Putins Sprecher Peskow

„Wir haben bestimmte Ziele identifiziert“: Kreml droht mit Angriffen auf europäische Hauptstädte

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Der Kreml droht europäischen Hauptstädten mit Raketenangriffen. Wladimir Putins Sprecher Peskow zufolge hat man bereits Ziele festgelegt.

Update vom 14. Juli, 10.45 Uhr: Die Spannungen zwischen Ost und West sind nach den jüngsten Ankündigungen am Rande des Nato-Gipfels, in Deutschland neue US-Waffen stationieren zu wollen, weiter eskaliert. Dass Russland inmitten des Ukraine-Kriegs als Reaktion auf westliche Aufrüstung sogar europäische Hauptstädte ins Visier nimmt, stellt dabei eine neue Eskalationsstufe dar. „Natürlich“ werde Moskau auf diese Stationierung antworten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die entsprechende Frage eines russischen Fernsehjournalisten.

Inmitten der Spannungen zwischen Russland und dem Westen gibt es derweil überraschende Entwicklungen an der Grenze zwischen der Ukraine und dem Russland-Verbündeten Belarus. Nach einem steten Truppenaufbau auf beiden Seiten der Grenze gab der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko bei einem Truppenbesuch Entwarnung und erklärte die Konfrontation für beendet. „Jetzt haben wir keine Komplikationen mit den Ukrainern, und ich hoffe, dass es auch keine geben wird“, wurde er von der Nachrichtenagentur Belta zitiert.

Erstmeldung: Moskau – Die Pläne der USA, Langstreckenraketen in Europa zu stationieren, sorgen in Russland für Entsetzen. Der Kreml hat nun in einer weiteren Erklärung darauf reagiert und den europäischen Ländern gedroht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte laut der Nachrichtenagentur Tass, man werde „selbstverständlich“ auf die Stationierung von Raketen reagieren.

Kremlsprecher droht: Hauptstädte europäischer Länder seien „potenzielle Opfer“

„Wir haben schon bestimmte Ziele in Europa für unsere Raketen identifiziert“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur zufolge weiter. „Die Hauptstädte dieser europäischen Länder sind unter den potenziellen Opfern“, hieß es. „Es gab immer die paradoxe Situation: Die USA haben Raketen verschiedener Reichweiten und Kaliber stationiert, und diese traditionell immer gegen unser Land ausgerichtet“, behauptete der Sprecher des Kreml weiter.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein Sprecher Dmitri Peskow bei einem Treffen mit afrikanischen Staatsoberhäuptern.

Russland wiederum habe seine Raketen gegen Ziele in Europa ausgerichtet. „Unser Land steht im Fadenkreuz amerikanischer Raketen in Europa“, wurde Peskow weiter von der Staatsagentur Tass zitiert. „Wir haben das alles schon einmal durchgemacht, es gab das schon einmal.“ Doch Russland habe die Fähigkeit zur Abschreckung dieser Raketen.

USA wollen ab 2026 in Deutschland Waffen stationieren, die bis nach Russland reichen

Am Rande des Nato-Gipfels in Washington in dieser Woche war bekanntgeworden, dass die USA von 2026 an in Deutschland wieder Waffensysteme stationieren wollen, die weit bis nach Russland reichen. Darunter sollen Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern sein, die technisch gesehen auch nuklear bestückt sein können, sowie Luftabwehrraketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen. Russland und China reagierten erbost auf die Ankündigung. 

Rubriklistenbild: © Sergei Bobylev/Imago

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