Live-Karte zur Wählerwanderung: SPD verliert Stimmen an fast alle
VonChristian Stör
schließen
Wahlen werden oft durch Wechselwähler entscheiden. Was geschah bei der Bundestagswahl 2025? Unsere Live-Karte zeigt die Wählerwanderung.
Update vom 24. Februar, 10.00 Uhr: Welche Wählerinnen und Wähler sind bei der Bundestagswahl am Sonntag von ihrer bisher gewählten Partei zu einer anderen Partei gewandert und welche Rolle spielten Nichtwähler? Ein kurzer Überblick:
Wählerwanderung bei der Bundestagswahl: Union profitiert vom „Ampel“-Frust
Die Union dürfte nach vorläufigen Angaben des Instituts Infratest dimap vor allem von frustrierten „Ampel“-Wählerinnen und-Wählern profitiert haben. Allein gut 1,8 Millionen Wahlberechtigte wanderten von der SPD zur Union, ebenso 1,3 Millionen von der FDP und immerhin 390.000 von den Grünen. Zudem konnte die Union demnach über eine Million Nichtwählende mobilisieren. Sie verlor aber auch 910.000 Stimmen an die AfD sowie auch an BSW und Linke.
Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf
AfD überzeugt bei der Bundestagswahl bisher Nichtwählende
Die AfD konnte diesmal offenbar vor allem Nichtwähler und Nichtwählerinnen überzeugen: Sie bilden laut Infratest mit fast 1,9 Millionen die größte Gruppe der Wählerwanderung. Auch von allen anderen Parteien bis auf das BSW konnte die AfD laut Infratest dimap Stimmen abwerben, vor allem von Union (910.000), FDP (800.000) und SPD (680.000).
SPD verliert diesmal Stimmen an fast alle – Grüne verlieren an Linke und Union
Die SPD verlor laut Infratest deutlich Stimmen an fast alle Parteien. Allein 1,8 Millionen Menschen wanderten zur Union, zwischen 300.000 und 680.000 jeweils zu Grünen, BSW, Linken und AfD. Anziehen konnten die Sozialdemokraten einige wenige FDP-Stimmen und etwas mehr Nichtwählende.
Die Grünen verloren vor allem Stimmen an die Linkspartei (600.000) und an die Union (390.000), auch zu BSW und AfD wanderten einige Wählerinnen und Wähler. Hingegen konnten die Grünen der SPD rund 300.000 Stimmen abnehmen sowie Nichtwählende mobilisieren und FDP-Leute von sich überzeugen.
Wählerwanderung bei der Bundestagswahl: Ergebnisse von Linken, FDP und BSW
Auch zur Linkspartei wanderten eine Menge früherer „Ampel“-Wählende, allein von Grünen und SPD zusammen genommen deutlich über eine Million Menschen. Die Linke konnte Infratest zufolge auch 320.000 Nichtwählende überzeugen und Union und FDP einige Stimmen abnehmen. Sie verlor indes 340.000 Stimmen an das abgespaltene BSW.
Die FDP hat Infratest zufolge an alle anderen Parteien Wählerinnen und Wähler abgetreten. Die größte Wanderschaft ging mit allein 1,3 Millionen Menschen zur Union, auch an die AfD verlor die FDP deutlich Stimmen (800.000).
Das BSW ist zum ersten Mal angetreten und hat folglich lediglich anderen Parteien Stimmen abgenommen, vor allem SPD und Linkspartei. Sie brachte zudem laut Infratest rund 410.000 bisher Nichtwählende an die Urnen.
Live-Karte zur Bundestagswahl 2025 zeigt Ergebnisse der Wählerwanderung
Erstmeldung: Berlin – Deutschland hat die Wahl: Etwa 59,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind am 23. Februar aufgefordert, ihre Erst- und Zweitstimmen bei der Bundestagswahl 2025 abzugeben. Der Ausgang der Neuwahlen wird mit großer Spannung erwartet.
Eine Frage ist dabei von höchstem Interesse: Wohin zieht es die Wahlberechtigten diesmal? Bleiben sie einer Partei treu oder wechseln sie lieber? Die Live-Karte mit den Ergebnissen zur Wählerwanderung bei der Bundestagswahl liefert die Antworten.
Laut den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl verlieren vor allem die FDP und die SPD an Zustimmung. Die Zahlen der ARD zeigen dabei, dass die Liberalen unter Spitzenkandidat Christian Lindner wohl Wähler an alle anderen Parteien, die im Bundestag vertreten sind, verloren haben.
In den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 gab es in den Wochen vor dem Urnengang kaum Veränderungen. Die Union aus CDU und CSU lag bei Werten von 28 bis 32 Prozent recht deutlich in Führung. Die AfD folgte auf Platz zwei (20 bis 21 Prozent) vor der SPD (14 bis 16 Prozent) den Grünen (12 bis 14 Prozent).
Alle anderen Parteien müssen nach den Umfragen um ihren Einzug in den Bundestag fürchten. Für die Linken ging es zuletzt nach oben (sechs bis acht Prozent), für das BSW eher nach unten (drei bis fünf Prozent). Die FDP lag zumeist unter der Fünf-Prozent-Hürde. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Union aufgrund der Ergebnisse bei der Regierungsbildung mindestens auf die SPD oder die Grünen angewiesen sein dürfte.
Bundestagswahl 2025 bringt Änderungen mit sich: Live-Karte zeigt Ergebnisse der Wählerwanderung
Unabhängig vom Ausgang der Wahl ist sicher, dass der neue Bundestag eine völlig andere Zusammensetzung haben wird. Besonders auffällig ist, dass er deutlich kleiner sein wird. Die Wahlrechtsreform der Ampel-Koalition führt dazu, dass die Anzahl der Mandate auf 630 begrenzt wird. Dies wird hauptsächlich durch den Wegfall von Überhang- und Ausgleichsmandaten erreicht. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 wurden noch 735 Abgeordnete in den Bundestag gewählt.
Ergebnisse der Wählerwanderung bei Bundestagswahl 2025 in Live-Karte zu sehen
Damals ergab sich folgendes Bild: Die SPD erreichte mit 25,7 Prozent erstmals seit 2002 wieder die Spitzenposition. Die Union musste sich mit 24,1 Prozent der Zweitstimmen und ihrem historisch schlechtesten Ergebnis mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Die Grünen folgten mit 14,7 Prozent, während die FDP 11,4 Prozent erzielte.
Die AfD erreichte mit 10,4 Prozent den fünften Platz. Dagegen verfehlte die Linke mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde, konnte aber mit drei Direktmandaten über die Grundmandatsklausel mit 39 Mandaten ins Parlament einziehen. Auch der von der Sperrklausel ausgenommene Südschleswigsche Wählerverband (SSW) erhielt erstmals nach 1949 einen Sitz. (cs/dpa)