Nur zwei Länder auf Weg zu Netto-Nullemissionen

Klimawandel: Trumps Politik lässt USA in Klima-Ranking purzeln

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Der ehemalige Präsident der USA, Donald Trump, bei der Jahrestagung der National Rifle Association (NRA) am 27. Mai in Texas. Seine Präsidentschaft hat die USA in einem aktuellen Klimaranking zurückgeworfen.
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Trumps Politik hat die USA beim Kampf gegen den Klimawandel deutlich nach hinten geworfen. Das zeigt ein Klima-Ranking. Von 180 Ländern sind insgesamt allerdings nur zwei auf dem Weg zu Netto-Nullemissionen.

New Haven/Connecticut - Alle zwei Jahre veröffentlichen die renommierten US-amerikanischen Universitäten Yale und Columbia den Klimaindex Environmental Performance Index (EPI). Von 180 Ländern waren demnach nur Dänemark und Großbritannien auf einem nachhaltigen Weg, die Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Die USA stürzen nach vier Jahren Präsidentschaft unter Donald Trump im Klima-Ranking um ganze 19 Plätze ab. Doch auch Deutschland tut nicht genug, um bis Mitte des Jahrhunderts auf eine Netto-Nullemission zu kommen.

Klima-Ranking: USA stürzen wegen Trumps Politik ab

Klimaforscher sind sich einig: Der Klimawandel ist menschengemacht. Donald Trump allerdings wendete sich während seiner Präsidentschaft radikal vom Klimaschutz ab. Er stieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aus - und machte sich teils sogar über die globale Erwärmung lustig.

Trump ist nicht mehr im Amt, aber seine Präsidentschaft hat das Land im Kampf gegen den Klimawandel, der ohnehin schon schwer zu gewinnen war, weit nach hinten geworfen. Die USA sackten im EPI-Klimaindex nun 19 Plätze ab und liegt jetzt auf Rang 43. Politikbeobachter glauben, dass Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 sein Comeback versuchen könnte.

Rang im EPI-KlimaindexLand
1Dänemark
2Großbritannien
3Finnland
4Malta
5Schweden
6Luxemburg
7Slowenien
8Österreich
9Schweiz
10Island

EPI-Klimaindex: Nur Dänemark und Großbritannien auf dem Weg zu Null-Emissionen

Der aktuelle IPCC-Klimabericht zeigt, dass eine Reduktion der CO2-Emissionen bis 2050 auf null erfolgen muss, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad aufzuhalten. Fast jedes Land dieser Erde hat sich verpflichtet dieses Ziel der Netto-Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts zu erreichen. Die Netto-Nullemissionen bezeichnen den Punkt, an dem keine neuen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre gelangen. Entstandene Treibhausgase können auch durch Reduktionsmaßnahmen an anderer Stelle wieder entfernt werden - unterm Strich muss die Bilanz der Treibhausgase bei null liegen.

