Söder will Mondkontrollzentrum in Bayern – Pläne werden konkret
VonAlexandra Heidsiek
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Von München auf den Mond: Ein bayerisches Kontrollzentrum scheint wahrscheinlich. Die Esa will von dort aus ihre Mondmissionen überwachen.
München – Wünsche werden wahr: Am heutigen Mittwoch (13. März) trifft sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit Vertretern der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Grund für die Zusammenkunft ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung, die den Bau eines Kontrollzentrums für Mondmissionen in der Nähe von München vorsieht.
Mondkontrollzentrum in Bayern soll Teil des DLR in Oberpfaffenhofen werden
Schon vor anderthalb Jahren sagte Söder: „Das Mondkontrollzentrum wollen wir unbedingt haben“, nun scheint dieser Traum zum Greifen nah. Bei dem Zentrum handelt es sich um eine Station auf der Erde, von der aus Mondmissionen beobachtet werden können. Sie soll an die bestehende Infrastruktur des DLR in Oberpfaffenhofen angegliedert werden. Dort steht bereits ein Kontrollzentrum der internationalen Raumstation ISS.
Mit dem Artemis-Programm möchte die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa bald wieder Menschen zum Mond schicken. Dafür hat sie sich internationale Partner gesucht, darunter die Esa. Die hofft nun darauf, dass erstmals auch ein europäischer Astronaut auf den Mond fliegen kann. Die letzte menschliche Mondlandung liegt über 50 Jahre zurück.
Esa-Astronauten wollen bald auch auf den Mars fliegen
Teil-Aufgabe der Esa ist zudem, eine neue Raumstation zu bauen, die um den Mond kreist: das Lunar Gateway. Die soll nicht nur als kosmische Forschungsstation dienen, sondern auch als eine Art „Umsteigebahnhof“. Von dort aus sollen die Astronauten weiterreisen können: zum Mond – und bald auch bis zum Mars. Dazu wird das Mondkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen benötigt.
Diesen Vorstoß ins Weltall lässt sich Markus Söder einiges kosten: Das bayerische Wirtschaftsministerium hat in den letzten sechs Jahren rund 245 Millionen Euro für Raumfahrtforschung ausgegeben, insgesamt 700 Millionen Euro wurden für das „Bavaria One“-Programm bereitgestellt. Unter die größten Profiteure fällt neben dem DLR auch die Technische Universität München, die ihren Lehrstuhl für Raumfahrttechnik ausbauen konnte. (ah)