VonAnna-Katharina Ahnefeldschließen
Die schwedische Regierung steht unter Druck: Ob das Land der Nato beitritt, könnte sich womöglich bald entscheiden.
Stockholm – Ist ein Nato-Beitritt von Schweden in Sicht? Die Regierung will auf dem Weg zu einem Beschluss zu einer möglichen Mitgliedschaft jedenfalls zügiger vorankommen. Eine für den 31. Mai geplante sicherheitspolitische Analyse der Parlamentsparteien sollte bereits am 13. Mai vorgelegt werden, schlug Außenministerin Ann Linde am Donnerstag (21. April) in einem Interview des schwedischen Radios vor. Unter anderem angesichts einer bereits in Finnland vorgelegten Analyse stehe Schweden unter Druck, seine eigenen Abwägungen zu veröffentlichen, sagte Linde. Man müsse jedoch alle kurz- wie langfristigen Aspekte berücksichtigen.
Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs soll sich die Analyse auch mit der schwedischen Nato-Frage befassen. In dem Bericht der finnischen Regierung waren in der vergangenen Woche ebenfalls Vorteile und Risiken eines Nato-Beitritts aufgezeigt worden, ohne jedoch einen klaren Bescheid für oder gegen einen finnischen Nato-Antrag zu geben. Seit Mittwoch debattiert das finnische Parlament über den Bericht.
Ukraine-Krieg: Schweden und Finnland diskutieren über möglichen Beitritt in Nato-Bündniss
Sowohl Schweden als auch Finnland diskutieren seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine intensiv darüber, ob sie der Nato beitreten sollen. Beide sind bislang enge Nato-Partner, aber keine Mitglieder. Der Ukraine-Krieg hat dafür gesorgt, dass laut Umfragen deutlich mehr Menschen als zuvor in den beiden Ländern für eine Nato-Aufnahme sind. Zentral dabei: Nato-Artikel 5, der Bündnisfall.
In Schweden war die Meinung zuvor dreigeteilt in etwa gleich große Anteile für Befürworter, Gegner und Unentschlossene. In einer am Donnerstag vom schwedischen Rundfunk veröffentlichten Untersuchung des Instituts Novus waren nun 51 Prozent der Befragten für eine Nato-Mitgliedschaft und 24 Prozent dagegen. (dpa/aka)
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