Krieg in der Ukraine

Mehr Sicherheit für ukrainische Atomkraftwerke

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Anfang März wurde das Atomkraftwerk in Saporischschja infolge russischer Angriffe beschädigt. Glücklicherweise konnte im Umkreis keine erhöhte Radioaktivität gemessen werden.

Bei der Sicherung seiner Atomkraftwerke bekommt die Ukraine Unterstützung von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Wien - Angesichts der Gefahr für die ukrainischen Atomkraftwerke durch den Krieg unterstützt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) das Land nun mit zusätzlicher Ausrüstung. IAEA-Direktor Rafael Grossi sei in die Ukraine gereist, um mit den verantwortlichen Stellen entsprechende Schritte zu beraten, teilte die IAEA am Dienstag mit. «Wir müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie (die AKWs) weiterhin sicher und geschützt betrieben werden können, um das Risiko eines nuklearen Unfalls zu verringern, der schwerwiegende Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt sowohl in der Ukraine als auch darüber hinaus haben könnte», sagte Grossi laut Mitteilung. Beabsichtigt sei die Entsendung von Experten und Material.

Die IAEA habe detaillierte Pläne für die Sicherheitshilfe für die Nuklearstandorte der Ukraine ausgearbeitet, zu denen 15 Kernkraftwerke in vier Anlagen sowie der Standort Tschernobyl gehörten, so die Behörde weiter. Dort befänden sich nach dem Unfall von 1986 Einrichtungen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle.
Zuletzt hatte sich Grossi mehrfach tief besorgt über drohende Sicherheitsmängel geäußert - auch weil einige Teams der Betreiber vor Ort wegen der Kontrolle durch russische Kommandeure zeitweise nicht ausgetauscht werden konnten.

Keine Schäden an nuklearer Forschungseinrichtung in Charkiw

Bei kürzlichem Beschuss hat eine nukleare Forschungseinrichtung in der ostukrainischen Stadt Charkiw Schaden erlitten, ihre geringe Menge an Nuklearmaterial aber ist intakt geblieben. Das teilte der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montagabend unter Berufung auf Informationen der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde mit.

Laut Kiew seien das Gebäude, die Wärmedämmung und die Versuchshalle beschädigt worden, hieß es von der IAEA weiter. Die Neutronenquelle, die Kernmaterial enthalte, das zur Erzeugung von Neutronen für die Forschung und Isotopenproduktion verwendet werde, aber nicht. Der Beschuss war demnach bereits am Samstag erfolgt. Davor war das Gebäude bereits vor rund drei Wochen bei einer Bombardierung beschädigt und von der Energieversorgung abgeschnitten worden.

Die «Neutronenquelle» ist in der Datenbank für Forschungsreaktoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gelistet, es handelt sich nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln jedoch nicht um keinen klassischen Reaktor. Nach früheren Mitteilungen der IAEA gab es in der Forschungsanlage keine fortwährende nukleare Kettenreaktion. Nur sehr geringe Mengen an radioaktivem Material seien dort gelagert. (dpa)

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