Migrationsgipfel in München: Dobrindt versammelt EU-Innenminister
VonBettina Menzel
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Nach dem Juli-Treffen auf der Zugspitze lädt Alexander Dobrindt im Oktober wieder europäische Innenminister zum Thema Migration.
München – 10 Jahre nach Angela Merkels (CDU) berühmtem Satz „Wir schaffen das“ wendet sich die Union von der damaligen Migrationspolitik ab. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte bereits Kursänderungen in Form einer „Migrationswende“ an. Nun lädt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) seine europäischen Amtskollegen am 4. Oktober zu einem weiteren Migrationstreffen ein, diesmal in der bayerischen Landeshauptstadt München. Beim Gipfel mit dem Titel „Munich Migration Meeting“ werden unter anderem die Innenminister aus Italien und Polen und EU-Innenkommissar Magnus Brunner erwartet.
Man werde „über weitere Impulse und notwendige Maßnahmen für die europäische Migrationswende diskutieren“, sagte Dobrindt dem Medium The Pioneer. Europa brauche Klarheit, Konsequenz und Kontrolle in der Migrationspolitik. „Wir müssen den EU-Migrationspakt härten, die Abschiebe-Regeln schärfen“, so der Minister weiter. Dabei gehe es um starke Außengrenzen, schnelle Abschiebungen, innovative Lösungen, führte er weiter aus. „Nur so sichern wir Ordnung, Offenheit und den europäischen Zusammenhalt.“
Innenminister treffen sich in München: Deutschland will aktiver mitwirken
Bereits im Juli fand auf Einladung Dobrindts ein erstes Treffen zum Thema Migration auf der Zugspitze statt. Daran nahmen die Innenminister Frankreichs, Polens, Österreichs, Dänemarks und Tschechiens sowie EU-Kommissar Brunner teil. Ziel des Treffens war auch zu zeigen, dass Berlin sich künftig aktiver an der europäischen Migrationspolitik beteiligen will. Oder wie es Dobrindt formulierte: Es solle das Signal senden, „dass Deutschland nicht mehr im Bremserhäuschen sitzt in der EU, sondern in der Lokomotive mit dabei ist“.
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Das Thema Migration prägt die Stimmung in Deutschland: Die Sorge um die Zuwanderung stand im August 2025 zum elften Mal in Folge an der Spitze des Sorgenbarometers des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Im Jahr 2024 zogen etwa 1,5 Millionen Ausländer nach Deutschland – rund 13 Prozent weniger als 2023, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Etwa 994.000 Menschen verließen das Land, die Nettozuwanderung lag damit bei rund 430.000 Personen. Deutschland fehlen Angaben der Wirtschaftsweisen zufolge 1,5 Millionen Zuwanderer pro Jahr, um den Fachkräftemangel auszugleichen (Quellen: Ipsos, AFP, The Pioneer, Sachverständigenrat für Wirtschaft, Statistisches Bundesamt) (bme)