VonAndreas Schmidschließen
Acht Monate vor der Landtagswahl liegen CSU und Freie Wähler auf Kurs. Im Bayern-Trend bleiben die Grünen jedoch klar zweitstärkste Kraft, auch die AfD legt zu.
München – Das politische Jahr 2023 steht auch im Zeichen der bayerischen Landtagswahl. Am 8. Oktober sind die Bürger des flächenmäßig größten Bundeslandes zur Stimmabgabe aufgerufen. Geht es nach dem aktuellen „Bayern-Trend“ des Bayerischen Rundfunks, sind die politischen Machtverhältnisse klar: Die CSU ist mit Abstand stärkste Kraft. In der aktuellen Erhebung legen aber nicht nur die Christsozialen zu, sondern auch die AfD. Ansonsten offenbar die erste große Umfrage des Wahljahres der Opposition wenig Chancen – einzig die Grünen haben das Ziel einer Regierungsbeteiligung zumindest rechnerisch noch im Auge.
„Bayern-Trend“: CSU und AfD legen zu - Grüne auf Platz zwei - FDP nicht im Landtag
Laut der Erhebung von infratest dimap im Auftrag des BR erhält die CSU derzeit 38 Prozent der Stimmen – eine Verbesserung um einen Punkt gegenüber dem „Bayern-Trend“ vom Oktober. Allerdings hatte die CSU in anderen Umfragen auch schon bei 41 Prozent gelegen. CSU-Generalsekretär Martin Huber wertete das Umfrageergebnis für seine Partei als positiv. „Die Umfragen zeigen: Die CSU geht stabil und mit Rückenwind ins Wahljahr.“
Die Grünen erhalten als zweitstärkste Kraft 18 Prozent (+/- 0). Die von allen anderen Parteien als nicht koalitionsfähig eingestufte AfD kommt auf 13 Prozent (+1) und die Freien Wähler auf 10 Prozent (-1). Auch die SPD verliert einen Punkt und erhält 9 Prozent, die FDP wäre mit 4 Prozent (+1) nicht im Landtag vertreten. Die Linke spielt im Freistaat ohnehin keine politische Rolle.
Landtagswahl in Bayern: Söder will weiter mit Aiwangers Freien Wählern regieren
Ministerpräsident Markus Söder läutete vor kurzem bereits den Wahlkampf ein, indem er sich klar von den Grünen distanzierte und eine Fortsetzung der Koalition mit den Freien Wählern als Ziel ausrief. Im Interview mit dem Münchner Merkur sagte Söder: „Wir wollen gemeinsam mit den Freien Wählern weiterregieren. Schwarz-Grün wird es in Bayern nicht geben. Wir brauchen kein Ampel-Hickhack, sondern eine verlässliche bürgerliche Regierung für den Freistaat.“
Laut Umfrage sitzt die schwarz-orangefarbene Regierungskoalition derzeit fest im Sattel. Die Zufriedenheit mit der Regierungsarbeit stieg im Vergleich zum Oktober wieder auf mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten (51 Prozent). Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Arbeit der Parteien konnte die CSU von 41 auf 47 Prozent kräftig zulegen. Die Freien Wähler schnitten mit 37 Prozent knapp besser ab als im für (fast) alle Parteien verheerenden Umfrage-Oktober.
Bei den Sympathiewerten konnten vor allem Ministerpräsident Söder und sein Vize Hubert Aiwanger von den Freien Wählern zulegen. Mit Söders Arbeit zeigten sich 56 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, mit der von Aiwanger 45 Prozent – beide legten um sechs Punkte zu. Sofern rechnerisch möglich, deutet im Freistaat vieles auf ein „Weiter so“ der CSU-FW-Koalition hin. (as)
