München - Die Konfrontation von Hillary Clinton und Donald Trump scheint unausweichlich - und sie ist ebenso problematisch wie riskant.
Donald Trump gegen Hillary Clinton: Wer gerne bei Buchmachern sein Geld riskiert, sollte nun auf dieses Duell im amerikanischen Wahlkampf-Finale setzen. Diese Konfrontation erscheint unausweichlich – und sie ist vor allem für die Republikaner, die nach acht Jahren Barack Obama wieder das Weiße Haus übernehmen wollen, ebenso problematisch wie riskant.
Zum einen waren sich die Trumps und die Clintons einst nahe. So nahe, dass Trump Spendenschecks für die Clintons schrieb und diese bei ihm zur Hochzeit eingeladen waren. Dies entwertet einen Teil der Kritik, die der New Yorker Milliardär der früheren First Lady entgegenschleudern dürfte.
Politischer Super-GAU ist seit dem "Super Tuesday" deutlich nähergerückt
Zum anderen droht angesichts der tiefen Risse innerhalb der Republikaner mit Blick auf die Person Trump und dessen politische (und rassistische) Thesen, dass am Wahltag jene konservativen Wähler zuhause bleiben, die bisher seine Partei-Mitbewerber unterstützten, und nun von den Beleidigungen die Nase voll haben. Das würde Hillary Clinton den Sieg in den Schoß legen – denn die Wahlbeteiligung ist gerade bei knappen Duellen der Schlüssel zum Erfolg.
Und dann ist da natürlich noch die große Gefahr, dass der derzeit parteiinterne Slogan des Republikaner-Establishments – „Trump verhindern“ – zum alles überlagernden Motto der Novemberwahl wird. Die Republikaner würden sich damit dann, so kurios es klingt, für weite Teile der Bevölkerung unwählbar machen und einen massiven Imageschaden davontragen. Dieser politische Super-GAU ist seit dem „Super Tuesday“ deutlich näher gerückt – übrigens auch für Europa.
Die Umfragewerte von Trump und Clinton verändern sich - wir haben sie uns genauer angeschaut.
Friedemann Diederichs