Misstöne in sozialen Medien

Trauer um Wolfgang Schäuble: Merkel äußert sich - „politischer Lehrmeister“

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Mit Wolfgang Schäuble verliert Deutschland einen verdienten Demokraten – CDU-Politiker trauerten emotional. Auch in den anderen Parteien ist das Beileid groß.

Berlin/Offenburg – Wolfgang Schäuble ist tot. 51 Jahre lang war der CDU-Politiker Mitglied des Deutschen Bundestages – und prägte als Minister, Kanzleramtschef und Bundestagspräsident die bundesrepublikanische Demokratie und ihre Debatten. Entsprechend groß fiel am Mittwoch (27. Dezember) die Trauer im politischen Berlin aus:

Binnen weniger Minuten äußerten unter anderen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), die Unions-Parteichefs Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) oder auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ihr Beileid.

Wolfgang Schäuble tot – Reaktionen aus der Politik: Merz und Spahn trauern um „Freund“, „Mentor“

„Wolfgang Schäuble hat unser Land mehr als ein halbes Jahrhundert geprägt: als Abgeordneter, Minister und Bundestagspräsident“, schrieb Scholz im Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter): „Mit ihm verliert Deutschland einen scharfen Denker, leidenschaftlichen Politiker und streitbaren Demokraten.“

Merz kam als Vorsitzender von Schäubles Partei eine besondere protokollarische Rolle – der Nordrhein-Westfale äußerte sich aber zugleich mit sehr persönlichen Worten: „Die Nachricht, dass Wolfgang Schäuble gestern verstorben ist, erfüllt mich mit großer Trauer“, betonte er am Mittwochmorgen. „Ich verliere mit Wolfgang Schäuble meinen engsten Freund und Ratgeber, den ich in der Politik je hatte“, betonte Merz.

Friedrich Merz und Wolfgang Schäuble (Mi.) beim Festakt zum 50-jährigen Bundestagsjubiläum des nun verstorbenen Schäuble.

Auch CDU-Gesundheitsminister a.D. Jens Spahn würdigte Schäuble ganz persönlich. „Europa verliert einen großen Staatsmann. Ich verliere meinen wichtigsten Mentor und einen väterlichen Freund.“

Wolfgang Schäubles Tod erschüttert die Politik: Merkel erinnert sich an ihren „Lehrmeister“

„Die CSU trauert um Wolfgang Schäuble, der gestern im Alter von 81 Jahren verstorben ist“, schrieb Söder. Schäuble habe sich „große Verdienste um Deutschland erworben“. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Die CSU wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“ Ein gleichlautendes Posting verbreitete auch die CSU über ihren offiziellen X-Account. Als „Christdemokrat mit Herz und Verstand“ würdigte CSU-Parteivize Manfred Weber Schäuble: „Ich bin traurig, aber auch dankbar für viele sehr gute und intensive Gespräche.“

Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schrieb, in ihrer Zeit als junge Ministerin sei Schäuble ihr „politischer Lehrmeister“ gewesen, als Bundesinnenminister und Bundesfinanzminister dann „einer der Anker“ ihrer ersten drei Kabinette. Sie habe seine Disziplin bewundert, „auch sich selbst gegenüber, die er trotz und mit seiner Querschnittlähmung nach einem Attentat aufbrachte“. Schäuble sei damit „Millionen Menschen ein Vorbild“ geworden, würdigte Merkel den Verstorbenen.

Auch Angela Merkel trauert um ihren Weggefährten Wolfgang Schäuble. (Archivbild)

Trauer um Wolfgang Schäuble: Auch Baerbock kondoliert – Misstöne in den sozialen Netzwerken

Mit den Worten „kaum ein Politiker hat die jüngste deutsche Geschichte und unsere demokratische Kultur so geprägt wie Wolfgang Schäuble“, tat Baerbock ihr Beileid kund. Kaum jemand habe sich „derart verdient gemacht um die deutsche und europäische Einigung“. Übereinstimmend sprachen Scholz, Merz, Baerbock, Spahn und die CSU Schäubles Familie ihr Beileid aus.

Allerdings sorgten auch in höchstem Maße pietät- und respektlose Äußerungen in den sozialen Medien für Empörung. Die Journalistin Anna Dobler mahnte in einem Kommentar den gebotenen Respekt an. „Manche hier in den Kommentaren sollten sich für ihre unangebrachten Wortmeldungen echt schämen“, betonte sie. Ihr Berufskollege Nikolaus Blome würdigte Schäuble in einem prägnanten Satz: „Der beste Kanzler, den Deutschland nie hatte, ist tot.“ (fn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Annegret Hilse / SVEN SIMON

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