Krieg mitten in Europa?

Kosovo-Lage vor Eskalation: Frankreich „sehr besorgt“ – Putin-Sprecher sichern Serbien Hilfe zu

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Die Lage im Norden des Kosovo droht weiter zu eskalieren. Frankreich zeigt sich „sehr besorgt“. Russland stellt sich an die Seite Serbiens.

Pristina - Droht ein bewaffneter Konflikt mitten in Europa? Die Situation im Norden des Kosovo ist aktuell extrem angespannt. Am Montag gab es Berichte, dass Serbien einen Militärkonvoi in Richtung Grenze geschickt hat. Zuvor hatte Serbien offen damit gedroht Truppen in das Nachbarland zu entsenden. Auch die internationale Gemeinschaft blickt mit Argwohn auf die Situation.

Kosovo-Lage vor Eskalation? Frankreich „sehr besorgt“

Während die Staatschefs den Serbien-Kosovo-Konflikt befeuern, hat sich Frankreich nach Angriffen auf Polizisten und die EU-Mission im Kosovo „sehr besorgt“ gezeigt. „Frankreich verurteilt den inakzeptablen Angriff auf die EU-Mission Eulex und sämtliche Gewaltakte in der Region“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Paris.

Die kosovarische Polizei entsandte am Freitag, den 9. Dezember 2022, zusätzliche Patrouillen - nach einer Nacht voller Spannungen.

Serbien und Kosovo sollten den von der EU vermittelten Dialog wieder aufnehmen, heißt es weiter. Frankreich unterstütze die europäische Vermittlung, „die Serbien und Kosovo zu einem umfassenden und rechtlich verbindlichen Abkommen und in Richtung einer europäischen Perspektive voranbringen soll“.

Kosovo-Lage angespannt: Russland stellt sich an die Seite Serbiens

Der Kreml rief dazu auf, die Spannungen „mit diplomatischen Mitteln“ beizulegen. „Wir legen Wert darauf, dass alle Rechte der Serben garantiert werden“, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa warf der EU und den USA vor, für die verschlechterte Sicherheitslage im Kosovo verantwortlich zu sein. „Russland wird Belgrad weiter helfen, seine legitimen nationalen Interessen mit Blick auf das Kosovo durchzusetzen“, sagte sie.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hatte seinerseits betont, dass er „eine Million Mal“ versuchen werde den Frieden zu wahren, bevor die Armee in Kampfbereitschaft versetzt werde. Allerdings betonte er auch, dass Serbien bereit sei die ethnischen Serben im Kosovo zu verteidigen.

Das Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber von Belgrad bis heute als abtrünnig betrachtet. Belgrad bestärkt die serbische Minderheit im Norden des Kosovo bei ihren Versuchen, sich der Autorität Pristinas zu widersetzen. (rjs/afp)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Vudi Xhymshiti

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