Frischer Wind in Brüssel

Neue Aufgabe in der EU: Bayer Manfred Weber wird Vorsitzender der EVP

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Das konservative Bündnis im Europäischen Parlament hat einen neuen Vorsitzenden: CSU-Vize Manfred Weber folgt auf den Polen Donald Tusk.

Rotterdam - Die Europäische Volkspartei (EVP) hat den CSU-Politiker Manfred Weber zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Beim EVP-Parteitag in Rotterdam bekam der 49-Jährige am Dienstag als einziger Kandidat 89 Prozent der Stimmen. Weber ist derzeit Fraktionschef der EVP im Europaparlament und stellvertretender CSU-Vorsitzender.

Weber tritt damit die Nachfolge des Polen Donald Tusk an, der das Amt seit November 2019 innehatte. Weber steht bereits seit 2014 an der Spitze der EVP im Europäischen Parlament, dem der Niederbayer seit 2004 angehört.

Manfred Weber: Europawahl in 2024 als große Aufgabe

Zu Webers größter Aufgabe dürfte neben der Stärkung der Geschlossenheit der EVP auch die Europawahl im Jahr 2024 sein. Das Bündnis von 81 unterschiedlich profilierten Mitgliedsparteien hält derzeit ein Viertel der Sitze im EU-Parlament, in sieben der 27 EU-Staaten stellt das konservative Bündnis zudem die Staats- und Regierungsspitze.

Im vergangenen Jahr hatte der Bayer verkündet, auf eine Kandidatur als Präsident des Europaparlaments zu verzichten und stattdessen das Amt des EVP-Vorsitzenden ins Visier zu nehmen. Tusk bezeichnete seinen Nachfolger als „Mann des Kompromisses, aber nie, wenn es um Grundsätze geht“. Der 49-Jährige habe „mit dem ruhigen Mut“, wie der Pole weiter ausführte, „der so typisch für ihn ist, immer auf der richtigen Seite der Dinge gestanden“.

Auch der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz zählte zu den ersten Gratulanten und versprach eine gute Zusammenarbeit zwischen der EVP und den deutschen Christdemokraten. (to)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

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