Scherze nach Attentat

Mord an Charlie Kirk: Chats des Tatverdächtigen aufgetaucht – der schweigt

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In einem Forum scherzte Tyler R. noch über den Mord an Charlie Kirk. Dann wurde der 22-Jährige als Tatverdächtiger festgenommen.

Washington, DC – Die Szenen an der Utah Valley Universität lassen die USA nicht los. Fünf Tage nach dem Mord an dem rechtsextremen Aktivisten und Trump-Vertrauten Charlie Kirk überschlagen sich die Spekulationen über den Tatverdächtigen Tyler R. Symptomatisch für die politische und gesellschaftliche Spaltung in den USA geht es dabei vor allem um eine Frage: War der Schütze ein Linker oder ein Rechter?

Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter

Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten. Eine Chronologie der Ereignisse. © FBI (2)/IMAGO / SOPA Images
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte.
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte. © Tess Crowley
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.  © Tess Crowley/dpa
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte.
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte. © Lindsey Wasson/dpa
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.  © IMAGO/Charles-McClintock Wilson
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden.
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten.
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten. © Tess Crowley/dpa
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat.
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat. © IMAGO/Charles McClintock Wilson
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften.
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften. © Tyler Tate/dpa
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht.
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht.
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht. © Tess Crowley/dpa
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.  © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner.
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner. © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.  © IMAGO/Vincent Carchietta
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.  © Lindsey Wasson/dpa
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.  © Madeleine Kelly/dpa
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer.
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer. © Ross D. Franklin/dpa
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk.
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk. © Tess Crowley/dpa
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar.
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar. © Ross D. Franklin/dpa
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer.
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer. © Ross D. Franklin/dpa
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk.
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk. © Mark Schiefelbein/dpa
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand.
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand. © Alex Goodlett/dpa
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden.
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden. © Ross D. Franklin/dpa
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag.
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag. © IMAGO/Madeleine Kelly
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen.
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen. © Lindsey Wasson/dpa
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild)
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild) © Manuel Balce Ceneta/dpa
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen.
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen. © FBI (2)
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat neue Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat zwei Tage nach der tat Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.  © IMAGO / UPI Photo/ FBI (Collage)
US-Medien berichten über den Tatverdächtigen im Fall Charlie Kirk.
Zwei Tage nach der Tat verkündete Donald Trump live im TV die Festnahme des mutmaßlichen Täters im Fall Charlie Kirk. Es handelt sich um einen 22-Jährigen aus Utah. © Patrick T. Fallon/AFP

Nach Attentat auf Charlie Kirk – Tatverdächtiger schweigt nach Festnahme

Der Täter selbst äußert sich zu den Vorwürfen gegen seine Person bislang nicht. „Der Verdächtige hat bisher nicht kooperiert“, teilte der Gouverneur des US-Bundesstaats Utah, Spencer Cox, in der Sendung „Meet the Press“ bei NBC News mit. In dem Gespräch ging Cox auch auf die drängendste aller Fragen ein. „Es gab eindeutig eine linke Ideologie bei diesem Attentäter.“

Der 22-jährige Verdächtige habe sich an „dunklen Orten“ des Internets herumgetrieben, so Cox weiter. Außerdem habe er viel Zeit mit Videospielen und sozialen Medien verbracht. „Ich glaube, dass soziale Medien bei jedem einzelnen Attentat und Attentatsversuch, den wir in den letzten fünf, sechs Jahren gesehen haben, eine direkte Rolle gespielt haben“, antwortete der Gouverneur auf eine Frage von NBC. Details für seine Vermutung, Tyler R. sei durch eine „linke Ideologie“ radikalisiert worden, nannte der Gouverneur nicht.

Neue Details zum Verdächtigen – Scherze nach dem Mord an Charlie Kirk in Online-Forum

Dass R. eine seinem Alter entsprechende Verbindung in die Welt der Videospiele hat, zeigt auch die Aktivität auf der bei Spielern beliebten Chat-Plattform „Discord“. Dort tauschen sich Menschen in Sprachchats aus, oder schreiben in Gruppen oder privaten Chaträumen. So auch der Verdächtige bei den Ermittlungen um das Attentat auf Charlie Kirk.

Der New York Times liegen Auszüge von Nachrichten vor, die R. kurz nach dem Mord an dem Aktivisten geschrieben haben soll. Ein Freund des Verdächtigen soll kurz nach der Veröffentlichung von Aufnahmen des Täters durch das FBI gefragt haben, wo R. stecke. Der habe geantwortet, dass ein „Doppelgänger“ versuchen würde, ihn „in Schwierigkeiten“ zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt wohl scherzhaft gemeint, habe ein Freund des Verdächtigen „Tyler hat Charlie umgebracht!!!!“ geschrieben.

Der mutmaßliche Attentäter (l.) von Charlie Kirk (r.) ist gefasst. Tyler R. soll sich bislang nicht zu der Tat geäußert haben.

Mord an Charlie Kirk – US-Regierung unter Donald Trump ehrt rechten MAGA-Aktivisten

Am Dienstag soll der Verdächtige von der Staatsanwaltschaft offiziell angeklagt werden. US-Präsident Donald Trump zeigte sich bereits zuversichtlich, den Schuldigen gefasst zu haben. „Ich denke, wir haben ihn mit hoher Sicherheit in Gewahrsam“, sagte er in der Sendung „Fox and Friends“ in New York. Dann forderte er die Höchststrafe für Tyler R. „Ich hoffe, er erhält die Todesstrafe“, sagte Trump in der Sendung von Fox News.

Trump hält sich mit Lob über die Arbeit von Kirk nicht zurück. Bei einer Ansprache zum Gedenken der Anschläge auf das World-Trade-Center am 11. September, nannte Trump den Aktivisten einen „Riesen seiner Generation“. Kirk habe „Millionen und Abermillionen“ junger Menschen inspiriert, so der Präsident. Dann fügte er hinzu: „Ich bin erfreut, verkünden zu können, dass ich Charlie Kirk posthum die präsidiale Freiheitsmedaille verleihen werde.“ Der Tag der Verleihung werde noch verkündet.

Rechter Aktivist Charlie Kirk ist tot – Das ist über das Attentat bekannt

Charlie Kirk trat immer wieder an Universitäten in den USA auf und debattierte mit den Anwesenden über populäre gesellschaftliche und politische Themen. Dabei vertrat er oft eine fundamental christliche Haltung, die sich meist gegen den Schutz von Minderheiten und Frauen richtete. So lehnte er vermehrt strengere Waffengesetze ab oder sprach sich gegen Abtreibungen aus – auch wenn diese durch eine Vergewaltigung entstanden.

Bei einer solchen Debatte am 10. September 2025 an der Utah Valley Universität im US-Bundesstaat Utah wurde Kirk bei einem Anschlag erschossen. Nachdem Kirk von einer Kugel in den Hals getroffen wurde, erlag er wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Kurz nach dem Attentat wurden Bilder des Tatverdächtigen veröffentlicht.

Wie die BBC berichtete, soll der Vater von Tyler R. seinen Sohn auf den vom FBI veröffentlichten Bildern erkannt und sich einem Geistlichen mitgeteilt haben. Dieser habe daraufhin die Behörden verständigt. R. wurde am 12. September von in Gewahrsam genommen. Bis zu seiner Verhandlung ist der Verdächtige im Gefängnis von Utah County untergebracht. (Quellen: NBC News, New York Times, Fox News, BBC) (nhi)

Rubriklistenbild: © Utah Governor‘s Office/ANDRI TAMBUNAN/AFP

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