Fragwürdige Erziehung

Kurt Krömer bestraft seine Kinder – und bereut es direkt

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Links: Schreiendes Kind (Symbolbild). Rechts: Kurt Krömer.
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Der Komiker findet es nicht gut, wenn Eltern Dinge verbieten, um ihren Willen zu bekommen – und macht es selbst. In seinem Podcast „Feelings“ findet er deutliche Worte für seine Rolle als Vater.

Autorität in der Erziehung kann Kurt Krömer nicht ausstehen. Das erzählt der Komiker in der 29. Folge seines Podcasts „Feelings“. Am meisten stört ihn die Bestrafung, die damit einhergehe. Und damit meint Krömer keine veralteten Erziehungsmethoden, wie Kinder zu schlagen. Eher Momente, in denen Eltern sagen: Wenn du dieses oder jenes nicht machst, dann gibt es „acht Jahre kein Fernsehen mehr“ (übertrieben gesagt).

„Räum‘ dein Zimmer auf, sonst kommt der Weihnachtsmann morgen nicht“

Krömer selbst bestraft seine Kinder nie, sagt er im Podcast. Der Komiker ist alleinerziehender Vater. Drei seiner vier Kinder leben nach Medienberichten bei ihm in Berlin. Nur ein einziges Mal habe er sie ermahnt: „Räum‘ dein Zimmer auf, sonst kommt der Weihnachtsmann morgen nicht“. Direkt danach habe er es jedoch sofort bereut: „Hast du das gerade gesagt?“

Die Strafe schien für Krömer keinen Sinn zu machen, das wird in der Folge deutlich. „Was machst du denn dann am 28. Dezember, wenn der Weihnachtsmann schon da war?“, habe er sich gefragt. Kommt der Weihnachtsmann tatsächlich erst Tage später, müsste er womöglich an Silvester um 23.59 Uhr ins Bett gehen, weil sich die Tage nach hinten verschieben.

Natürlich handelt es sich dabei um eine hypothetische Überlegung. Sie zeigt jedoch, dass Krömer sich mit der Bestrafung unwohl fühlt. „Ich bin nicht autoritär“, sagt er über sich selbst im Podcast.

KünstlernameKurt Krömer
Bürgerlicher NameAlexander Bojcan
Geburtsdatum20. November 1974
BerufKomiker, Schauspieler und Autor
Aktuelle ShowsPodcast Feelings, Last One Laughing (LOL)
WohnortBerlin Kreuzberg
Größe1,94 Meter
GeburtsortBerlin Neukölln

Betreibt Krömer „Gentle Parenting“?

Wenn Eltern vollständig auf das Schimpfen verzichten, nennt sich das „Gentle Parenting“. Krömer scheint im Umgang mit seinen Kindern nah dran an diesem Erziehungsstil zu sein.

An Freitagabenden, an denen er nach einer anstrengenden Woche gerne Zeit für sich wolle, habe er oft Diskussionen mit seinen Kindern. „Jetzt noch 20 Minuten, dann geht‘s es ins Bett“, sage er dann. „Lass mal noch eine halbe Stunde wach bleiben“, würden seine Kinder antworten. Mit einem „Ok“, gebe er dann jedes Mal nach.

Seine Abneigung gegen Bestrafung sorge auch dafür, dass er Schule nicht habe leiden können, erzählt Krömer in der Folge. Er habe sich dort immer mit „autoritären Arschgeigen“ anlegt, wie er es formuliert.

Hier teilen Schüler:innen die fiesesten Dinge, die Lehrkräfte je zu ihnen gesagt haben.

Podcast-Gast Jan Delay bestraft seine Kinder schon manchmal

Jan Delay, der Gast in dieser Folge von „Feelings“, findet Bestrafung zwar auch „doof“, wendet sie aber trotzdem manchmal an. „Wenn du es jetzt nicht schaffst, das hinzukriegen, [...] dann darfst du [...] keine Folge gucken“, sage er manchmal zu seinen Kindern, wenn er das Thema schon 30 Mal durchdiskutiert habe.

Er verstehe, dass Eltern solche Sätze „herrausrutschen“, sagt Delay (es passiert ihm ja offensichtlich auch selbst). Das Wort Bestrafung findet er dabei nicht unbedingt angebracht. „Ich würde das eher Drohkulisse nennen: [...] Man spielt wie ein Zauberer mit Illusionen, die gar nicht kommen müssen.“ Krömer, der nicht überzeugt zu sein scheint, kommentiert scherzhaft: „Sonst gehe ich in den Keller und töte ein Einhorn.“

Mehr zum Podcast „Feelings“: In der vergangenen Folge erzählte Krömer von einem Zwischenfall beim Schrankaufbau.

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