Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) angekündigt, weitere Waffen an die Ukraine zu liefern.
Berlin in Deutschland - Deutschland werde den Land zwei weitere Mehrfach-Raketenwerfer vom Typ Mars II inklusive 200 Raketen liefern, sagte Lambrecht am Donnerstag zum Auftakt der Bundeswehr-Tagung in Berlin. Zudem erhalte die Ukraine darüber hinaus 50 Allschutz-Transport-Fahrzeuge des Typs Dingo. "Es macht Mut zu sehen, welche Erfolge die Ukraine gerade in den letzten Tagen auch mithilfe deutscher Waffen erzielen konnte", sagte Lambrecht.
Lieferungen von Schützen- und Kampfpanzern, wie sie die Ukraine erbeten hat, kündigte Lambrecht nicht an. Allerdings stehe der seit Monaten vorbereitete Ringtausch mit Griechenland "auf der Zielgeraden".
Griechenland liefere dann 40 Schützenpanzer des Typs BMP-1 sowjetischer Bauart an die Ukraine und erhalte dafür 40 deutsche Marder-Schützenpanzer aus deutschen Industriebeständen. "Die ersten Panzer können dann sehr schnell aus Griechenland in die Ukraine geliefert werden", sagte Lambrecht. pw/mt
CDU-Außenexperte macht Scholz Vorwürfe wegen Waffenlieferungen
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für die ausbleibenden Panzerlieferungen an die Ukraine verantwortlich gemacht. "Das Problem sitzt im Kanzleramt", sagte der Abgeordnete am Donnerstag dem Sender Welt TV. Der Kanzler müsse sich nach den jüngsten militärischen Erfolgen der Ukraine "einen Ruck geben und auch den Bitten des Nato-Generalsekretärs folgen, Kampf- und Schützenpanzer zu liefern".
Kiesewetter warf dem Kanzler vor, sich durch Kreml-Chef Wladimir Putin einschüchtern zu lassen. "Der Bundeskanzler hat Angst, weil Putin ihm gedroht hat, wenn er Marder und Leopard liefern würde, dass er dann eskalieren würde", sagte Kiesewetter. "Aber das ist eine falsche Drohung, hier nutzt Putin deutsche Angst aus."
Die Ukraine hat Deutschland dringend um die Lieferung von Marder-Schützenpanzern und Leopard-Kampfpanzern gebeten. Kiew sieht sich nach den jüngsten Rückeroberungen besetzter Gebiete von Russland gestärkt und möchte die Gegenoffensive vorantreiben.
In der Ampel-Koalition forderten bereits auch Vertreterinnen und Vertreter von Grünen und FDP die Lieferung von Panzern. Die SPD sieht einen solchen Schritt hingegen kritisch, Scholz stimmte der Lieferung von Panzern bislang nicht zu. pw/mt