Linken-Politiker schimpft über Verkehrsministerium und Bahn – „seit Jahrzehnten Versager am Werk“
VonJulian Baumann
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Seit Jahren sorgen die Bahn-Probleme für anhaltende Debatten. Luigi Pantisano (Die Linke), Bundestagsabgeordneter aus Stuttgart, findet klare Worte und kritisiert das Verkehrsministerium deutlich.
Stuttgart – Die Zug-Pünktlichkeit in Bayern ist derzeit so schlecht, wie seit 30 Jahren nicht mehr, und der unpünktlichste Zug in ganz Deutschland endet in Baden-Württemberg. Die Zuverlässigkeit des Staatskonzerns wird seit langem massiv kritisiert und debattiert und landet auch immer wieder als Thema im Bundestag. Der frisch gebackene Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano (Die Linke) ist einer der Kritiker, der nun erneut mehr als deutliche Worte fand und dabei auch das Verkehrsministerium nicht verschonte.
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Linken-Politiker rechnet mit Bahn und Verkehrsministerium ab – „völlig verfehlt“
Auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) berichtet der frühere Stuttgarter Stadtrat von seiner Erfahrung auf der Fahrt mit der Bahn von Stuttgart nach Konstanz (Baden-Württemberg). „Alles war dabei, nur kein pünktlicher Zug“, so Pantisano. „Verspätungen von 2 Stunden. Zugausfälle. Überfüllte Züge. Viele Familien mit Kindern.“ Der Tenor bei diesen sei gewesen, dass die Kinder ihren Eltern vorschlugen, beim nächsten Mal doch lieber das Auto zu nehmen. „Ich hasse Verspätungen, wie ich auch Staus hasse“, macht der Politiker deutlich.
Heute mit der Bahn von Stuttgart nach Konstanz an den Bodensee. Einmal hin- und zurück. Alles war dabei nur kein pünktlicher Zug. Verspätungen von 2 Stunden. Zugausfälle. Überfüllte Züge. Viele Familien mit Kindern. Tenor bei den allermeisten ist: „Mama, das nächste Mal fahren…
Pantisano hatte bereits bei seiner ersten Rede im Bundestag vor wenigen Tagen mit der Verkehrspolitik der CDU und ihrem neuen Minister, Patrick Schnieder, abgerechnet. Die Probleme der deutschen Infrastruktur, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene, liegen laut dem Linken-Politiker aber tiefer. „Die Verkehrspolitik im Land ist völlig verfehlt“, macht er deutlich. „Vom Verkehrsminister bis zum Bahnvorstand sind seit Jahrzehnten Versager am Werk.“
Linke ist für deutliche Worte bekannt – Kritik an der Bahn kommt aber nicht von ungefähr
Die Linke ist dafür bekannt, in Bezug auf die Kritik an der neuen Bundesregierung kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Pantisano hatte beispielsweise auch nach der Berlin-Wahl im Jahr 2023 SPD und CDU mit deutlichen Worten angegriffen. In dem aktuellen X-Post führt er weiterhin aus, dass in den Verantwortungspositionen Menschen tätig seien, die „keine Ahnung haben von Bahnpolitik“ und dass dies letztendlich nur der Autolobby in die Hände spielen würde. „Das Klima geht gleichzeitig vor die Hunde. Zum Kotzen!“
Die Kritik an der Deutschen Bahn kommt allerdings nicht von ungefähr, da der Staatskonzern bereits seit Jahren die eigenen Negativrekorde übertrifft. Im Jahr 2022 war beispielsweise jeder dritte Fernzug unpünktlich. Das muss sich am Ende eben auch das Verkehrsministerium auf die Fahnen schreiben. Dieses trifft übrigens auch im Ländle selbst immer wieder auf Kritik. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) irritierte beispielsweise jüngst mit einer Aussage zu Mercedes-Benz.