VonFelix Busjaegerschließen
Weitere schwere Waffen für die Ukraine. Die Bundesregierung hat Kiew im Kampf gegen Wladimir Putin mit dem Luftabwehrsystem Iris-T ausgestattet.
Update vom 12. Oktober um 09:30 Uhr: Kurz nach der Raketenoffensive durch Russland auf zahlreiche Städte in der Ukraine hat das Land das Flugabwehrsystem Iris-T SLM erhalten. Deutschland hatte die Lieferung des modernen Systems bereits vor Monaten angekündigt. Dies gab der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow auf Twitter bekannt. „Eine neue Ära der Luftverteidigung“ habe nun begonnen. Anfang Juni hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Lieferung der Waffen angekündigt, nachdem der Ukraine-Krieg durch Wladimir Putin bereits mehrere Wochen angedauert hatte.
Deutsches Flugabwehrsystem Iris-T an Ukraine geliefert
Deutschland will Kiew zunächst vier der jeweils 140 Millionen Euro teuren Systeme des bodengestützten Typs von Iris-T zur Verfügung stellen, die Finanzierung von drei weiteren ist gesichert, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Jedes System für sich kann eine mittlere Großstadt schützen. Iris-T SLM kann auf Ziele bis 20 Kilometer Flughöhe und 40 Kilometer Reichweite feuern. Das Flugabwehrsystem ist auf die Abwehr von Hubschraubern, Flugzeugen sowie Marschflugkörpern und Raketen spezialisiert. Allerdings bietet Iris-T SLM keinen 100-prozentigen Schutz: Täuschkörper oder eine Überzahl an Raketen kann das System überfordern.
Was kostet Iris-T SLM?
Die Kosten für Iris-T SLM sind auf den ersten Blick sehr hoch: Das System aus Radar, Abschussvorrichtung und Kontrollwagen plus Raketen kostet 140 Millionen Euro. Aufgrund der hohen Technologiekosten und der Entwicklungsdauer ist der Preis für Raketen des Typs Iris-T auf den ersten Blick sehr hoch. Mehrere Quellen berichten von einem Stückpreis von etwa 400.000 Euro. Wie teuer tatsächlich die leistungsgesteigerten Boden/Luft-Raketen vom Typ Iris-T SLM sind, ist bisher nicht bekannt. Schätzungen gehen aber davon aus, dass der Preis deutlich über dem der Standardversion liegen dürfte.
Update vom 06. Juli um 14:45 Uhr: Nun werden die Pläne der Bundesregierung offenbar konkret: Olaf Scholz (SPD) hat im Bundestag der Ukraine die Lieferung von Deutschlands modernstem Luftabwehrsystem Iris-T versprochen. Das Flugabwehrsystem soll gemeinsam mit einem Ortungsradar dafür sorgen, dass sich die ukrainischen Truppen selbstständig vor Luftangriffen schützen können.
Luftabwehrsystem Iris-T: Olaf Scholz verspricht der Ukraine die Lieferung von moderner Flugabwehr
Erstmeldung vom 01. Juni um 11:53 Uhr: Berlin – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat während einer Debatte im Bundestag angekündigt, die Ukraine künftig mit der Lieferung eines modernen Flugabwehrsystems im Kampf gegen die russische Armee zu unterstützen. Das moderne System hat den Namen Iris-T und kommt vom Hersteller Diehl. Wie der SPD-Politiker betont, sei es das modernste Abwehrsystem, über das Deutschland derzeit verfügen würde. Zugleich kündigte er an, die von den USA angekündigten Lieferungen von Mehrfachraketenwerfern in die Ukraine unterstützen zu wollen. Doch was ist Iris-T eigentlich?
Iris-T aus Deutschland: Bundesregierung liefert Flugabwehrsystem an die Ukraine
Das Flugabwehrsystem Iris-T kommt unter anderem bei der deutschen Bundeswehr zum Einsatz und soll nun auch der Ukraine im Kampf gegen Wladimir Putin helfen. Die knapp drei Meter langen Raketen sind 88 Kilogramm schwer und dienen zur Bekämpfung von Flugzielen. Wie es auf der offiziellen Homepage der Bundeswehr heißt, ist Iris-T ein „Fire-and-Forget“-Lenkflugkörper mit kurzer Reichweite. Die Luftwaffe rüstet mit Iris-T-Raketen ihre Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter und Tornado aus.
Wie der Hersteller Diehl schreibt, wurde der Lenkflugkörper Iris-T im Rahmen eines europäischen Kooperationsprogramms als Flugzeugbewaffnung entwickelt und kommen in zahlreichen Ländern zum Einsatz, etwa in Griechenland, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien. Die Reichweite von Iris-T wird mit etwa 25 Kilometern angegeben. Die deutsche Politik hat auch die Lieferung an andere Nationen freigegeben.
Iris-T SLM: Flexibles Luftabwehrsystem für die Verteidigung der Ukraine
Neben den Iris-T-Flugkörpern, die auch an F-35-Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug montiert werden können, gibt es das flexible Luftabwehrsystem Iris-T-SLM, das ebenfalls von Diehl Defence hergestellt wird. Anders als die Iris-T-Flugkörper handelt es sich bei dem System mit der Modellbezeichnung Iris-T SLM/SLS um ein System der Luftverteidigung zum Schutz der Bevölkerung, wichtiger Gebäude und Objekte. Dabei soll die bodengebundene Luftverteidigung in der Lage sein, auch über längere Zeiträume Region effektiv gegen Luftangriffe zu schützen.
Eine Besonderheit von Iris-T-SLM ist die 360-Grad-Überwachung, die auch die Bekämpfung von mehreren Zielen ermöglicht. Dabei kommen leistungsgesteigerte Versionen der Iris-T-Raketen zum Einsatz. Die Modellbezeichnung ist laut Hersteller Diehl Iris-T SL. Durch die hohe Flexibilität kommt das Luftabwehrsystem heutzutage in mehreren Nationen zum Einsatz.
Iris-T bei der Bundeswehr: Das ist der Unterschied zu Aim-9x
Die Iris-T-Rakete wurde Ende der 1990er Jahre als europäisches Gemeinschaftsprojekt entwickelt und seit 2005 in den Dienst der Bundeswehr gestellt. Anders als das Aim-9x-Raketensystem setzt Iris-T auf eine andere Suchertechnologie. Aim-9x ist infrarot gesteuert, Iris-T benutzt laut Hersteller einen abbildenden Infrarot-Zielsuchkopf in Verbindung mit einer intelligenten Bildverarbeitung. So kann die Zielzuweisung der Rakete sowohl über Bord-Radar als auch über das Helmvisier des Piloten erfolgen.
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