Wie der Mensch die Umwelt verschmutzt

Der Mensch beeinflusst die Erde nicht nur zum Positiven – das wird an vielen Stellen sichtbar. Beispielsweise am Wasser im Fluss St. Lucie in Florida: Das Wasser dort ist von Blaualgen bedeckt, die durch zu viele Nährstoffe im Wasser und sehr hohe Temperaturen entstehen können. Die Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen, außerdem ist der Geruch unangenehm.
Der Mensch beeinflusst die Erde nicht nur zum Positiven – das wird an vielen Stellen sichtbar. Beispielsweise am Wasser im Fluss St. Lucie in Florida: Das Wasser dort ist von Blaualgen bedeckt, die durch zu viele Nährstoffe im Wasser und sehr hohe Temperaturen entstehen können. Die Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen, außerdem ist der Geruch unangenehm. © Rhona Wise/afp
Mancherorts ist die Luftverschmutzung so schlimm, dass die Bevölkerung Schutzmasken trägt. Dieses Bild entstand im März 2017 in Beijing – lange bevor Masken auf den Straßen wegen Corona ein alltäglicher Anblick wurden.
Mancherorts ist die Luftverschmutzung so schlimm, dass die Bevölkerung Schutzmasken trägt. Dieses Bild entstand im März 2017 in Beijing – lange bevor Masken auf den Straßen wegen Corona ein alltäglicher Anblick wurden. © Nicolas Asfouri/afp
Tote Fische im Fluss Lempa in Guatemala. Im Jahr 2018 sind in dem Fluss in kürzester Zeit mehrere tausend Fische verendet, weil Abwässer in den Fluss eingeleitet wurden. Das verschmutzte Wasser stammte größtenteils aus Firmen, die Kaffeebohnen waschen und verarbeiten und keine Abwasserreinigungsanlagen besitzen.
Tote Fische im Fluss Lempa in Guatemala. Im Jahr 2018 sind in dem Fluss in kürzester Zeit mehrere tausend Fische verendet, weil Abwässer in den Fluss eingeleitet wurden. Das verschmutzte Wasser stammte größtenteils aus Firmen, die Kaffeebohnen waschen und verarbeiten und keine Abwasserreinigungsanlagen besitzen. © Marvin Recinos/afp
Müll, wohin man blickt: Ein Hund schaut scheinbar traurig auf einen Bachlauf in Manila (Philippinen), der komplett mit Müll gefüllt ist.
Müll, wohin man blickt: Ein Hund schaut scheinbar traurig auf einen Bachlauf in Manila (Philippinen), der komplett mit Müll gefüllt ist. © Noel Celis/afp
Am Rande des Flusses Kongo in Kinshasa sammeln Männer Plastikflaschen. Der Fluss ist für die Menschen in der Stadt Kinshasa lebenswichtig – doch er und seine Zuflüsse sind komplett vermüllt.
Am Rande des Flusses Kongo in Kinshasa sammeln Männer Plastikflaschen. Der Fluss ist für die Menschen in der Stadt Kinshasa lebenswichtig – doch er und seine Zuflüsse sind komplett vermüllt. © John Wessels/afp
Auch die Kanarischen Inseln sind nicht frei von Müll. Diese Abfälle hat ein Freiwilliger der NGO „Canarias Libre de Plasticos“ (Kanarische Inseln frei von Plastik) am Almaciga-Strand an der nördlichen Küste der Insel Teneriffa gesammelt.
Auch die Kanarischen Inseln sind nicht frei von Müll. Diese Abfälle hat ein Freiwilliger der NGO „Canarias Libre de Plasticos“ (Kanarische Inseln frei von Plastik) am Almaciga-Strand an der nördlichen Küste der Insel Teneriffa gesammelt. © Desiree Martin/afp
Schwarzer Qualm steigt aus den Schloten dieser Fähre, die gerade den Hafen Ajaccio der französischen Mittelmeerinsel Korsika verlässt. Fähren und Kreuzfahrtschiffe tragen erheblich zur Verschmutzung des Meeres in dieser Region bei.
Schwarzer Qualm steigt aus den Schloten dieser Fähre, die gerade den Hafen Ajaccio der französischen Mittelmeerinsel Korsika verlässt. Fähren und Kreuzfahrtschiffe tragen erheblich zur Verschmutzung des Meeres in dieser Region bei. © Pascal Pochard-Casabianca/afp
Im Recyling-Center in Barva auf Costa Rica stapeln sich die Müllsäcke. In Costa Rica werden pro Tag 564 Tonnen Plastik weggeworfen – und nur 14 Tonnen davon werden wiederverwertet, so eine Statistik des zuständigen Ministeriums aus dem Jahr 2018.
Im Recyling-Center in Barva auf Costa Rica stapeln sich die Müllsäcke. In Costa Rica werden pro Tag 564 Tonnen Plastik weggeworfen – und nur 14 Tonnen davon werden wiederverwertet, so eine Statistik des zuständigen Ministeriums aus dem Jahr 2018. © Ezequiel Becerra/afp
Trauriger Anblick: Eisbären suchen auf einer Müllhalde in der Nähe der Ortschaft Belushya Guba auf der russischen Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja nach Nahrung. Im Jahr 2018 wurde in dem Ort er Notstand ausgerufen, nachdem Dutzende Bären in Wohnungen und öffentliche Gebäude eingedrungen sind. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen, sagen Fachleute: Das Eis schmilzt, gleichzeitig dringen die Menschen immer weiter in das einstige Gebiet der Eisbären vor.
Trauriger Anblick: Eisbären suchen auf einer Müllhalde in der Nähe der Ortschaft Belushya Guba auf der russischen Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja nach Nahrung. Im Jahr 2018 wurde in dem Ort er Notstand ausgerufen, nachdem Dutzende Bären in Wohnungen und öffentliche Gebäude eingedrungen sind. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen, sagen Fachleute: Das Eis schmilzt, gleichzeitig dringen die Menschen immer weiter in das einstige Gebiet der Eisbären vor. © Alexander Grir/afp
Treibgut der etwas anderen Art: Seit mehr als 30 Jahren werden Plastiktelefone im Stil der berühmten Katze Garfield an französischen Stränden angeschwemmt. 2019 wurde das Rätsel gelöst: Ein Schiffscontainer, der in den 1980er Jahren verloren ging, wurde in einer versteckten Meereshöhle gefunden.
Treibgut der etwas anderen Art: Seit mehr als 30 Jahren werden Plastiktelefone im Stil der berühmten Katze Garfield an französischen Stränden angeschwemmt. 2019 wurde das Rätsel gelöst: Ein Schiffscontainer, der in den 1980er Jahren verloren ging, wurde in einer versteckten Meereshöhle gefunden. © Fred Tanneau/afp
Neumodischer Müll: Ein Taucher hat einen Elektro-Roller aus dem Meer bei Marseille (Frankreich) gefischt. Seit die ersten Elektro-Roller in Marseille an den Start gingen, werden sie regelmäßig im Meer gefunden. Freiwillige Taucher sammeln die Roller wieder ein.
Neumodischer Müll: Ein Taucher hat einen Elektro-Roller aus dem Meer bei Marseille (Frankreich) gefischt. Seit die ersten Elektro-Roller in Marseille an den Start gingen, werden sie regelmäßig im Meer gefunden. Freiwillige Taucher sammeln die Roller wieder ein. © Gerard Julien/afp
Ein älterer Mann bekommt von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Dosis Sauerstoff. Brände haben im Jahr 2019 in ganz Südostasien einen giftigen Dunst verbreitet – Schulen und Flughäfen in Jakarta wurden geschlossen, tausende Mitarbeiter mussten stattdessen Brände bekämpfen.
Ein älterer Mann bekommt von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Dosis Sauerstoff. Brände haben im Jahr 2019 in ganz Südostasien einen giftigen Dunst verbreitet – Schulen und Flughäfen in Jakarta wurden geschlossen, tausende Mitarbeiter mussten stattdessen Brände bekämpfen. © Tri Iswanto/afp
Am Itapuama-Strand bei Cabo de Santo Agostinho in Brasilien steigt im Oktober 2019 ein Junge aus dem ölverschmutzten Meer. 2000 Kilometer Küste im Nordosten Brasiliens waren zu dieser Zeit von Öl verschmutzt – die Herkunft des Öls ist bis heute unbekannt.
Am Itapuama-Strand bei Cabo de Santo Agostinho in Brasilien steigt im Oktober 2019 ein Junge aus dem ölverschmutzten Meer. 2000 Kilometer Küste im Nordosten Brasiliens waren zu dieser Zeit von Öl verschmutzt – die Herkunft des Öls ist bis heute unbekannt. © Leo Malafaia/afp
Nicht nur Müll, Plastik oder Öl kann Wasser verschmutzen. In diesem Fall lassen Schadstoffe in Abwässern das Wasser am Strand von Marina in Chennai schäumen.
Nicht nur Müll, Plastik oder Öl kann Wasser verschmutzen. In diesem Fall lassen Schadstoffe in Abwässern das Wasser am Strand von Marina in Chennai schäumen. © Arun Sankar/afp
Eine Frau wühlt in den Müllbergen am Straßenrand von Bac Ninh im Osten von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams.
Eine Frau wühlt in den Müllbergen am Straßenrand von Bac Ninh im Osten von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. © Nhac Nguyen/afp

