Großbritannien

Nach 6 Jahren iranischer Haft: Briten kehren in die Heimat zurück

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Luftwaffenstützpunkt RAF Brize Norton

Zwei britisch-iranische Doppelstaatler sind nach Jahren in iranischer Haft nach Großbritannien zurückgekehrt. In der Nacht zum Donnerstag wurden Nazanin Zaghari-Ratcliffe und Anoosheh Ashoori auf dem Luftwaffenstützpunkt RAF Brize Norton bei Oxford von ihren Familien empfangen.

London - Nach Jahren in iranischer Haft sind zwei britisch-iranische Doppelstaatler nach Großbritannien zurückgekehrt. Nazanin Zaghari-Ratcliffe und Anoosheh Ashoori landeten in der Nacht zum Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt RAF Brize Norton bei Oxford, wo sie von ihren Familien empfangen wurden. Zaghari-Ratcliffe hatte den Iran nach knapp sechs Jahren Gefängnis und Hausarrest verlassen dürfen, Ashoori nach knapp fünf Jahren. Zuvor hatte Großbritannien angekündigt, alte Schulden in Höhe von 400 Millionen Pfund (476 Millionen Euro) aus der Zeit vor der Islamischen Revolution 1979 zu begleichen.

«Es ist großartig, sowohl Anoosheh als auch Nazanin in so guter Stimmung zu sehen», twitterte die britische Außenministerin Liz Truss vom Flughafen nahe Oxford. «Es ist ein emotionaler Moment für beide Familien, sie zu Hause willkommen zu heißen.» Ashooris Tochter twitterte ein Foto der Heimkehrer und ihrer Familien und schrieb dazu: «Glück in einem Bild.» Ein weiterer Doppelstaatsbürger, Morad Tahbaz, wurde aus der Haft entlassen, der Mann blieb aber zunächst im Iran.

Der Fall war vor allem dank des Einsatzes von Zaghari-Ratcliffes britischem Ehemann Richard Ratcliffe stets in der britischen Öffentlichkeit präsent gewesen. Er hatte sich unter dem Slogan «Free Nazanin» vehement für die Freilassung der 43-Jährigen eingesetzt. Das Paar hat eine siebenjährige Tochter.

Die frühere Projektmanagerin der Thomson Reuters Stiftung war 2016 nach einem Besuch bei ihren Eltern im Iran unter Spionagevorwürfen verhaftet worden. Ein Revolutionsgericht verurteilte sie zu fünf Jahren Haft und später zu einem weiteren Jahr. Der 67-jährige Ashoori war 2017 bei einem Besuch ebenfalls wegen Spionagevorwürfen verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. (dpa)

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