VonJens Kiffmeierschließen
Die D-Day-Affäre der FDP geht weiter: Generalsekretär Buschmann soll das Chaos lichten. Brisant: Parteichef Lindner wollte jemand anderes für den Job.
Berlin – Sie gilt als Allzweckwaffe in der FDP: Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die Europaabgeordnete gilt als integer und lautstark. Deswegen tauchte ihr Name sofort auf, als die FDP in den Abwärtsstrudel um die Veröffentlichung des D-Day-Papiers geriet. Nach dem Rücktritt von Generalsekretär Bijan Djir-Sarai im Zuge der Ampel-Bruch-Affäre galt sie vielen Beobachtern als logische Nachfolgerin. Offensichtlich hatte auch der strauchelnde Parteichef Christian Lindner diesen Gedanken. Doch er fing sich einen Korb von der liberalen Frontfrau ein.
Abfuhr für Lindner im D-Day-Chaos: Strack-Zimmermann schlägt Rolle als Generalsekretärin aus
Nach den Chaos-Tagen der FDP rund um die D-Day-Papier-Affäre soll Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Posten als neue Generalsekretärin abgelehnt haben. Das berichtet das Nachrichtenportal The Pioneer. Demnach erklärte sie ihrem Parteichef Christian Lindner „freundschaftlich“, dass sie nicht für das Amt zur Verfügung stehen werde, da dies ihre Aufgaben im Wahlkampf zur Bundestagswahl beeinflusst hätten. Zuvor war lautstark über eine neue Rolle für Strack-Zimmermann gemunkelt worden.
Streit um D-Day-Papier: Christian Lindner lehnt Rücktritt weiterhin ab
Der Skandal um das sogenannte D-Day-Papier erschüttert die FDP seit Tagen. In dem mehrseitigen Papier hatten Mitarbeiter aus der FDP-Zentrale mit genauen Planungen den Ausstieg aus der Ampel-Koalition skizziert. Die Planungen waren mit militärischen Begriffen wie „D-Day“ und „offene Feldschlacht“ versehen. Dies hatte zu einem öffentlichen Aufschrei geführt, weswegen Generalsekretär Bijan Djir-Sarai und Bundesgeschäftsführer Carsten Reymann ihren Rücktritt erklärt hatten. Auch Lindner selber steht seit dem erheblich unter Druck. Er distanziert sich von der Wortwahl seiner Mitarbeiter. Lindner lehnt aber einen Rücktritt ab.
Umgang mit D-Day-Affäre: Strack-Zimmermann übt Kritik mit FDP
Strack-Zimmermann sieht den parteiinternen Umgang mit den Plänen für den Koalitionsbruch durchaus kritisch. So erklärte sie im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Es kam – im Frust, mit dem Kanzler nicht arbeiten zu können – etwas ins Rutschen.“ Die Verantwortung, die Djir-Sarai und Reymann für das umstrittene Papier übernommen hätten, bezeichnete Strack-Zimmermann als „bedauerlich, aber konsequent“. Ausdrücklich lobte sie Marco Buschmann als neuen Generalsekretär. Dieser habe die Fähigkeit zu einem „hervorragenden Wahlkampfmanager“.
Buschmann soll als Generalsekretär die Wogen glätten
Buschmann selbst sieht seine Hauptaufgabe darin, die FDP auf eine Richtungsentscheidung im Wahlkampf einzuschwören. Nach seiner Nominierung am Sonntag hatte er die Notwendigkeit wirtschaftlicher Strukturreformen und einer konsequenteren Migrationspolitik betont. Am Mittag wollte sich der neue Generalsekretär zusammen mit Parteichef Lindner zum ersten Mal in einer Pressekonferenz den Fragen der Öffentlichkeit stellen. (jkf)
