwei liegen jeweils Grünen-Kandidat Habeck und Bundeskanzler Scholz (SPD). Beide haben sich laut aktuellem Stand zwei falsche, beziehungsweise irreführende Aussagen geleistet. Verliererin ist AfD-Chefin Alice Weidel, der bislang drei Falschaussagen zum Thema Atomstrom nachgewiesen wurden. Die Liste des ZDF-Faktenchecks wird allerdings laufend erweitert.

Update vom 14. Februar, 07.16 Uhr: Auch am Tag danach trudeln die Reaktionen auf den „Klartext“ im ZDF und das Abschneiden der Parteispitzen im Bürgerdialog ein. Vor allem der Auftritt von Bundeskanzler Olaf Scholz steht dabei in der Kritik. Zahlreiche Medien wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland haben einen „Punktsieg“ von dessen schärfsten Konkurrenten, Friedrich Merz, gesehen. Die Analyse von IPPEN.MEDIA zum „Klartext“ im ZDF fällt ähnlich aus: Der Auftritt des Kanzlers ließ zu wünschen übrig.

Friedrich Merz liegt derzeit im Faktencheck zur ZDF-Sendung „Klartext“ vorne. Alice Weidel mit doppelt so vielen Falschaussagen wie Scholz und Habeck.

Update, 23.08 Uhr: Wer ist Sieger von „Klartext“? Nach Vorstellung des SPD-Parteivorstands mit Sicherheit nicht Friedrich Merz. Auf X heißt es: „Friedrich Merz teilt gern aus – er wirft anderen Planlosigkeit in der Ukraine-Politik vor.“ Und weiter: „Doch selbst? Sein Kurs: Erst fordern, dann zurückrudern. Das ist nicht seriös und schafft nur Unsicherheit.“ Die CDU hingegen betont in einer Reaktion zur Sendung Merz‘ Aussage über einen jungen Mann mit Migrationshintergrund. „Das ist der Beweis dafür, wie Einwandererfamilien in Deutschland zum Erfolg dieses Landes beigetragen haben.“

Reaktionen auf „Klartext“: Scholz postet auf X über Entwicklung im Ukraine-Krieg

Update, 22.58 Uhr: Nach seinem Auftritt bei „Klartext“ postete auch Kanzler Olaf Scholz eine Reaktion bei X. „Wenn es um die Ukraine geht, ist für mich immer klar: Es darf keine Verständigung über die Köpfe der Ukrainer hinweg geben“, schrieb er im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg. „Deshalb ist es so wichtig, dass der ukrainische Präsident sich darauf verlassen kann und dass ich niemals solch einen Deal machen würde.“

Update, 22.38 Uhr: Nach ihren Redebeiträgen meldeten sich Robert Habeck und Friedrich Merz bei X zu Wort und führten jeweils einzelne Aspekte aus der „Klartext“-Sendung weiter aus. Der Unionskanzlerkandidat bezog erneut Stellung gegen die AfD und betonte die Notwendigkeit, dass „demokratische Parteien der Mitte“ in der Lage sein müssen, die Probleme „in diesem Land zu lösen“.

Habeck führte in seiner Reaktion zu „Klartext“ seine Antwort zur Schuldenbremse weiter aus. „Die Große Koalition mag in den Büchern keine Schulden gemacht haben, aber Schulden gemacht hat sie trotzdem – in unserem Land“, schrieb der Politiker bei X. „Wir können sie begutachten in den maroden Brücken, in der verspäteten Bahn und in den nicht sanierten Schulen.“

FDP mit Reaktion auf „Klartext“: Lob für die „einzigartige Erfolgsgeschichte“ der EU

Update, 22.30 Uhr: Auch die FDP meldete sich mit einer Reaktion zu „Klartext“ zu Wort. Als Antwort auf einen Redebeitrag von Alice Weidel postete die Partei bei X einen Beitrag, der die Europäische Union als „einzigartige Erfolgsgeschichte“ würdigt. Diese müsse durch „mutige Reformen“ gesichert und fortgeschrieben werden. „Sie hat den Menschen in den Mitgliedsstaaten Frieden, Freiheit, Sicherheit, Fortschritt und Wohlstand gebracht.“

Update, 22.24 Uhr: Gelächter für Weidel, Applaus für Habeck: Beim Publikum kamen die Kandidaten im „Klartext“ unterschiedlich an. „Es ist interessant, wie unterschiedlich sie auf die Bürger zugegangen sind“, sagt Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios über die Kanzlerkandidaten im ZDF-Wahlforum.

Reaktionen auf „Klartext“: Debatte über Publikum in Sozialen Medien

Update, 22.09 Uhr: Bereits während der ZDF-Sendung wurde in Sozialen Medien über die Auswahl des Publikums debattiert. Im Raum steht unter anderem, dass einzelne Zuschauer gezielt gecastet wurden. Besonders die Gesprächspartner von Alice Weidel stehen bei der Debatte im Mittelpunkt.

