Bruch mit Linkspartei

Wagenknecht will wohl eigene Partei gründen – Entscheidung „bis Ende des Jahres“

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Sahra Wagenknecht, noch Politikerin der Linken, will offenbar ihre eigene Partei gründen. (Archivfoto)
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Laut einem Bericht der Bild will Sahra Wagenknecht schon in Kürze ihre eigene Partei gründen – mit dem Ziel, die „irre Politik der Ampel“ zu beenden.

Berlin – Seit 2009 sitzt Sahra Wagenknecht für Die Linke im Bundestag. Doch nach heftigen Diskussionen über die Ausrichtung der Partei will sie schon bald ihren eigenen Weg gehen – und zwar mit einer neuen Partei. Das berichtet die Bild unter Berufung auf Vertraute Wagenknechts.

Der genaue Zeitpunkt für die Gründung der neuen Partei stehe noch nicht fest. Vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen am 8. Oktober soll es aber nicht geschehen. Auf Anfrage der dpa sagte Wagenknecht: „Das ist die Meinung der Bild-Zeitung. Es bleibt dabei: Wir werden über die Parteigründung bis spätestens Ende des Jahres entscheiden.“ Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch rief die Partei zur Geschlossenheit auf.

Wagenknechts neue Partei: Noch-Linke will AfD-Wähler ansprechen

Wagenknecht hatte schon seit längerem öffentliche Überlegungen über die Gründung einer neuen Partei angestellt. Nun will sie dem Zeitungsbericht zufolge damit ernst machen. Nach einem Burnout im Jahr 2019 fühle sie sich inzwischen fit genug für die neue Partei, sagte die 54-Jährige der „BamS“. Sie sei „schon ziemlich belastbar“.

Allerdings wolle sie sich nicht mit der Parteiarbeit überfordern, fügte Wagenknecht hinzu. Über den Aufbau der Parteistrukturen, darunter der 16 Landesverbände, würden sich Freunde in der Linken kümmern, die ihr in die neue Partei folgen würden. Aber was die Entwicklung des Programms und die Vertretung der Partei nach außen angehe - „das kann ich, so fit bin ich allemal“, betonte die Abgeordnete.

Dem Tagesspiegel sagte Wagenknecht, mit der Partei wolle sie AfD-Wählern eine neue politische Heimat bieten. Sie sehe eine „Leerstelle im politischen System“. Viele fühlten sich von keiner Partei mehr vertreten und wählten „aus Verzweiflung“ die AfD. „Ich fände es gut, wenn diese Menschen wieder eine seriöse Adresse hätten“, sagte Wagenknecht.

Wagenknecht will wohl eigene Partei gründen – und fordert Frieden mit Russland

Wagenknecht wolle „die irre Politik der Ampel beenden“, heißt es im Bericht. Im Gegensatz zur amtierenden Bundesregierung wolle sie sich für „wirtschaftliche Vernunft“, „soziale Gerechtigkeit“, „Frieden“ und „Freiheit“ einsetzen – die vier Kernpunkte ihrer zukünftigen Partei, wie die Bild zitiert.

Frieden mit Russland? Der Wirtschaftskrieg mit dem Land, das derzeit einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, würde nur der deutschen Wirtschaft schaden, nicht Putin, sagte Wagenknecht der Bild. Daher müsse es um jeden Preis Frieden geben. Die deutsche Außenpolitik müsse auf Diplomatie setzen, anstatt auf Waffenlieferungen. Zudem dürfe der Rüstungsetat nicht weiter steigen. (lrg/dpa/fn)

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