Neue Serie im Staatsfernsehen

Kreml-Freund startet Propaganda-Show: Mini-Trump soll Kindern Patriotismus lehren

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In der Serie von Putins Chef-Propagandisten sollen die Kinderversionen von großen Machthabern wie Trump oder Kim Jong-un das Nationalgefühl stärken.

Moskau – Die Propaganda des Kreml setzt bereits bei den Jüngsten an: Eine neue TV-Show im russischen Staatsfernsehen soll nun schon Kleinkindern Patriotismus lehren. Als Vorbilder dienen dabei animierte Kleinkindversionen von Staatsoberhäuptern – darunter US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Führer Kim Jong-un.

Kreml-Propagandist startet neue Kindershow: Miniversionen von Putin und Trump sollen Patriotismus lehren

Wie Newsweek berichtet, will der Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow, der die Kindersendung produziert, vor allem den jungen Zuschauern schon in jungen Jahren Patriotismus vermitteln. Solowjow ist ein bekannter russischer Staatsfernsehmoderator und enger Verbündeter des russischen Präsidenten. Er kündigte das Debüt der Show in den sozialen Medien an. Er nannte die neue Show „einen ehrgeizigen Schritt in die Zukunft, in der politisches Bewusstsein bereits im Kindesalter beginnt.“

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

In dem veröffentlichten Video-Ausschnitt sitzt zum Beispiel die animierte Kinderversion von Kim Jong-un neben einer kleinen Rakete, Putin spielt in einem Karate-Anzug mit einem Teddy und der französische Präsident Emmanuel Macron puzzelt. Alle Staatsoberhäupter nehmen an einer Video-Konferenz teil. Teilnehmer sind auch Elon Musk und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan. Die Verniedlichungen sollen „dem jungen Publikum die Tür zur Welt der großen Politik öffnen“, sagte der Propagandist.

Kreml denkt Kinderfernsehen neu: Propaganda-Show verpackt Patriotismus in verständliches Format

Die neue Show, sagte er, sei „nicht nur ein Programm, sondern eine Meisterklasse zum aktuellen Thema in einem für Kinder verständlichen Format.“ Denn „Wo sonst können Kinder mit der gleichen Leichtigkeit über Geopolitik diskutieren wie über Streitereien beim Schaufeln im Sand?“, schrieb er. „SolowjowKids vermittelt Patriotismus schon in jungen Jahren und entwickelt analytisches Denken schon vor der ersten Klasse. Es ist Zeit, Kinderfernsehen neu zu denken.“

SolowjowKids vermittelt Patriotismus schon in jungen Jahren und entwickelt analytisches Denken schon vor der ersten Klasse. Es ist Zeit, Kinderfernsehen neu zu denken.

Wladimir Solowjow – Chef-Propagandist von Wladimir Putin

Die Sendung wird im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt und spiegelt somit die politischen Ansichten und die Agenda des Kremls wider. Solowjow selbst ist bekannt für seine aggressive Haltung gegenüber dem Westen und seine wiederholten Drohungen, Russland könne Nato-Mitgliedsstaaten angreifen. Wann genau die Sendung startet, ist bislang aber unklar.

Nicht nur im Staatsfernsehen: Putin macht auch Werbung für den Ukraine-Krieg an Schulen

Russland setzt aber nicht nur auf Propaganda in der Freizeit. Auch in Schulen werden die Kinder auf Kremllinie gebracht. Wie der Spiegel berichtet, zeigte eine Auswertung der aktuellen Lehrpläne, dass Russland mit einer immer deutlich stärkeren staatlichen Indoktrinierung von Kindern arbeitet. Der Unterrichtsanteil, der sich als „Propaganda der Ideen des Kreml“ werten lasse, werde sich in dem Schuljahr 2024/25 auf etwa 1300 Stunden verdoppeln.

Chef-Propagandist von Wladimir Putin: Wladimir Solowjow (Mi.).

Das hat das Portal Agentstwo im September letzten Jahres recherchiert, in dem oppositionsnahe russische Journalisten zusammenarbeiten. Putin hatte schon mehrfach gefordert, dass Schulen Kinder möglichst früh und intensiv zu Patrioten erziehen sollen. Erziehung zu kritischem Denken ist dagegen nicht gefragt.

Experten beklagen seit Längerem eine Militarisierung des Unterrichts. Die Erhöhung der Schulstunden ergibt sich Agentstwo zufolge unter anderem durch das Modul „Militärische Ausbildung. Grundlagen des militärischen Wissens“. Auf die Lage an den Schulen wies auch das britische Verteidigungsministerium hin. Der Unterricht ziele darauf ab, eine stärker militarisierte und sicherheitsorientierte Gesellschaft zu schaffen, schrieb das Ministerium im September 2024 in seinem täglichen Geheimdienstbericht zum Ukraine-Krieg. Die neue Jugendstrategie solle unter anderem das Ansehen des Militärdienstes erhöhen, Patriotismus vermitteln und Jugendliche auf den Militärdienst vorbereiten (bg).

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS

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