VonPeter Siebenschließen
Aus NRW ins politische Berlin: CDU-Politikerin Serap Güler ist seit 2021 im Bundestag. Eine Sache vermisst sie dort besonders.
Berlin – Serap Güler gehört im politischen Berlin zur neuesten Generation: Sie ist 2021 in den Bundestag eingezogen. Die CDU-Politikerin stammt aus dem Ruhrgebiet, ist Tochter türkischer Einwanderer, ihr Vater hat als Bergmann gearbeitet. Ihre Heimat ist aber ganz klar: Köln.
Serap Güler über ihre Heimat Köln: „Home is, where the Dom is“
Das sagte Serap Güler im Interview mit IPPEN.MEDIA auf die Frage, ob sie in Berlin manchmal NRW vermisse. „Jeden Tag. Das Schönste an Berlin ist die Bahnfahrt zurück nach Köln“, so Güler. „In Berlin wird die große Politik gemacht und das macht mir sehr große Freude. Aber ich bin und bleibe NRWlerin, außer der Politik zieht mich nichts nach Berlin. Home is, where the Dom is.“
CDU-Politikerin Güler über Clankriminalität in NRW: „Fehler bei der Migrationspolitik“
Serap Güler war von 2017 bis 2021 Staatssekretärin für Integration im Familienministerium. Auch als Bundestagsabgeordnete hat sie neben der Verteidigungspolitik auch weiterhin Integrationsthemen im Blick. In den letzten Jahrzehnten seien durchaus Fehler bei der Migrationspolitik gemacht worden, sagte Güler mit Blick auf die sogenannte „Clankriminalität“, die vor allem in Berlin, Bremen und im Ruhrgebiet ein Thema ist. „Wir hatten in den 80er Jahren noch Türken-Klassen im Ruhrgebiet. Da wurden alle türkischen Kinder in eine Klasse gesteckt, in denen nur Türkisch gesprochen wurde. Man dachte, die gehen wieder zurück und müssen kein Deutsch lernen“, erzählt sie.
Oft habe es weing Chancengleichheit gegeben, was zu sozialen Verwerfungen führen könne. „Ein Kommilitone von mir stammte aus der libanesischen Community in Essen, in der viele immer noch nur einen Duldungsstatus haben“, so Güler. Sie selbst habe nach dem Studium schnell die ersten Vorstellungsgespräche gehabt, der Kommilitone gar keine. „Das hatte nichts damit zu tun, dass er schlechter war. Der einzige Unterschied war, dass er eben nur geduldet war. Wenn man nicht mal eine Chance bekommt, obwohl man erfolgreich ein Studium zu Ende gebracht hat, dann macht das was mit einem.“
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