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Musks DOGE-Regime unter Trump: Insider geben Einblick in „Chaos“

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Elon Musk (l) und US-Präsident Donald Trump (r) sind durch die Fenster zu sehen, als Marine One auf dem Südrasen des Weißen Hauses landet.
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Elon Musks DOGE soll unter Trump Kosten einsparen. Insider berichten von „Chaos“ und Angst in der US-Steuerbehörde.

Washington – Skalpell oder doch Axt? Die von Donald Trump eingeführte und von Tech-Milliardär Elon Musk geleitete US-Regierungsabteilung DOGE sorgt in den USA für heftige Diskussionen. Jetzt haben Mitarbeiter der Steuerbehörde anonym Einblick gegeben, wie chaotisch die Zustände in ihrer Behörde seit den Musk-Eingriffen sind.

„Das ist ein einziges Chaos, und ich kann nicht glauben, dass niemand eingreift und etwas unternimmt“, sagte ein anonymer hochrangiger Mitarbeiter der US-Steuerbehörde jetzt gegenüber CNN über die Arbeit der Musk-Instanz. „Wir sind gelähmt“, meinte ein zweiter. Ein dritter sagte dem Portal: „Sie kommen einfach willkürlich in die Büros der Leute und verlangen Zugriff auf die Systeme. Sie schikanieren uns und gehen völlig diszipliniert vor, was mir wirklich Sorgen bereitet“.

„Ein einziges Chaos“: Insider geben Einblick in Musks DOGE-Regime unter Trump

Wiederum eine anonyme Quelle berichtete CNN, dass es mittlerweile fast schon Routine in der Behörde sei, dass Menschen in ihrem Büro weinen zu sehen. Gleichzeitig würden Manager durch die Gänge eilen, um sich für Entlassungen zu entschuldigen, bei denen sich nicht mit einbezogen worden waren. „Die Moral leidet“, so eine Quelle.

Das Chaos in der Steuerbehörde begann dem Bericht nach direkt, nachdem Musks DOGE (Department of Government Efficiency) vergangenen Monat dort Fuß fasste. Eine Insider-Quelle berichtete CNN schon damals, dass ein zwanzigjähriger Softwareentwickler von DOGE nur wenige Minuten nach seinem Eintreffen Zugriff auf die am besten geschützte interne Datenbank forderte. Unter anderem wollte er Zugriff auf eine Datenbank erhalten, die die persönlichen und finanziellen Daten von Millionen von amerikanischen Steuerzahlern enthält. Ein anderer DOGE-Mitarbeiter habe versucht, fast alle für das Haushaltsjahr geplanten - und vom Kongress finanzierten - Programme und Initiativen der Steuerbehörde zu stoppen.

Musk greift mit DOGE in den USA durch – selbst Trump mahnt mittlerweile

Nachdem DOGE vor knapp einem Monat in der Steuerbehörde IRS eingriff, sind laut CNN Tausende Mitarbeiter entlassen worden. Zudem plant man die Schließung von 110 Steuerberatungsstellen. Bis Mai sollen knapp 20 Prozent der Mitarbeiter entlassen werden. Laut einer ehemals für das IRS tätigen Anwältin würde DOGE „die Behörde im Grunde aushöhlen“. Der Nachwuchs werde entlassen, während alte, qualifizierte Angestellte in den Ruhestand gingen.

Musks DOGE sollte Milliarden einsparen. Mittlerweile häufen sich die Beschwerden. Sogar über gigantische Rechenfehler von DOGE wurde bereits berichtet. Gegen radikale Kürzungen und Stellenabbau sind mittlerweile dutzende Klagen anhängig. Sogar Donald Trump hatte Anfang März von Musk ein umsichtigeres Vorgehen angemahnt und verlangt, dass Musk mehr wie ein Skalpell und weniger wie eine Axt vorgehe. Ein Teilnehmer einer Kabinett-Sitzung berichtete laut Politico auch, dass Musk vor dem Kabinett Fehler bei der Arbeit von DOGE eingeräumt habe.

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