Erstmeldung: Berlin – Ein kurzer, aber umso intensiverer Wahlkampf wird ab jetzt besonders heiß. Wenige Tage vor der Bundestagswahl treffen drei Spitzenkandidaten und eine Spitzenkandidatin erstmals live im TV aufeinander. Im ZDF-„Klartext“ beantworten Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (CDU), Robert Habeck (Grüne) und Alice Weidel (AfD) Fragen von Bürgerinnen und Bürger. Wer im Anschluss an den Klartext von der Öffentlichkeit zum Sieger erkoren wird, darf für den Endspurt im Wahlkampf auf Rückenwind hoffen.

Ab 19.35 Uhr haben die vier Partei-Spitzen beim ZDF-„Klartext“ live im TV Fragen des Publikums im Berliner Studio beantwortet. Im Gegensatz zum ersten TV-Duell zwischen Scholz und Merz, das ohne Zuschauer stattfand, wird man erste Reaktionen dieses Mal bereits aus dem Studiosaal ablesen können.

Spitzenkandidaten reagieren auf im „Klartext“ auf aktuelle Krisen

Aktuelle Themen im „Klartext“ beim ZDF gibt es zuhauf. Neben den Ereignissen in München am Donnerstagvormittag, dem Eklat um den „Hofnarr“-Spruch des Kanzlers oder die Aussicht auf Verhandlungen im Ukraine-Krieg bestimmen die Migrationsdebatte und eine drohende Wirtschaftskrise den Wahlkampf.

Im Mittelpunkt soll beim ZDF-„Klartext“ der Dialog mit der Bevölkerung stehen. Nacheinander sollen Scholz, Merz, Habeck und Weidel auf Fragen des Publikums reagieren. Kritik an den Parteivertretern ist dabei explizit erwünscht, eine Debatte der Kandidaten untereinander dagegen nicht.

Diese Promis sind Parteimitglieder: Schlager-Stars bei SPD und Freien Wählern, eine Musik-Legende beim BSW

Roland Kaiser Claudia Jung
Auch Promis, die in anderen Branchen zu Ruhm kamen, sind natürlich politisch interessiert. Vor großen Wahlen melden sich die Stars öfter mal zu Wort und verraten, bei welcher Partei sie warum ihr Kreuz machen. Aber bei wem geht die Bindung so weit, dass sie oder er Mitglied in einer Partei ist? Wir haben einige gesammelt. Dieses alte Foto zeigt gleich zwei davon im Duett. © Future Image/Imago
Parteibuch
Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und führt auch nur Promis auf, von denen ihre Mitgliedschaft offiziell bekannt wurde. Ob sie inzwischen heimlich ihr Parteibuch (Symbolfoto) zurückgegeben haben, ist hingegen offen. © IMAGO/Noah Wedel
Bundestagswahlkampf 2025
Bemerkenswert: Bei mancher großen Partei wurden deutlich mehr prominente Mitglieder öffentlich bekannt als bei anderen. © IMAGO/Rene Traut
Helmut Markwort
Personen, die selbst politische Ämter ausüben wie Publizist Helmut Markwort (FDP, Foto) haben wir in der Regel außen vorgelassen. © IMAGO
Comedian Ingo Appelt: SPD.
Comedian Ingo Appelt: SPD. © Michael Korte / Imago
Moderatorin Maren Gilzer: FDP
Moderatorin Maren Gilzer: FDP © IMAGO
Sport-Reporter Rolf Fuhrmann: SPD
Sport-Reporter Rolf Fuhrmann: SPD. © IMAGO/gbrci
Regisseur Sönke Wortmann: Grüne
Regisseur Sönke Wortmann: Grüne © IMAGO/Nikita Kolinz
Schriftstellerin Juli Zeh: SPD.
Schriftstellerin Juli Zeh: SPD.  © IMAGO/teutopress GmbH
Rapperin Sookee: Linke.
Rapperin Sookee: Linke. © Martin Müller / Imago
Moderatorin Sophie Passmann: SPD.
Moderatorin Sophie Passmann: SPD. © IMAGO/imageBROKER/Markus Wissmann
Entertainer Julian F.M. Stoeckel: CDU.
Entertainer Julian F.M. Stoeckel: CDU. © IMAGO/Frank Sorge
Pianist Igor Levit: Grüne.
Pianist Igor Levit: Grüne. © IMAGO/Stephan Wallocha
Reality-TV-Star Claudia Obert: CDU.
Reality-TV-Star Claudia Obert: CDU. © IMAGO/KreativMedia Berlin / Marten Ron
Erotik-Künstlerin Micaela Schäfer: CDU.
Erotik-Künstlerin Micaela Schäfer: CDU. © IMAGO/STAR-MEDIA
Sänger Henning May (AnnenMayKantereit): Grüne.
Sänger Henning May (AnnenMayKantereit): Grüne. © IMAGO/Michael Kremer
Ex-Biathletin Verena Bentele: SPD.
Ex-Biathletin Verena Bentele: SPD. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Heike Feiner
DJ Paul van Dyk: FDP.
DJ Paul van Dyk: FDP. © Christoph Hardt via www.imago-images.de
Schlager-Legende Roland Kaiser: SPD.
Schlager-Legende Roland Kaiser: SPD. © IMAGO/Frederic Kern
Moderator Jürgen Domian: SPD.
Moderator Jürgen Domian: SPD. © Malte Ossowski/SVEN SIMON via www.imago-images.de
Schauspielerin Jenny Elvers: CDU.
Schauspielerin Jenny Elvers: CDU. © IMAGO/Christoph Hardt
Fußball-Trainer Klaus Toppmöller: SPD.
Fußball-Trainer Klaus Toppmöller: SPD. © imago sportfotodienst
NDW-Legende Joachim Witt: BSW.
NDW-Legende Joachim Witt: BSW. © IMAGO
Schlager-Sängerin Claudia Jung war mal für die Freien Wähler als Politikerin aktiv – ob sie ihr Parteibuch noch hat, ist unklar.
Schlager-Sängerin Claudia Jung war mal für die Freien Wähler als Politikerin aktiv – ob sie ihr Parteibuch noch hat, ist unklar. © IMAGO/B. Lindenthaler
Satiriker Jan Böhmermann wurde 2019 öffentlichkeitswirksam Mitglied der SPD. Längst ist es still um das Thema geworden – unklar, ob er noch ein Parteibuch hat.
Satiriker Jan Böhmermann wurde 2019 öffentlichkeitswirksam Mitglied der SPD. Längst ist es still um das Thema geworden – und nicht gesichert, ob er noch ein Parteibuch hat. © IMAGO/Christoph Hardt
Publizist Michel Friedman ist 2025 aus CDU ausgetreten.
Publizist Michel Friedman ist 2025 aus CDU ausgetreten. © IMAGO/Bernd Elmenthaler

