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Nadja Orthschließen
Am Donnerstagabend fand eine TV-Debatte mit den sieben größten Parteien in Großbritannien statt. Diesmal musste sich Tory-Ministerin Mordaunt behaupten.
Update vom 14. Juni, 5.32 Uhr: Tory-Ministerin Penny Mordaunt und die stellvertretende Parteivorsitzende der Labour-Partei, Angela Rayner, gerieten in der gestrigen BBC-Wahldebatte wiederholt beim Thema Verteidigung und Steuern aneinander. Rayner warf Mordaunt mehrmals „Lügen“ vor, weil diese mehrfach behauptete, Labour wolle die Steuern um 2000 Britische Pfund pro Haushalt erhöhen.
Auch das Thema Einwanderung war ein weiterer Schwerpunkt der 90-minütigen Debatte. Nigel Farage von der Reformer-Partei, der ebenfalls an der Diskussion teilnahm, geriet dabei ebenso unter Beschuss wie Teilnehmende von den Liberal Democrats, den Grünen sowie die walisisch-nationale Plaid Cymru.
Konservative in Großbritannien bei TV-Debatte unter Druck
Erstmeldung: Manchester – Je näher die Parlamentswahlen in Großbritannien rücken, desto schlechter scheinen die Chancen für die Konservativen unter dem amtierenden Premierminister Rishi Sunak. Die Sozialdemokraten von Parteichef Keir Starmer gelten als haushoher Favorit. Allen Umfragen zufolge dürften sie nach der Abstimmung am 4. Juli die Regierung übernehmen. Oder können die Tories das Ruder doch noch mal umreißen?
Dieser Herausforderung stellte sich die Partei erneut in einer TV-Debatte bei BBC am Donnerstagabend (Ortszeit). Zwar traten dieses Mal weder Sunak noch sein Konkurrent Starmer auf, sie hatten sich bei dem TV-Sender bereits in den letzten Tagen hitzige Duelle mit teils mehreren Fauxpas geliefert. Stattdessen nahmen unter anderem die Abgeordneten Penny Mordaunt (Conservative Party), Angela Rayner (Labour Party) sowie fünf weitere Politiker und Politikerinnen der anderen Parteien teil.
Nächste TV-Debatte in Großbritannien: Konkurrenz-Parteien starten mit Seitenhieb gegen Tories
Dabei wurde den Konservativen gleich zu Beginn ein deutlicher Dämpfer versetzt. Wie The Times berichtete, verwies der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Nigel Farage, auf eine neue Umfrage in Großbritannien. Diese habe kurz vor Beginn der Sendung ergeben, dass die Reform landesweit 19 Prozent der Stimmen hat, während die Konservativen bei 18 Prozent liegen. „Kurz bevor wir auf Sendung gingen, überholten wir die Konservativen in den nationalen Meinungsumfragen“, wird Farage zitiert. „Wir sind jetzt die Opposition zu Labour.“
- Penny Mordaunt (Conservative Party)
- Angela Rayner (Labour Party)
- Daisy Cooper (Liberal Democrats)
- Stephen Flynn (Scottish National Party/SNP)
- Nigel Farage (Reform UK)
- Carla Denyer (Green Party)
- Rhun ap Iorwerth (Plaid Cymru)
Druck auf die Konservativen vor ihrem TV-Auftritt gab es am Donnerstag auch von Seiten der Labour-Partei, die vor der Sendung ihr Wahlprogramm veröffentlicht hatte. Bei der Vorstellung in Manchester betonte Starmer: Labour wolle das „konservative Chaos“ der vergangenen 14 Jahre beenden. „Heute können wir ein neues Fundament der Stabilität legen und auf diesem Fundament können wir mit dem Wiederaufbau Großbritanniens beginnen.“ Starmer wurde zu Beginn seiner Rede jedoch von einer Klimaaktivistin unterbrochen. Sie warf Labour vor, lediglich die Klimapolitik der Konservativen von Premierminister Rishi Sunak fortzusetzen. „Wir brauchen Besseres. Das Klima kann nicht warten“, rief sie, bevor sie von Sicherheitsleuten aus dem Saal gebracht wurde.
Konservative stehen vor Wahlen in Großbritannien unter Druck: So will Sunak das Ruder umreißen
Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak will unterdessen mit Steuererleichterungen seinen bisher misslungenen Wahlkampf retten. Auf 76 Seiten legen die Konservativen unter anderem dar, dass sie den Beitragssatz zur Sozialversicherung um zwei Prozentpunkte kürzen wollen. Die National Insurance dient etwa zur Finanzierung des Gesundheitsdiensts, von Renten und Sozialhilfe. Selbstständige sollen davon künftig vollständig befreit sein, kündigte Sunak unter Beifall von Parteifreunden an.
Die erste große TV-Debatte zwischen Labour und den Tories hatte Anfang Juni stattgefunden, wo der britische Premier aggressiv auf Herausforderer Starmer losgegangen war. Starmer hatte in der Diskussion zunächst hochnervös gewirkt und sich an vorgefertigte Aussagen geklammert, die die Einwanderungs- und Gesundheitspolitik kritisierten. Unterdessen hatte der Regierungschef an seinem Slogan von Labour als Steuererhöhungspartei festgehalten. Zumindest in der Außenpolitik waren die beiden Kandidaten sich schließlich näher gekommen. Unter anderem hatten sich beide bereit gezeigt, auch im Falle einer Wiederwahl Donald Trumps als US-Präsident weiterhin mit der USA zusammenzuarbeiten.
Rubriklistenbild: © Benjamin Cremel/AFP


