Wahl am 22. September

„Mit Handwerk bisher nicht aufgefallen“: Ministerpräsident greift Wagenknecht vor Brandenburg-Wahl an

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Zeigt sich trotz Umfragen zuversichtlich für die Wahl: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.
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Die SPD lag bei der Europawahl in Brandenburg knapp hinter dem BSW. Regierungschef Woidke (SPD) ist dennoch zuversichtlich für die Landtagswahl.

Potsdam – Die Zeichen in Brandenburg stehen auf Landtagswahl. In knapp zwei Monaten wird in dem Bundesland, wie auch in weiteren, an die Wahlurne gebeten. Aktuell ist der SPD-Politiker Dietmar Woidke im Regierungsamt, doch die jüngsten Umfragen und Trends sprechen gegen ihn: Bei der jüngsten Europawahl lagen die Sozialdemokraten knapp hinter dem BSW. Das hält Brandenburgs Ministerpräsidenten allerdings nicht davon ab, Sahra Wagenknecht zu attackieren. Zugleich schließt er aber Gespräche mit ihrem Bündnis nach der Landtagswahl nicht aus.

Vor Landtagswahl im Brandenburg: Woidke greift Wagenknecht an

„Es gibt in der Politik zwei große Linien: Mundwerk und Handwerk. Wenn es gut läuft, passen beide gut zusammen oder beides kommt vor, aber es gibt auch Mundwerk oder Handwerk“, sagte Woidke im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Mit Handwerk ist sie mir bisher nicht aufgefallen, aber am Ende ist Politik Handwerk.“

Doch damit nicht genug: Vor der Landtagswahl in Brandenburg sieht der SPD-Spitzenkandidat mehrere Defizite bei Wagenknecht und dem BSW: „Ich glaube, es ist Teil ihrer Strategie, dass sie vieles offenlässt, damit sie alle Wünsche und Erwartungen auf sich vereinen kann. In Brandenburg tritt Sahra Wagenknecht persönlich nicht an, gewählt werden kann sie hier somit nicht.“

Gespräche nach Brandenburg-Wahl möglich: SPD schließt Arbeit mit BSW nicht aus

Bei der kommenden Landtagswahl in Brandenburg am 22. September wird das BSW auf eine linksgerichtete Sozialpolitik und eine strikte Beschränkung von Migration setzen. Woidke zeigt sich derweil offen für Gespräche mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht nach der Wahl. „Wenn das BSW beweisen will, dass es auch regieren kann, dann kann es sein, dass wir mit dem BSW sprechen. Am Ende braucht es im Regierungshandeln aber Pragmatismus. Im Land Brandenburg wird nicht über die Migrationsfrage oder die Zukunft der Ukraine entschieden.“

Die SPD lag in der jüngsten Wahlumfrage von Infratest dimap zur Lage in Brandenburg aus dem Juli mit 19 Prozent gleichauf mit der CDU hinter der AfD mit 23 Prozent. Das BSW der ehemaligen Linken-Politikerin Wagenknecht erreichte 16 Prozent. SPD und BSW haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Bei der Europawahl landete die SPD in Brandenburg mit 13,1 Prozent knapp hinter dem BSW, das auf 13,8 Prozent kam. Europa- und Landtagswahl sind allerdings nicht vergleichbar. (fbu/dpa)

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