Nach „Klartext“: Illner und Lanz diskutieren im ZDF über Sieger und Verlierer

Wer aus dem ZDF-„Klartext“ als Sieger hervorgeht, darüber wird im direkten Anschluss an die Sendung diskutiert. Erste Reaktionen wird es im ZDF beim „heute journal“ geben. Anschließend diskutiert Maybrit Illner mit ihren Gästen darüber, wer als Sieger aus dem Vierkampf hervorgegangen ist.

Die Gäste bei Maybrit Illner versprechen leidenschaftliche Debatten und spannende Reaktionen auf den ZDF-„Klartext“:

  • Gregor Gysi (Linke)
  • Sahra Wagenknecht (BSW)
  • Wolfgang Kubicki (FDP)
  • Alexander Dobrindt (CSU)
  • Dagmar Rosenfeld (Journalistin)

Danach geht es weiter mit der Frage, wer letztlich als Sieger nach dem Klartext gewertet werden sollte. Dann analysieren Markus Lanz und seine Gäste den Auftritt von Scholz, Merz, Habeck und Weidel. Dort dürften die Reaktionen im Vergleich zur politisch dominierten Runde bei Illner etwas nüchterner ausfallen. Bei Lanz treffen sich:

  • Michael Bröcker (Journalist)
  • Kristina Dunz (Journalistin)
  • Richard David Precht (Philosoph)
  • Sabine Rennefanz (Journalistin)

Das ZDF selbst plant im Zeitalter von Social Media außerdem eine besondere Aktion, um den Reaktionen auf den „Klartext“ einen Raum zu bieten – wenn auch mit für das Neuland Internet ungewöhnlich großer Verzögerung. Am Tag nach dem Auftritt von Scholz, Merz, Habeck und Weidel bietet der Sender einen sogenannten „Reaction Stream“ auf der Streamingplattform Twitch an.

Weitere Veranstaltungen nach ZDF-„Klartext“ und vor der Bundestagswahl

Der ZDF-„Klartext“ ist die nächste, aber bei weitem nicht die letzte Gelegenheit für die Parteien, im Live-TV Punktsiege zu erringen. Bereits am Sonntag begegnen sich Scholz, Merz, Habeck und Weidel das nächste Mal bei RTL und nur einen Tag später das dritte Mal in der ARD. Daneben stehen Schlussrunden und weitere TV-Duelle an. In der Übersicht der TV-Duelle vor der Bundestagswahl finden sich zehn Veranstaltungen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

Kommentare