Der EPI-Klimaindex untersucht die ökologische Leistungsbilanz von 180 Ländern anhand von insgesamt 40 Performance-Indikatoren in elf Kategorien anhand von Daten zwischen 2010 und 2019. Demnach sind nur Dänemark und Großbritannien auf einem nachhaltigen Weg die Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Namibia und Botswana scheinen zumindest in die richtige Richtung zu gehen, denn sie weisen deutlich geringere Treibhausgas-Ausstöße auf als andere Länder in der Region. Alle anderen 176 untersuchten Länder erreichen das Ziel nicht. China, Indien, die USA und Russland zusammen waren auf dem besten Weg, im Jahr 2050 für mehr als die Hälfte der globalen Emissionen verantwortlich zu sein.

Deutschland liegt insgesamt auf Rang 13 im Klima-Ranking. Auch die Bundesrepublik tut demnach nicht genug gegen den Klimawandel - obwohl die langfristigen Folgen der globalen Erwärmung auch hierzulande katastrophal wären. Den Untersuchungen zufolge erreicht Deutschland mit den aktuellen Maßnahmen das Ziel der Netto-Nullemissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts nicht. „Wir glauben, dass dieser Bericht ein Weckruf für viele Länder sein wird“, sagte Daniel C. Esty , der Direktor des Yale Center for Environmental Law and Policy gegenüber der New York Times. Viele Länder hätten wohl gedacht, sie würden bereits tun was nötig ist, doch bei den wenigsten sei das der Fall, so Etsy weiter.

Quelle: Wolf, M. J., Emerson, J. W., Esty, D. C., de Sherbinin, A., Wendling, Z. A., et al. (2022). 2022 Environmental Performance Index. New Haven, CT: Yale Center for Environmental Law & Policy. epi.yale.edu

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