Lapid spricht vor seiner Abreise nach Paris

Ministerpräsident Lapid droht Hisbollah nach Drohnen-Abschüssen: «Israel wird diese Angriffe nicht dulden»

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Lapid reagiert mit Drohungen auf die Abschüsse von Drohnen durch die libanesische Hisbollah

Nach dem Abschuss von drei Drohnen aus dem Libanon: Israels Ministerpräsident Jair Lapid warnt die Hisbollah vor Konsequenzen.

Tel Aviv - Der neue israelische Ministerpräsident Jair Lapid hat nach dem Abschuss mehrerer Drohnen der libanesischen Hisbollah mit weiteren Konsequenzen gedroht. «Die Regierung im Libanon muss die Hisbollah angesichts solcher Angriffe unter Kontrolle bringen, sonst werden wir gezwungen sein, dies zu tun», sagte Lapid am Dienstag vor seiner Abreise nach Paris. Dort war ein Treffen mit den französischen Präsidenten Emanuel Macron geplant. Es ist die erste Reise Lapids nach Amtsantritt.

Am Wochenende hatten israelische Streitkräfte über dem Mittelmeer drei Drohnen aus dem Libanon abgeschossen. Wie israelische Medien berichteten, steuerten die Drohnen der Hisbollah israelische Gasplattformen an. Die Schiitenmiliz ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbunden.

Der Grenzverlauf zwischen Israel und dem Libanon im Mittelmeer ist umstritten, da beide Seiten dort Gasvorkommen für sich beanspruchen. Derzeit laufen Verhandlungen beider Länder unter Vermittlung der USA.

Es habe wiederholt Angriffe auf israelische Gasplattformen gegeben. «Israel wird diese Angriffe nicht dulden, und jeder, der dies tut, muss wissen, dass er unnötige Risiken für sein Wohlergehen eingeht», sagte Lapid. 

Eine Zeugin hat den israelischen Ex-Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seinem Korruptionsprozess wenige Monate vor einer Neuwahl schwer belastet.

Hadas Klein, Assistentin der Milliardäre Arnon Milchan und James Packer, sagte am Dienstag vor Gericht über eine regelmäßige Versorgung von Netanjahu und seiner Frau Sara mit Luxusgeschenken aus. Netanjahu ist gegenwärtig Oppositionsführer und strebt bei einer Parlamentswahl im November eine Rückkehr ins Amt des Ministerpräsidenten an.

Klein berichtete nach Medienberichten, die mit Netanjahu befreundeten Milliardäre hätten dem Ehepaar zum Beispiel regelmäßig Zigarren, rosa Champagner und Schmuck geschenkt. Hollywood-Produzent Arnon Milchan habe dem australischen Unternehmer James Packer klargemacht, «dass man nicht mit leeren Händen zu den Netanjahus kommen kann». Packer habe Netanjahu verehrt, sagte sie.

Die Zahl der Geschenke sei im Laufe der Zeit immer größer geworden. Sara Netanjahu habe auch immer wieder konkrete Forderungen nach Geschenken gehabt. Netanjahu tränke seine Zigarren gerne in Cointreau-Likör, deshalb habe sie von Milchan den Auftrag bekommen, diesen zu kaufen. Sara Netanjahu habe außerdem die Anweisung erteilt, Kisten mit rosa Champagner in schwarzen Säcken zu transportieren, damit Passanten sie nicht sehen können. Der Wert der Luxusgeschenke an die Netanjahus beläuft sich laut Anklage auf rund 700 000 Schekel (193 000 Euro). Netanjahu hatte diese als «Geschenke unter Freunden» gerechtfertigt.

Der Korruptionsprozess gegen Netanjahu läuft schon seit mehr als zwei Jahren. Ihm wird auch vorgeworfen, als Kommunikationsminister dem Telekom-Riesen Bezeq Vergünstigungen gewährt zu haben. Im Gegenzug soll das zum Konzern gehörende Medium «Walla» positiv über ihn berichtet haben. Zudem soll er dem kritischen Zeitungsverleger Arnon Moses angeboten haben, im Gegenzug für positive Berichterstattung dessen Konkurrenzblatt zu schwächen. (dpa)

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