Zwei tote Kinder wurden von der italienischen Küstenwache von einem Boot mit Migranten im zentralen Mittelmeer geborgen.
Rom - Tunesische Fischer meldeten den Behörden am Freitag ein in Seenot geratenes Boot, das in der maltesischen Such- und Rettungszone (SAR) unterwegs war, wie die Guardia Costiera am Nachmittag mitteilte. Italien schickte demzufolge nach Abstimmung mit Malta ein Patrouillenboot an die Unglücksstelle, die nahe der italienischen SAR lag, und nahm dort 38 Migranten an Bord - darunter zwei tote Minderjährige.
Die Crew des Fischerbootes sprach laut Küstenwache von einer Explosion, die sich zuvor auf dem Kahn ereignete. Die Migranten wurden auf die italienische Insel Lampedusa gebracht. Eine Frau wurde noch vermisst. Die Behörden suchten mit einem Flugzeug und einem Patrouillenboot weiter nach ihr.
Dutzende Migranten aus Seenot im Mittelmeer gerettet
Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes haben die griechische Küstenwache und ein vorbeifahrendes Schiff am Freitagmorgen 75 Migranten aus Seenot gerettet. Die Menschen, die auf einem Segelboot unterwegs waren, hatte wegen starker Winde ein Notsignal gesendet, teilte die Zentrale der Küstenwache mit. Alle Passagiere seien wohlauf und in den Hafen der Ortschaft Neapolis gebracht worden. Aus welchen Ländern sie stammen, blieb zunächst unklar; sie sollen jedoch von der Türkei aus gestartet und Italien zum Ziel gehabt haben, hieß es.
Im östlichen Mittelmeer vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Migranten auf dem Weg nach Italien entdeckt werden. Schleuserbanden organisieren diese Reisen von der türkischen Ägäisküste und Staaten im Osten des Mittelmeers wie Syrien und dem Libanon aus. Häufig kommt es zu Maschinenschäden oder anderen Havarien auf den meist maroden Booten, die die Schleuser einsetzen. Auch sind die Reisenden meist völlig unerfahren, was Boote, stürmisches Wetter und starken Seegang betrifft. So kommen bei Unglücken immer wieder Menschen ums Leben, deren Leichen manchmal erst nach mehreren Tagen entdeckt werden. Eine Zahl zu den Toten in der Region gibt es aus offiziellen Quellen nicht. (dpa)