VonJanine Napircaschließen
Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz will eine Kanzlerkandidatur im Jahr 2025 nicht ausschließen, auch wenn er dann fast 70 ist.
Berlin – Als die Union 2021 in einem zähen Prozess ihren Kanzleranwärter bestimmte, war Friedrich Merz außen vor: Zwei Kandidaturen für den CDU-Vorsitz waren gescheitert. 2018 verlor er gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, 2020 gegen Armin Laschet.
Als letzterer nach der verlorenen Bundestagswahl den CDU-Vorsitz abgab, war Merz‘ Stunde endlich gekommen. Seit dem 31. Januar 2022 ist er Bundesvorsitzender der CDU. Aber das scheint ihm nicht zwingend genug zu sein; 2025 will Merz es – Stand jetzt – eventuell noch einmal versuchen und den Posten als Bundeskanzler anstreben.
Merz will Kanzlerkandidatur 2025 nicht ausschließen – trotz hohen Alters
Dann wäre Merz 2025 schon fast 70 Jahre alt. Denn will er nichts ausschließen. „Wer gesund und bei klarem Verstand ist, kann so ein Amt natürlich auch mit 70 ausüben“, sagte Merz nun dem Spiegel und ergänzte: „Joe Biden ist mit 78 Jahren US-Präsident geworden.“
Joe Biden ist mit 78 Jahren US-Präsident geworden.
Festlegen will sich der CDU-Politiker allerdings noch nicht: „Was wir in drei Jahren machen, das entscheiden wir frühestens nach der Europawahl im Jahr 2024“, sagte er. „Darüber sprechen wir, wenn es so weit ist.“
Die Konkurrenz schläft nicht – jüngere CDU-Kollegen auf dem Vormarsch zur Kanzlerkandidatur
Konkurrenz könnte der machthungrige Merz von jüngeren Parteikollegen bekommen. Bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein holte Ministerpräsident Daniel Günther mit 43,3 Prozent das beste CDU-Ergebnis seit 40 Jahren. Auch in Nordrhein-Westfalen gewann die CDU mit 35,7 Prozent die Landtagswahlen. Auch NRW-Wahlsieger Hendrik Wüst gilt mittlerweile als möglicher Anwärter für die Kanzlerkandidatur.
„Seit dem gestrigen Tag ist die CDU wieder zurück auf Platz eins unter den deutschen Parteien“, äußerte sich Merz einen Tag nach dem Wahlsieg in NRW. Wer dort Wahlen gewinnen könne, könne das auch in ganz Deutschland. Fraglich ist, ob er für die K-Frage 2025 damit dann Wüst oder sich selbst meint. (jn/AFP)
