Zustimmungswerte geringer als im März 2022

Meiste Deutsche und Polen für weitere Ukraine-Unterstützung

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Flagge von Deutschland neben Flagge der Ukraine (Symbolbild)

Die meisten Deutschen und Polen sind weiterhin mit den Unterstützungsmaßnahmen für die Ukraine einverstanden.

Darmstadt in Deutschland / Warschau in Polen - Dies ergab eine am Dienstag veröffentlichte Erhebung des Polen-Instituts Darmstadt und des Warschauer Instituts für Öffentliche Angelegenheiten. Allerdings ist die Zustimmung zur Aufnahme von Flüchtlingen, Waffenlieferungen, Wirtschaftssanktionen und dem Verzicht auf russisches Öl und Gas in beiden Ländern inzwischen geringer als kurz nach Kriegsbeginn im März 2022.

Die Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen nach der Erhebung im Rahmen des „deutsch-polnischen Barometers“ 58 Prozent der Befragten in Deutschland und 61 Prozent in Polen. Für Waffenlieferungen sprechen sich 51 Prozent in Deutschland aus und 76 Prozent in Polen. Weitreichende Wirtschaftssanktionen halten 57 Prozent auf deutscher Seite für richtig und 85 Prozent auf polnischer. Den Verzicht auf Öl und Gas aus Russland unterstützen 59 Prozent in Deutschland und 81 Prozent in Polen.

„Die Zustimmungswerte für diese Maßnahmen sind gegenwärtig geringer als im März 2022, aber höher als vor dem 24. Februar 2022“, erklärte die stellvertretende Direktorin des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt, Agnieszka Lada-Konefal. Demnach liegt der Rückgang in Polen je nach Thema zwischen fünf und 16 Prozentpunkten, in Deutschland zwischen sieben und 21 Punkten. In Polen seien die Werte aber generell höher als in Deutschland geblieben.

In der Bewertung des Umfangs der Unterstützungsmaßnahmen der eigenen Regierung liegen Deutsche und Polen den Angaben zufolge tendenziell ähnlich: Die jeweils größte Gruppe der Befragten halte die Maßnahmen für hinreichend, je ein Drittel der Befragten in beiden Ländern für zu umfangreich und ein gleich kleiner Teil als zu gering.

„In beiden Ländern hat das Gefühl der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Bedrohung durch Russland im Vergleich zum März 2022 abgenommen“, heißt es in der Untersuchung. „In Polen ist dieses Bedrohungsgefühl ausgeprägter als in Deutschland.“ Kurz nach dem Einmarsch sei es in beiden Ländern noch fast identisch gewesen.

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsunternehmen Kantar je eine repräsentative Gruppe von 1000 Einwohnern in Polen und in Deutschland im Alter zwischen 18 und 75 Jahren. Die Befragung erfolgte zwischen dem 16. und 26. Mai. Beide landesweiten Stichproben von Befragten sind den Angaben zufolge repräsentativ nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und Wohnort. mt/pw

USA unterstützt ukrainische Wirtschaft mit weiteren 1,3 Milliarden US-Dollar

Die USA haben angekündigt, die ukrainische Wirtschaft mit weiteren 1,3 Milliarden US-Dollar (1,19 Milliarden Euro) zu unterstützen. „Während Russland mit der Zerstörung weitermacht, sind wir hier, um der Ukraine beim Wiederaufbau zu helfen“, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Mittwoch bei einer internationalen Konferenz zum Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes in London. Das Geld soll Blinken zufolge vor allem in den Energiesektor und die Infrastruktur fließen.

An der von der Ukraine und Großbritannien ausgerichteten zweitägigen Konferenz nehmen mehr als 1000 Regierungsvertreter aus 61 Ländern sowie Investoren und Unternehmen teil. Deutschland wird durch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vertreten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll per Video zugeschaltet werden. lt/dja

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