Israelische Bodenoffensive in Gaza: Panzer gegen Untergrund
VonLisa Mariella Löw
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Die israelische Bodenoffensive in Gaza geht in die nächste Phase. Mit Panzern und Wärmebildkameras suchen sie die Hamas, doch die Gefahr lauert im Untergrund.
Gaza - Eine Bodenoperation ohne blutige Auseinandersetzungen, jedoch mit Panzern und Wärmebildkameras - so lautet derzeit das Mandat der israelischen Truppen im Gazastreifen. Doch selbst die Panzer sind vor den Attacken der Hamas nicht sicher - vermutlich wurden mindestens zehn Soldaten in ihrem Panzer getötet. Seit acht Tagen ist die Bodenoperation der israelischen Truppen in Gaza im Gange.
Nun werden die Angriffe des Krieges in Israel strategischer und zielorientierter, wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet. Die Givati-Truppen, ein Teil der Kampfgruppe der 401. Panzerbrigade, die seit Beginn der Bodenoperation im Nordwesten des Gazastreifens im Einsatz sind, sollen einen Brigadekommandoposten in einem der nördlichen Stadtteile von Gaza-Stadt sichern.
Bodenoffensive in Gaza: Mörsergranate der Hamas trifft israelischen Kommandoposten
Sie hocken in Verteidigungsstellungen und beobachten die umliegenden Gebäude durch Löcher in der Backsteinmauer um eine teilweise zerstörte Villa, wie Haaretz aufgrund von Gesprächen mit den Soldaten berichtet. Ihre Kampfwesten seien überfüllt mit mehr Gewehrmagazinen als vorgeschrieben, aber ihre Handfeuerwaffen scheinen sie seit ihrer Ankunft aus Israel kaum benutzt zu haben.
Abgesehen von der Sicherung des Kommandopostens hatten sie bisher nichts zu tun, sagte einer der Givati-Soldaten. „Alles, was wir getan haben, ist, in unseren gepanzerten Fahrzeugen herumzufahren.“ Sie seien bisher noch nicht auf Hamas-Kämpfer gestoßen. Allerdings sei bereits eine Mörsergranate in den Brigadekommandoposten eingeschlagen, berichtet ein Soldat.
Keine Hamas in Sicht: Israel sucht Terroristen mit Wärmebildkameras in Gaza
Das Bodenmanöver der israelischen Armee in Gaza wird hauptsächlich mit Merkava Mark IV-Panzern sowie schweren Infanterie-Kampffahrzeugen (IFVs) Namer und Eitan durchgeführt. Mit Kameras und Drohnen suchen sie die Hamas. Dabei halten sie auch nicht vor den Ruinen der Kleinstädte im Norden an, die sie zuvor mit ihren Luftangriffen zerstört haben. In den Trümmern suchen sie mit ihren Wärmebildkameras nach Anzeichen eines Hinterhalts. Tatsächlich gibt es Spuren der Hamas: Über dem Grenzzaun fliegen zwei Raketensalven hinweg und zielen auf die Stadt Aschdod. Ein Sprengsatz explodiert neben einem israelischen Panzer. „Es gibt viel Beschuss mit Kleinwaffen und Granaten mit Raketenantrieb“, sagt Maj Yiftach, ein israelischer Panzeroffizier.
„Aber wir sehen die Terroristen kaum. Sie sind im Untergrund und tauchen nur auf, um zu überfallen. Wir haben schon einige Tunnelausgänge gefunden. Wenn das passiert, rufen wir Yahalom (eine Eliteeinheit für Kampftechnik und Sprengung), die sie in die Luft jagt.“ Satellitenaufnahmen, die am 30. Oktober gemacht wurden, zeigen Dutzende israelische Fahrzeuge an verschiedenen Sammelpunkten nordwestlich von Gaza, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Deutlich zu sehen sind auch die Spuren, die die Fahrzeuge bei ihren Vorstößen im Gelände hinterlassen haben. Zerstörte Gebäude und Bombenkrater zeugen von der Bombardierung des Gebiets durch die israelische Luftwaffe.
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Krieg in Israel: Hamas greift aus Schulgebäude israelische Soldaten an
In der Nähe des Kommandopostens befindet sich ein großes Schulgebäude. Der Flügel mit Blick auf den Pfosten wurde zerstört. „Wir wollten nicht auf die Schule schießen“, sagt einer der Brigadekommandeure, „aber die Hamas hat von dort aus auf uns geschossen und wir mussten reagieren.“ Sie hätten auch aus der Moschee heraus geschossen.
Selbst die Panzerfahrzeuge sind nicht sicher. Zwei Panzerabwehrraketen haben bereits einen der Namer-Transporter getroffen und alle zehn Givati-Soldaten getötet. Unter den israelischen Soldaten der Bodenoperation sind auch einige Frauen, wie im Kommandoposten im Gazastreifen und in den Sanitätsteams.
Gefährlichster Teil der Bodenoffensive in Gaza stehe Israel erst noch bevor
Das Ziel der Bodenoperation von Israel ist klar: Immer weiter in Richtung Gaza-Stadt vorrücken, hin zum unterirdischen Hauptquartier der Hamas-Führung. Doch die Dunkelheit im Stadtzentrum sowie die engen Gassen könnten Gefahren für die Panzer darstellen und sie anfälliger für Hinterhalte machen. Der israelische Brigadegeneral Iddo Mizrahi sagte im Armee-Radio, die israelischen Truppen seien dabei, den Zugang zu Gaza zu sichern. Das Gelände sei jedoch teilweise vermint und mit Sprengfallen gesichert, wie MDR berichtete.
Der schwierigste und gefährlichste Teil des Angriffs, bei dem die Soldaten von ihren Panzern absteigen und zu Fuß kämpfen müssen, steht im Kriegsverlauf erst noch bevor. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bereits die nächste Phase ihrer Offensive gegen die Hamas eingeleitet. Die Streitkräfte seien bereit, Hamas-Kämpfer in ihren unterirdischen Tunneln und Bunkern im nördlichen Gazastreifen anzugreifen, sagte Militärsprecher Richard Hecht. Die Terroristen würden ab sofort sowohl ober- als auch unterirdisch angegriffen, berichtete die Zeit.
Dieser Artikel wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung von Redakteur Bedrettin Bölükbasi sorgfältig geprüft.