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Fox News soll sich vor Gericht für seine falsche Berichterstattung verantworten. In letzter Minute zieht der Sender jedoch den Kopf aus der Schlinge.
New York - In letzter Minute konnte der US-Sender Fox News die Gerichtsverhandlung umgehen. Geklagt hatte der Wahlcomputer-Hersteller Dominion. Hintergrund ist die Berichterstattung des US-Senders, vor dem Wahltag zur Präsidentschaftswahl 2020, wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP schreibt. 787,5 Millionen Dollar (knapp 720 Millionen Euro) zahlt der Sender nun an das Unternehmen.
Fox News soll behauptet haben, dass die Wahlcomputer von Dominion so programmiert seien, dass sie den demokratischen Kandidaten Joe Biden bevorzugen würden. Eine Aussage die damals vom Lager des amtierenden Präsidenten, Donald Trump, in Umlauf gebracht wurde und nachweislich nicht der Wahrheit entsprach. Laut dem eingesetzten Richter sei es „glasklar“ gewesen, dass es sich bei den Behauptungen um Falschmeldungen gehandelt habe, so AP.
Schein und Sein bei Fox News
Dominion hatte in dem Rechtsstreit ursprünglich rund 1,6 Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) gefordert, weil Fox News Berichte über angebliche Manipulation der Wahlcomputer verbreitet hatte. Fox News begründete die Zahlung mit seinem „anhaltenden Engagement für höchste journalistische Standards“, wie AP schreibt.
Der Sender, welcher für seine Pro-Trump-Haltung bekannt ist, habe jedoch keine Rücknahme der Falschmeldungen oder gar eine Entschuldigung geplant, wie eine Insider-Quelle gegenüber der britischen Zeitung Independet angab. Der Medienanalyst Howard Kurtz, sprach kurz nach dem Bekanntwerden der außergerichtlichen Einigung davon, dass die von seinem Sender (Fox News) verbreiteten Inhalte, nicht mehr als „Verschwörungstheorien“ waren. Die Inhalte, welche der Sender geholfen hatte zu verbreiten, waren „offensichtlich falsch“, so Kurtz in einer Live-Schalte auf Fox News.
Klare Worte zu Skandal um Berichterstattung von Fox News
„Lügen haben Konsequenzen. Die Wahrheit kennt weder Rot noch Blau“, sagte der Dominion-Anwalt Justin Nelson kurz nach der Einigung noch vor dem Gerichtsgebäude. Der Moderator, Jake Tapper, des US-Senders CNN ordnete die Einigung hingegen wie folgt ein: „Fox (News Anm. d. Red.) versucht eine gute Miene zu etwas (die Einigung Anm. d. Red.) zu machen, was nur als einer der hässlichsten und peinlichsten Momente in der Geschichte des Journalismus interpretiert werden kann“.
Dabei könnte die Geschichte für Fox News noch nicht ganz gelaufen sein. Der Dominion-Anwalt Stephen Shackelford kündigte an: „Wir sind noch nicht fertig, wir haben einige andere Leute, die eine gewisse Verantwortung haben, die auf sie zukommt.” Der Vergleich zwischen beiden Parteien, der Fox News vor einer öffentlichen Verhandlung rettete, muss noch von einem US-Gericht bestätigt werden. (Lucas Maier)
Während immer noch die Scherben seines letzten Wahlkampfes zusammengekehrt werden, hat Donald Trump bereits angekündigt erneut kandidieren zu wollen.
Rubriklistenbild: © Matt Rourke/dpa

